📌 Themen dieser Folge:
- Beziehungsintimität verstehen: die Kurven‑Metapher und warum Intimität anfangs schnell wächst
- Was Intimität nährt: Zeit, Exklusivität, Passung und gemeinsame Arbeit
- Äußere Veränderungen (Umzug, Job, Gewohnheiten) und ihr Effekt auf Nähe
- Neue Menschen im System: schnelle Intimität, geteilte Aufmerksamkeit, Verlustgefühle
- Gefühl des Ersetztwerdens: woher es kommt und wie es sich zeigt
- Realitätscheck statt Panik: Was hat sich wirklich verändert? Was wird über- oder unterschätzt?
- Gefühle als Sensoren: Angst, Sorge, Panik unterscheiden und nutzen
- Praktische Interventionen: neue exklusive Rituale, Check‑ins, besondere Orte/Elemente
- Zusammenfassung & Fazit: Aufmerksamkeit ist lenkbar, parallele Intimitäten können koexistieren
- Abschließender Hinweis auf Community‑Projekt
💡 Das Wichtigste in Kürze
- Beziehungsintimität ist die Summe intimer Erfahrungen und wächst anfangs schneller, später langsamer.
- Konkurrenz entsteht meist um Zeit und Aufmerksamkeit – nicht um Liebe.
- Äußere Umstände können Intimität verschieben, ohne die Beziehung grundlegend in Frage zu stellen.
- Neue Beziehungen relativieren Exklusives und triggern Ersetzensängste – das ist nachvollziehbar.
- Gefühle zeigen, wo es brennt: benennen, einordnen, dann handeln.
- Realitätsprüfung und transparente Absprachen beruhigen und klären.
- Exklusive Elemente sind gestaltbar: Rituale, Orte, Musik, kleine Alltags‑Momente.
- Lenk deine Aufmerksamkeit bewusst dorthin, wo Verbindung entstehen soll.
🔗 Links & Ressourcen zur Folge:
- Projektverzeichnis: Kink‑friendly Professionals
- Vergleichs-/Anlaufstelle: therapiesuche.de
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Zu Sonjas Beziehungs-Coaching und Blog-Beiträgen: https://sonjajuengling.de/
Teaser
Denn gemeinsam wohnen bedeutet ja auch einen großen Zeitwohlstand und viel Möglichkeiten, miteinander sich zu koordinieren und zu begegnen. Und wenn das plötzlich nicht mehr der Fall ist, dann fallen viele Selbstverständlichkeiten weg. Und das kann total beängstigend sein.
Intro
Willkommen bei Mono, Poly & Co., dem Non-Profit-Wissens-Podcast für Beziehungen in allen Formen. Ich bin Sonja Jüngling, Paar- und Sexualberaterin und außerdem Beziehungsbegeisterte, Abenteurerin und Gegensatzaushalterin. Mein wundervolles Team und ich liefern dir frei Haus und kostenlos alles, was du für die individuelle Gestaltung deiner Beziehungen benötigst. Mit ganz praktischen Tipps, Insights und Interviews. Schön, dass du für dich losgehst. Nutz gern zusätzliche Unterstützungsangebote und schaff Raum für das, was dich bewegt. Und nun viel Spaß mit der heutigen Folge.
Worum geht’s in der Folge?
