#112 – Interview mit Fux Wolf

BDSM und Psychotherapie
BDSM und Therapie: Interview mit Dr. Gisela Fuchs‑Wolf über kink‑freundlich vs. kink‑kompetent, Intersektionalität und Wege zur Kostenerstattung.

In dieser Folge spricht Sonja mit Dipl.-Psych. Dr. Gisela Fuchs‑Wolf darüber, wie BDSM/Kink und Psychotherapie gut zusammenfinden. Es geht um Entpathologisierung (ICD‑11), intersektionale Perspektiven in der Praxis, den Unterschied zwischen kink‑freundlich und kink‑kompetent – und sehr konkrete Wege, wie du einen passenden Therapieplatz findest, inkl. Kostenerstattung und Netzwerken.

📌 Themen dieser Folge

  • Grundbegriffe: BDSM/Kink ist keine Diagnose (ICD‑11) – wofür diese Folge gedacht ist
  • Fuchs’ Ansatz: verhaltenstherapeutisch, integrativ, intersektional – kritisch gegenüber pathologisierenden Traditionen
  • Intersektionalität nach Crenshaw: soziale Positionierungen mitdenken, glaubwürdig zuhören
  • Großstadtvorteile, Community und interne Marginalisierungen in der Szene; Forschungslücken
  • Das Buch als Ressource für Fachkräfte: Mindestwissen, übersetzte Guidelines, Handlungsempfehlungen
  • Kink‑freundlich vs. kink‑kompetent: Grenzen kennen, transparent kommunizieren, ggf. weitervermitteln
  • Netzwerke, Supervision/Intervision und rechtliche Hürden durch Schweigepflicht
  • Regionale/überregionale Vernetzung: Berlin, Fachverbände, Listen, Beratungsstellen
  • Kostenerstattung nach §13.3 SGB V: Anspruch, Hürden, Unterstützung
  • Berliner Praxisbeispiel: organisierte Kostenerstattungs‑Netzwerke, Sprechstunden, Dringlichkeitsnachweise
  • Umgang mit renitenten Kassen: Anspruch kennen, selbstbewusst durchsetzen
  • Konkrete Tipps für Therapiesuchende: queere Beratungsstellen, Community, Listen/Verbände, Workshops
  • Früh klären: Respekt vs. Kompetenz – Bindungen nicht unnötig schmerzhaft werden lassen
  • Abschluss: Buch lesen, Wege zur Versorgung nutzen, Ressourcen gemeinsam sammeln

💡 Das Wichtigste in Kürze

  • BDSM/Kink ist nicht pathologisch – Respekt ist Basis, Kompetenz kommt oben drauf.
  • Intersektional denken: Symptome sind nicht nur individuell, Kontext zählt.
  • Kink‑freundlich ≠ kink‑kompetent: früh abklären, ggf. rasch wechseln.
  • Kostenerstattung (§13.3 SGB V) ist ein Rechtsanspruch – Umsetzung braucht Wissen und Rückenwind.
  • Nutze Community, queere Beratungsstellen und Fachlisten – Vernetzung öffnet Türen.
  • Therapeutys: Guidelines lesen, eigene Grenzen benennen, weitervermitteln und interprofessionell vernetzen.

🔗 Links & Ressourcen zur Folge

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