#118- Podcastpause und entlieben lernen

Update zur Podcastpause und wie ich mich entlieben kann

Intro

Hallo zusammen und willkommen bei Mopoko. Heute gibt es nur eine kurze Wasserstandsmeldung und einen wahnsinnig praktischen Tipp mit dem Umgang mit dem eigenen Gehirn zum Thema Verlieben und Entlieben. Also erstmal die kurze Zwischenstandsmeldung. Uns gibt es noch.

Zwischenstandsmeldung

Ja, und wir arbeiten ganz fleißig im Hintergrund, all das ein bisschen zu verbessern, was uns im Alltag ein bisschen schwerfällt zu verbessern, was uns während des laufenden Produktionsprozesses ein bisschen schwerfällt, das zu verändern. Wir haben schon neue Skripte geschrieben für das Intro und haben über die Folgenreihenfolge diskutiert, also Weiterpraxisfolgen. Ja, nein, war das Thema. Wie sieht es mit der Frequenz aus? Also sind gerade total im Prozess und da passiert ganz viel. Ich bin gerade dabei, also ich habe schon die Folge aufgenommen, Balance zwischen geliebten Menschen. Da kannst du dich drüber freuen. Da geht es darum, herauszufinden, wie fülle ich eigentlich meinen Kalender und was für Challenges habe ich da. Dann ist die nächste Auffallnahme, die folgt, das Wheel of Consent. Das ist eine Methode, wo es um Verhandlungen geht. Super spannend und ich bin sehr gespannt, wie ich das hinkriege, ein Konzept, das so komplex auf dem Papier anzuschauen ist, in auditiv zu übermitteln. Und die Folge, auf die ich mich im Moment am meisten freue, da habe ich mit der Vorbereitung, bin ich noch nicht zu Ende, ist Lust. Also das Thema Lust, wo so viel drin steckt, wo wir auch diskutiert haben im Podcast-Team über männliche und weibliche Lust und sollte man das eigentlich so lassen und wer ist im Vorteil und wer ist im Nachteil und sollte man das überhaupt vergleichen. Also super spannend. Die Folgen sind also in Bearbeitung und jetzt komme ich auch schon,

Neuroplastizität

weil ich will es ja kurz machen heute, zu dem Input, den ich gerne euch mitgeben möchte. Unser Hirn ist ja oder besitzt ja die Eigenschaft der Neuroplastizität. Was heißt das? Die Bahnen, die im Gehirn sind, die 100 Millionen oder Milliarden, ich weiß es gar nicht, die sind veränderbar. Also ständig werden irgendwo neue Straßen gebaut, ausgebaut, alte Straßen abgebaut oder kleiner gemacht. Und das zeigt sich eben auch in veränderten Denkmustern. Also das geht natürlich einher. Und diese Neuroplastizität kannst du nutzen im Alltag, denn unser Hirn ist ein Work in Progress. Das ist eigentlich ein Gewohnheitstier, das voll ist mit Genetik. Schlimme Dinge muss ich mir mehr merken als nicht so schlimme Dinge, weil es ist eben wichtiger zu wissen, wo der Säbelzahntiger wohnt, als wo die guten Himbeeren sind. Das ist voll mit Gewohnheiten aus der Kindheit, Denkstrukturen, die du dir angewöhnt hast. Aber es ist eben genau das. Es ist an vielen Stellen eine Gewohnheit. Achtsamkeit kann ich lenken. Das habt ihr schon ganz viel gehört. Aber was hat das mit Beziehungen zu tun? Ich sage das ja ganz oft,

Was hat das mit Beziehungen zutun?