Hallo zusammen und willkommen zu einer neuen Themenfolge hier bei Mono, Poly & Co. Ich spreche heute mal wieder über Beziehungen und zwar heute darüber, was du machen kannst, wenn du Angst hast, wichtige Beziehungen zu verlieren. Weil den meisten Menschen geht das so, dass sie Angst haben, Beziehungen, die ihnen wichtig sind, zu verlieren. Und du solltest die Folge hören und nicht abschalten, wenn du verstehen willst, warum und wie diese Angst ausgelöst werden kann und was du gegebenenfalls tun kannst. Worüber rede ich heute? Ich rede heute über Fälle, in denen von der Beziehung her eigentlich alles gut ist, aber sich im Außen was ändert. Also zum Beispiel durch einen Job musst du einen Umzug machen und wohnst dann nicht mehr mit deinem Beziehungsmenschen zusammen. Oder es gibt einen neuen Menschen in der Welt deines Beziehungsmenschens. Oder es gibt ein neues Hobby oder eine Person ist krank. All diese Sachen hat Einfluss auf eure sogenannte Beziehungsintimität. Die erkläre ich auch später noch. Und kann unter Umständen schon Ängste auslösen. Und das heißt, ich rede heute auch über Mehrfachbeziehungen. Diese Folge kann aber für dich auch hilfreich sein, wenn du ein exklusives Konzept hast. Weil ich eben auch darüber rede, was passiert, wenn eine Person plötzlich nicht mehr mein Mitbewohner ist. Denn es geht basically darum, wie du dir der Beziehung sicher sein kannst, wenn sich was im Außen ändert.
Ausblick
Genau. Ich gebe auch wieder einen Ausblick. Ich rede erstmal darüber, was Beziehungsintimität ist und stelle so ein bisschen meinen Umgang damit vor. Dann rede ich darüber, welche Umstände Auslöser dafür sein können, dass ich mich bedroht fühle in meiner Beziehungsintimität. Und zum Schluss gebe ich natürlich auch noch ein paar Lösungen und ein Fazit. Also, los geht’s. Was ist Beziehungsintimität? Also Beziehungsintimität ist
Was ist Beziehungsintimität?
im Grunde genommen die Summe aller intimen Erfahrungen und die Summe von Nähe innerhalb von einer Beziehung. Ich male da auch ganz gerne Grafiken zu, das kann ich aber im Podcast natürlich nicht. Und wenn du dir aber vorstellst, dass du so einen Graphen hast, wo es eine senkrechte Achse und eine Querachse gibt, dann ist auf der senkrechten Achse die Beziehungsintimität, also die Summe aller Intimität fördernden Erfahrungen und Gewohnheiten und auf der Querachse liegt die Zeit. Und dann hast du so eine Kurve, die am Anfang relativ schnell ansteigt, weil am Anfang ja viele erste Male sind, viele Sachen, die die Beziehungsintimität erhöhen und je länger Menschen zusammen sind, desto flacher wird die Kurve. Das heißt, wir sprechen von einer Kurve, die exponentiell ist, also am Anfang sehr schnell und stark wächst und je länger diese Beziehung besteht, desto flacher wird die Kurve. Und im Grunde genommen habe ich so eine Kurve für jede Beziehung, die ich habe, also auch der Hausmeister meiner Schule oder die Arzthelferin oder eine Arbeitskollegin, auch mit der habe ich eine gewisse Form von Beziehungsintimität. Wir haben also ganz viele Kurven jeweils parallel, die sich eigentlich gar nicht so wirklich in die Quere kommen. Aber es gibt natürlich Beziehungen oder auch Hobbys oder ähnliches, die meiner Beziehungsintimität schon in die Quere kommen, die mich in irgendeiner Form drohen einzuschränken. Und grundsätzlich ist das kein Problem, dass es ein paar Sachen gibt, die einschränken, weil wir leben ja nicht in einem Vakuum mit unseren Beziehungsmenschen, sondern mit dem Rest der Welt. Aber dann, wenn es der gleiche Bereich ist, also wenn es zum Beispiel einen anderen Beziehungsmenschen gibt oder wenn ein Hobby oder ein Job emotional ähnlich viel Raum einnimmt wie die Beziehung, die ich mit meinem Menschen habe, dann kann das schon bedrohlich sein. Grundsätzlich ist es aber so, je mehr ich mit einem Menschen teile, desto mehr exklusive Momente habe ich und desto mehr Beziehungsintimität habe ich. Das heißt, Beziehungsintimität braucht viel Zeit, braucht eine gute Passung und braucht auch ein bisschen was an Arbeit. Weil wenn ich jetzt mir eine Beziehung angucke, die 20 Jahre schon ist, wo die Menschen zusammen wohnen, die Finanzen teilen, den Alltag teilen, vielleicht sogar Kinder haben, dann habe ich eine sehr, sehr hohe Beziehungsintimität und da komme ich nicht mal eben so hin. Ja, am Anfang geht es schnell hoch, aber letztendlich, wenn ich eine jahrzehntelang gewachsene Beziehungsintimität oder Beziehung habe, dann ist das nicht so schnell ersetzbar. Denn, das habe ich ja eingangs schon gesagt, am Ende ist Beziehungsintimität nicht konkurrierend,
Konkurrenz?
weil ich ja mehrere Verbindungen haben kann und mehrere unterschiedliche Verbindungen und mehrere unterschiedliche Intimitäten auch jongliere. Das ist völlig normal. Das, worum wir konkurrieren, sind tatsächlich Aufmerksamkeit und oder Zeit. Allerdings kann ich diese Aufmerksamkeit und oder Zeit ja auch lenken. Denn wenn mir bewusst ist, dass ich die Beziehung mit der höchsten Beziehungsintimität oder das Hobby oder den Job mit der höchsten Beziehungsintimität nicht aus Spaß, sondern aus gutem Grund habe, dann kann ich dafür sorgen, dass das auch so bleibt. Und das ist einfach ganz wichtig im Hinterkopf zu behalten, dass so eine Beziehungsintimität nicht mehr ebenso entsteht und dass ich da durchaus was noch verändern kann.
Einflüsse auf die Beziehungsintimität
Also durch was kann meine Beziehungsintimität beeinflusst werden? Sie kann zum Beispiel beeinflusst werden, wenn meine Partnerperson den Job wechselt und dafür in eine andere Stadt ziehen muss. Oder wenn ich in eine andere Stadt ziehen muss und wir plötzlich nicht mehr zusammenwohnen und vielleicht aus dem Grund auch die Finanzen getrennt haben, was vorher nicht der Fall war. Es kann auch ein neuer Job sein, der sehr viel Aufmerksamkeit und Zeit frisst und deswegen die emotionalen Kapazitäten meines Beziehungsmenschen einnimmt. Auch Veränderungen in Gewohnheiten können die Beziehungsintimität verschieben. Also können dafür sorgen, dass ich das Gefühl habe, dass andere Menschen oder Hobbys mehr Beziehungsintimität haben, als das vorher der Fall war. Wenn ich zum Beispiel bis jetzt immer ans Meer in den Urlaub gefahren bin und dann irgendwer auf die Idee kommt, dass die Berge auch ganz toll sind und man dann aber vielleicht getrennt in den Urlaub fährt, weil da eben keine Möglichkeit gefunden wird, gemeinsam zu fahren. Also, die äußeren Umstände sorgen unter Umständen dafür, dass ich weniger gemeinsame Zeit und damit auch weniger gemeinsame Erfahrungen und eventuell dadurch weniger Beziehungsintimität mit einem Menschen habe. Das ist die eine Version. Wenn die äußeren Umstände sich ändern. Die andere Version ist, es gibt vielleicht eine zusätzliche Person.