dass Liebe und Beziehung eigentlich zwei unterschiedliche Dinge sind. Glücklich ist es natürlich, wenn beides zusammenkommt. Wenn eine Liebe da ist, kriegen wir es hoffentlich hin, das Projekt Gute Beziehungen gut auf den Weg zu bringen. Und wenn wir eine gute Beziehung haben, dann steigert das auch in irgendeiner Form die Liebe. Und wo steht das, wo wird das dann zum Problem? Naja, immer dann, wenn ich denke, naja, wir haben uns beide darauf geeinigt, Beziehung taugt nicht mit uns. Das kriegen wir irgendwie nicht hin. Oder es gibt einen Dealbreaker, weil eine Person Kinder will und die andere nicht und ihr euch nicht darauf einigen konntet, wie ihr das innerhalb eurer Beziehung individuell regeln könnt. Was völlig valide ist natürlich. Also dieses Bild, das mit einer romantischen Person zu machen, also Kinder groß zu ziehen, ist für manche nicht mehr zutreffend, aber für manche eben doch. Naja, jedenfalls, wenn du dann vor diesem Problem stehst, dann hast du eben das Ding, du liebst den Menschen ja trotzdem noch. Und das ist manchmal gar nicht so günstig. Und wie kriegst du dich entliebt? Oder wie kriegst du deine Gefühle in Zaum gehalten, wenn du in einer monogamen Beziehung bist und dich ein bisschen verguckt hast und weißt, romantische Gefühle für andere Menschen sind nicht in Ordnung. Was machst du denn dann? Bist du dann deinen Gefühlen total hilflos ausgeliefert? Ich glaube nicht. Ich glaube, dass wir natürlich nur in einem gewissen Rahmen Einfluss nehmen können auf unsere Gefühle und unsere Gewohnheiten und so. Also als Beispiel nehme ich immer die Spinnenphobie. Also genetisch ist es uns schon einprogrammiert, dass wir Spinnen erstmal mit Vorsicht betrachten, weil es gibt welche, die sind für uns ganz schön gefährlich. Aber dass wir in unserer, in Deutschland Angst, also wirklich Spinnenphobiker haben, das liegt nicht daran, dass wir hier giftige Spinnen haben. Denn wir haben hier keine, also es gibt immer mal wieder Neubürgerinnen, die unter Umständen giftig sein können, aber tödliche Spinnen, meines Wissens, gibt es die hier für erwachsene Menschen noch nicht. Aber warum gibt es dann Spinnenphobie? Ich glaube, und es gibt viele Forschungen und Menschen, die das ähnlich sehen, dass es vielleicht eine Prävalenz gibt. Also so ein, ich gucke mal, ob Spinnen vorsichtig sind. Und welche Erfahrungen ich dann mit Spinnen mache, das entscheidet darüber, wie ich mich fühle, wenn ich das nächste Mal eine Spinne sehe. Also wenn ich jedes Mal, wenn ich eine Spinne sehe, ein Riesentheater in mir zulasse oder mache, von klein auf, weil vielleicht die Umwelt das auch macht, weil direkt gesagt wird, Spinnen und nicht gesagt wird, ja, das sind nützliche Tiere, die sorgen dafür, dass wir hier weniger Mücken haben und die tun mir nichts. Dann können wir uns diese Spinnenphobie regelrecht heranziehen. Damit will ich nicht sagen, dass wenn du eine Spinnenphobie hast, du selber schuld bist. Ich glaube, dass da eben ganz viele Faktoren sind, vor allen Dingen eben, wie früh das anfängt. Und wenn du schon mit vier lernst, dass deine Mutter Angst vor Spinnen hat, dann übernimmst du das natürlich. Aber dieses Phänomen und auch die Tatsache zum Beispiel, dass ich durchaus mir meinen Geschmack umerziehen kann, wobei das noch andere Gründe hat, aber das zeigt eben, dass ich einen gewissen Einfluss auf meine Gefühle auch habe und das eben auch eine Übung ist. Und mit der sogenannten Expositionstherapie können ja auch Phobien zum Beispiel rückentwickelt werden. Und das passiert, indem ich mich eben mit dem Trigger, also mit dem, was meine Angst auslöst, immer wieder so lange beschäftige, bis ich da neutrale bis positive Gefühle habe. Und genau dasselbe kann ich auch mit meinen Partnermenschen machen. Also wenn ich jedes Mal, wenn ich den Menschen, den ich gar nicht mehr lieben will, sehe, Wenn ich überwältigt werde von Gefühlen und die danach nähere und denke, oh ja, das ist wirklich ganz schön groß und ich bin da ganz hilflos und ich bin dem ganz hilflos gegenüber ausgeliefert, ich kann da ja gar nichts zu und ach, der ist aber auch niedlich und guck mal, wie charmant er war und wie schade ist das denn, was wir nicht zusammen sein können, dann macht das in unserem Hirn andere Bahnen und Erfahrungen, als wenn ich sage, ja, da war es wieder. Sehr schade und meine bewusste, selbstwirksame und selbstbestimmte Entscheidung ist, dass ich diese Liebe loslassen möchte. Und vielleicht möchte ich dann, wenn ich