eine neue Person im Leben des Anderen
Die auch eine gewisse Form von Beziehungsintimität mit meinem Herzensmenschen hat. Und da ist es besonders, fühlt sich besonders schwierig an, wenn die Beziehung startet, weil da steigt eben die Beziehungsintimität sehr schnell und viele erste Male nehmen uns natürlich auch gefühlt den Wert unserer Beziehungsintimität oder unserer Beziehung, weil je mehr Dinge auch mit anderen Menschen geteilt, gemacht, erfahren werden, desto weniger haben Menschen den Eindruck, dass die eigenen. Verbindlichkeiten, Verbindungen wert sind. Denn wir geben Dingen, die nur einmal da sind, immer einen besonderen Wert und wenn ich plötzlich nicht nur mit meiner Partnerperson zu meinem Lieblings-Italiener gehe, sondern auch noch mit einer anderen Person, dann kann sich das bedrohlich anfühlen, weil es eben plötzlich nichts Besonderes mehr ist. Das heißt, wenn ich eine zusätzliche Beziehungsperson habe, dann wird mir eventuell der exklusive Wert eventuell flöten. Außerdem bindet die neue Person natürlich auch Aufmerksamkeit, aber eben nicht nur im Generellen, nicht nur in Kapazitäten und Zeit und so, sondern eben auch im Beziehungsbereich. Das heißt, die Sachen, die früher mir vorbehalten waren, werden jetzt vielleicht geteilt oder aufgeteilt. Und vielleicht erfüllt sich mein Beziehungsmensch jetzt Bedürfnisse, die er sich früher mit mir erfüllt hat, mit einer anderen Person. Und das gibt mir vielleicht das Gefühl, weniger gebraucht und weniger gewollt zu werden. Wobei ich ja finde, in einer Beziehung fühle ich mich dann am meisten wohl, wenn ich nicht ausschließlich gebraucht, sondern auch gewollt werde. Und wenn meine Partnerperson auch die Möglichkeit hat, jederzeit zu entscheiden. Ja, ein weiterer Punkt, der bei einer zusätzlichen Person anders ist, als wenn es ein Umzug oder ähnliches ist, ist, dass die Beziehungsintimität mit der anderen Person vielleicht tatsächlich über die Zeit steigt und höher wird. Vielleicht sogar höher als meine. Also vielleicht werden da Sachen geteilt, weil es ein gemeinsames Hobby gibt, wo ich keinen Zugang zu habe. Und dann entsteht natürlich total schnell der Eindruck, ich werde ersetzt. Wenn wir jetzt also auf meine Kurve wieder drauf gucken und wir haben eine Beziehungsintimität und dann eine weitere, dann gibt es vielleicht Angst vor dem Moment, wo die neue Beziehungsintimität meine Kurve schneidet oder auch einfach, wenn sie mir zu nah dran ist. Also viele Menschen, die exklusiv leben oder monogam leben, die wünschen sich einen großen Abstand zu anderen Menschen und das wird in unserer Gesellschaft ja auch so gelebt. Also Freundschaften werden oft als geringer einflussreich eingeschätzt als Beziehungen. Das leben wir schon ganz lange so. Ob das so sein muss, da kann man natürlich drüber streiten, aber aktuell ist das so. Das heißt, zusätzlich zu den weniger gemeinsamen Erfahrungen und Zeiten habe ich noch die Bedrohung, ersetzt zu werden und die Angst, Dinge zu verlieren, die mir vorher in dieser Beziehung sehr wichtig und teuer waren. So, jetzt habe ich über die äußeren Umstände gesprochen. Auf der einen Seite äußere Faktoren wie Umzug, neuer Job, Veränderungen in Gewohnheiten und auf der anderen Seite ganz konkret durch zusätzliche Personen, die eben Erfahrungen, die ich mit meiner Partnerperson habe. Vielleicht zu weniger exklusiven oder besonderen Momenten machen oder Aspekten machen, dass die Aufmerksamkeit gebunden wird in einem Bereich, der emotional mir sehr nah ist. Im Gegensatz zum Beispiel zum Job. Und ja, dass die andere Beziehung so eine hohe Beziehungsintimität dann hat, dass ich Angst davor haben muss, ersetzt zu werden. Genau. So, was mache ich jetzt damit? Also ich habe das festgestellt,
Ich hab Angst. Und jetzt?
wir haben eine lange Beziehung, bei uns war eigentlich alles in Ordnung und jetzt hat sich im Außen was geändert und plötzlich gibt es so eine Wackeligkeit. Plötzlich fühle ich mich nicht mehr sicher, plötzlich habe ich Angst, was vorher nicht der Fall war. Denn gemeinsam wohnen bedeutet ja auch einen großen Zeitwohlstand und viel Möglichkeiten, miteinander sich zu koordinieren und zu begegnen. Und wenn das plötzlich nicht mehr der Fall ist, dann fallen viele Selbstverständlichkeiten weg. Und das kann total beängstigend sein. Und letztendlich war das auch der Grund für diese Folge, weil ein Mensch mir erzählt hat, dass er aus beruflichen Gründen eben den Wohnraum nicht mehr mit seiner Hauptbezugsperson teilt. Und ja, dieser Mensch hat plötzlich Verlustgefühle gehabt, obwohl in der Beziehung alles gut war und es auch erstmal keine neuen Menschen in der Umgebung gab. Im Grunde genommen ist die Lösung, wie bei allen Dingen, die ich immer wieder sage, nämlich bewusst machen. Also was passiert da tatsächlich? Über- oder unterschätze ich vielleicht einzelne Aspekte? Also zum Beispiel, wenn ich mit jemandem zusammen wohne und dann nicht mehr zusammen wohne, zieht die Person dann direkt mit der anderen Person zusammen und was hat das überhaupt für eine Aussage? Also was macht unsere Beziehung eigentlich aus? Und wenn ein Aspekt sich verändert, also zum Beispiel die andere Person darf auch mit zum Lieblings-Italiener gehen, wie viel Beziehungsintimität nimmt mir das eigentlich weg? Wie nah rutschen unsere Kurven dann an der Stelle überhaupt? Da ist ganz wichtig, da mal einen reellen Blick drauf zu werfen, denn in einzelne Handlungen, wie zum Beispiel auch Sex mit einer anderen Person oder auch das Lieblingshobby mit der anderen Person teilen, das kann schon beängstigend sein, aber das macht ja die restliche Beziehungsintimität, die es ja auch noch gibt, nicht weg. Deswegen ganz wichtig darauf zu gucken, was passiert denn da eigentlich tatsächlich? Schätze ich das alles richtig ein? Wie geht es meiner Partnerperson? Kann ich da mit Menschen drüber reden, um da einen realitätsnahen Blick zu haben? Weil Emotionen machen viele Sachen viel größer, als sie tatsächlich sind. Und in dem Zusammenhang ist es günstig, auch mir zu überlegen, was will ich denn überhaupt? Warum schätze ich diese Beziehung so sehr? Was ist es, was ich von diesem Menschen mir wünsche? Welche Beziehungsbedürfnisse erfülle ich mir mit diesem Menschen und möchte ich mir weiter mit diesem Menschen erfüllen? Und gibt es da Lösungen für. Ich kann dabei auch gut darauf gucken, was ich fühle, denn Gefühle sind ja immer so eine Art Sensor, die mir irgendwas mitteilen wollen. Also wenn ich ein ungutes Gefühl oder eine Angst an einer Stelle habe, kann ich da genau hinschauen und fühlen. Ist es wirklich Angst? Ist es eine Sorge? Ist es eine Panik? Was ist der Unterschied für dich und was will dir das sagen? Welches Thema ist betroffen? Also leider gibt es ja keine Anleitung, wo ich nachschlagen kann, wenn dieses Gefühl ist, dann darf ich auf diese Sache gucken. Aber wenn ich da mir ein bisschen Zeit für nehme und das Gefühl zulasse, dann kommen oft Assoziationen, die mir helfen, rauszufinden, worum es eigentlich geht. Und wenn ich mich auf diesen Weg mache, dann kann ich unter Umständen auch herausfinden, was ich konkret mit dieser Angst tun kann. Warum macht mir das Angst? Was ist genau der Aspekt, der mich nervös macht? Und kann das, was mich da ängstlich macht, anders gelöst werden? Also wenn ich jetzt wieder das Beispiel von einem Italiener nehme, kann ich vielleicht meine Partnerperson bitten, einen anderen Italiener auszusuchen oder kann ich ein anderes exklusives Element, ein anderes Restaurant, ein anderes Musikalbum bei uns als exklusiv einführen. Und wenn ich jetzt den Fall mit dem Umzug nehme, können wir dafür sorgen, dass wir trotzdem täglich Kontakt haben, einchecken. Was lief eigentlich, als wir noch zusammen gewohnt haben, täglich miteinander oder war es überhaupt nicht täglich und was ist es eigentlich, was wir geschätzt haben und was uns als Beziehung definiert hat. Also konkret geht es dann darum, was können wir konkret einführen oder ersetzen oder stattdessen machen, was können wir hervorheben, was vorher auch schon da war, aber jetzt eben besonders bewusst gemacht wird und hervorgehoben wird, um klar zu machen, dass ich mich nicht total vertue. Was die Einschätzung der Beziehungsintimität mit meiner Partnerperson ausmacht und das mit anderen Menschen oder mit Hobbys oder Ähnlichem. Denn tatsächlich muss ich ja sagen, auch ein neuer Job, also ja, der kann Zeitfresser sein, aber letztendlich kann es auch sein, dass ich plötzlich den Eindruck habe, dass der neue Job wie ein anderer Mensch, also eine Konkurrenz ist, weil es eben so eine emotionale starke Bindung gibt. Also was kann ich stattdessen machen? Was können wir stattdessen machen? Da ist natürlich Reden wieder ganz, ganz wichtig. Und was kann ich vielleicht auch zum exklusiven Element machen?
Wiederholung und Fazit
Genau. Jetzt möchte ich nochmal wiederholen, was ich heute gesagt habe, weil ich bin nämlich schon fast am Ende. Also ich habe darüber gesprochen, was Beziehungsintimität ist, dass es schon eine Art Messinstrument ist, wie nah sind wir uns eigentlich und wie nah ist der Job oder die andere Person meiner Partnerperson eigentlich. Und da habe ich darüber gesprochen, dass Intimitäten durchaus auch parallel laufen können und dass das nicht grundsätzlich eine Konkurrenz ist, sondern wir konkurrieren um die Aufmerksamkeit. Und die Beziehungsintimität erhöht sich am Anfang besonders schnell, sodass ich vielleicht schnell Panik bekommen kann, aber über die Zeit wird auch diese Kurve sich ausschleichen und also in Richtung Geraden gehen und dann kann ich mich vielleicht entspannen. Ich habe darüber gesprochen, welche äußeren Umstände meine Beziehungsintimität beeinflussen können und darüber, was zusätzliche Personen betrifft. Mit mir machen, abgesehen davon, dass es weniger gemeinsame Zeit und weniger gemeinsame Erfahrungen gibt. Und wenn wir dann Richtung Lösung gucken, habe ich darüber gesprochen, dass es sinnvoll ist, sich das Ganze bewusst zu machen oder vielleicht auch mal wirklich aufzumalen und mal zu gucken, welche Intimitäten haben wir eigentlich. Weil ganz oft ist gerade in Langzeitbeziehungen ganz viel sehr Wertvolles da, was aber übersehen wird, weil das halt so leise und gewohnheitsmäßig da ist und Aspekte von neuen Beziehungen oder einem neuen Job oder so werden überbewertet. Denn das darf man ja auch nicht vergessen, wenn was neu ist, dann bindet das erstmal Aufmerksamkeit, aber das erledigt sich oft auch ganz schnell wieder. Und abgesehen von dem Bewusstmachen, was tatsächlich passiert ist, darf ich mir auch bewusst machen, was will ich eigentlich? Was fühle ich und was wollen mir diese Gefühle sagen? Was macht mir konkret Angst und warum? Und kann ich das irgendwie anders lösen? Kann ich da auf meine Beziehungsperson zugehen und um etwas bitten oder nach Lösungen suchen? Und dann können wir zusammenschauen, was kann ich einführen? Was kann ich ersetzen? Was kann ich stattdessen machen? Was kann ich hervorheben? Und was kann ich zu exklusiven Elementen machen? Genau. Was ist also das Fazit? Wenn ich nervös werde, weil es einen neuen Job gibt oder jemand umzieht oder es einen besonders sympathischen Arbeitskollegen gibt, dann sehe ich keine weißen Mäuse. Aber das ist nicht sofort grundsätzlich das Ende, wenn es auch eine Intimität mit anderen Aspekten des Lebens gibt. Vergleiche helfen an dieser Stelle nur bedingt. Erst mal, weil wir Menschen durchaus in der Lage sind, verschiedene Aufmerksamkeiten gleichzeitig zu jonglieren. Aber es ändert sich halt auch einfach immer alles. Also nicht nur die äußeren Umstände ändern sich, auch die Personen ändern sich. Und da hilft es nicht immer wieder darauf zu gucken, aber früher war es so und so. Die Menschen haben sich geändert, die Situationen haben sich geändert, also hat sich auch die Beziehung geändert. Und da erstmal nicht in Panik ausbrechen, sondern gucken, wie sieht es denn wirklich aus, unabhängig vom Vergleich mit dem anderen Aspekt. Denn die Aufmerksamkeit ist lenkbar, wenn ich da was herausfinde, was irgendwie hilfreich ist, dann können wir gucken, was damit gemacht wird, dass ich eben weiterhin die Aufmerksamkeit bekomme, die ich haben möchte und die mir meine Partnerperson ja vermutlich auch geben möchte. Also wie immer ein bewusster und transparenter Umgang mit all diesen Herausforderungen hilft total.
Aufruf
Ja, jetzt bin ich am Ende der Folge. Ich habe heute einen ganz besonderen Aufruf. Ich mache ja einige ehrenamtliche Projekte. Und eins davon sind die Kink-Friendly Professionals. Das ist eine Internetseite, in der Menschen gelistet sind, die eben Kink-Friendly arbeiten, also die mit BDSM-Erfahrungen haben oder zumindest eine Toleranz demgegenüber und ein gewisses Wissen. Und die lassen sich dort listen, damit eben Menschen, die Kink-freundliche Beratende suchen, eine Anlaufstelle haben, zusätzlich zu, was weiß ich, therapiesuche.de. Und da haben wir gerade einen Flyer rausgebracht und ja, das Projekt bewegt sich weiterhin und wir haben einfach gemerkt, dass wir noch Hilfe gebrauchen können da. Also grundsätzlich ist jede Hilfe willkommen, aber wir freuen uns vor allem Dingen über grafische Hilfe, über Unterstützung bei Social Media Plattformen, weil die Kink-Friendly-Professionals noch nicht auf jeder Plattform sind und da haben wir im Moment keine Kapazitäten zu. Also wenn du Lust hast, da zu helfen, wenn du grundsätzlich Lust hast, dich ehrenamtlich zu beteiligen, kannst du dich grundsätzlich an mich wenden, weil es ja eben auch noch den Podcast gibt und das tobt. Aber jetzt konkret suche ich was für die Kink-Friendly Professionals und würde mich total freuen, wenn du an diesem Projekt weiter erzählst und eben, falls du Kapazitäten hast, uns da auch tatkräftig mit deiner Hilfe unterstützt und das kannst du selbst steuern. Das kann eine Stunde im Monat sein, eine Stunde im Jahr oder zehn Stunden die Woche. Genau. Und jetzt wünsche ich noch einen fantastischen Resttag. Und wenn dich das Thema interessiert hat, dann freue dich auf die nächste Woche. Da gibt es nämlich eine Praxisfolge dazu. Bis dann.
Outro
Wie schön, dass du bei der heutigen Folge dabei warst. Wir freuen uns, wenn du etwas Wertvolles mitnehmen konntest. Vielleicht magst du es dir kurz notieren? Gab es einen Aha-Moment? Möchtest du etwas vom Gesagten umsetzen? Gibt es jemanden, mit dem du die Folge diskutieren möchtest? Geh für dich los und mach dein Leben lebenswerter. Und vergiss nicht, jede Person darf fühlen, was sie fühlt und hat gute Gründe für alles, was sie tut. Also sei verständnisvoll mit dir und mit deinen Herzensmenschen. So geht alles leichter.