diese Begegnung hatte. Auch dafür sorgen, dass das Ganze nicht mit so positiven Gefühlen abgespeichert wird. Also vielleicht könnte ich mir dann klar machen, der lässt immer, ich kann so froh sein, weil der lässt immer die Tasse auf der Spülmaschine stehen, anstatt sie reinzuräumen. Damit habe ich nichts mehr zu tun. Oh, ich kann jetzt wieder daten. Oh, wie schön ist das. Ich bin jetzt endlich wieder frei. Also wenn ich das das erste Mal mache, mir solche Sachen zu sagen. Wird es wahrscheinlich noch großen Widerstand in mir geben oder so diese Trauer, die da gleichzeitig noch ist oder die Angst, wie ist das, wenn ich dann alleine bin. Aber ich kann das trainieren und ich finde nicht, dass ich das muss. Aber wenn mein Ziel ist, mich zu entlieben, dann macht es Sinn, die Erfahrung, die ich in der Begegnung mit diesem Menschen habe, in der Rückschau in eine andere Stimmung zu bringen. Denn wenn ich immer wieder in den Momenten total geflasht bin und meine Liebe so nähere und meine Aufmerksamkeit darauf gebe und der Liebe so viel Raum gebe, dann wird die Liebe bleiben. Wenn ich aber dem Raum gebe, dass ich denke, ich bin eine selbstbestimmte Persönlichkeit, wir haben uns aus den und den Gründen darauf geeinigt, es ist viel klüger, dass ich mich auf etwas Neues auslasse und auch wirklich versuche, mir selber die Erlaubnis zu geben, das loszulassen, auch wenn es schade ist und die Erinnerung gleichzeitig in Ehren zu halten, aber eben mich nicht mehr darauf einzulassen, wenn ich mir, genau wie bei einer Diät, sage, okay, ich möchte das gerade nicht mehr. Dann habe ich in gewisser Form einen Einfluss darauf. Und wenn das immer wieder passiert, wenn ich immer wieder statt, oh nein, der ist so süß und ich möchte ihn eigentlich wiederhaben, sage, ich bin sehr zufrieden mit der Entscheidung, dass ich diese Beziehung beendet habe. Wenn das der Fall ist, das solltest du natürlich prüfen. Ich bin sehr zufrieden damit, dass ich jetzt wieder frei bin, dass ich aufbrechen kann zu neuen Ufern und das als positive Chance werte. Dann gehe ich mit dieser Geschichte einfach ganz anders um. Und dasselbe ist natürlich, wenn ich ein bisschen verliebt bin in eine Person, auch dann habe ich die Möglichkeit, diese Gefühle zu nähren, ihnen einen Raum zu geben und sie damit zu verankern oder sie ein bisschen klein zu halten. Also als Beispiel, wenn ich jemanden toll finde, weiß ich nicht, einen Arbeitskollegen oder eine Arbeitskollegin und wirklich denke, ich bin wirklich vielleicht ein bisschen verliebt, dann kann ich mir entweder erlauben, in dieser Verliebtheit zu schwelgen und diese schönen Gefühle zu genießen. Und das hat sicher Vorteile, weil das ist nämlich schön. Oder ich kann darauf schauen, okay, was mache ich denn jetzt damit? Gibt es da eine Chance? Ist das gefährlich? Bin ich vielleicht in einer monogamen Beziehung, wo das eigentlich nicht erlaubt ist? Und möchte ich diesen Gefühlen nachgeben? Also es geht gar nicht darum, sich schlecht zu gefühlen oder ein schlechtes Gewissen zu haben, sondern es geht darum, zu überlegen, dass wenn ich mit dieser Person vielleicht auch noch Nachrichten austausche, wo ich dann wieder einen Dopamin-Kick kriege, weil die ja so nett ist. Und wenn ich mir selber dann auch sage, ach, die sieht so gut aus und es würde so gut passen und sich erlaubt zu träumen, dann werden diese Gefühle bestätigt. Damit will ich nicht sagen, träum nicht mal davon. Nur wenn dein Ziel ist, diese Verliebtheit in Grenzen zu halten oder vielleicht sogar loszulassen, dann macht es Sinn, das auch zu tun. Und wenn du aber denkst, ich möchte wieder mehr Kribbeln in meiner Beziehung haben, ich möchte wieder mehr die schönen Seiten sehen und eine rosa-rote Brille aufhaben, dann lohnt es sich, sich das ein Stück weit anzutrainieren und die Bereiche anzugucken, wo du auch fühlst, dass du die Person toll findest. Vielleicht dich daran zu erinnern, warum du diese Person toll gefunden hast. Und wenn das in dir resoniert, dann kannst du durch eine Aufmerksamkeitslenkung, diese Gefühle verstärken oder verringern. Natürlich ist mir klar, dass das Grenzen hat. Natürlich ist mir klar, dass du dir nicht selber Positives aufsprechen solltest und dich dazu zwingen solltest, sondern es sollte immer in Resonanz mit dir selber sein. Habe ich da vielleicht ein Fünkchen? Von, ich bin eigentlich froh, dass die Beziehung zu Ende ist und kann ich diesen Funken bestärken. Das ist halt genau dieselbe Geschichte wie bei Menschen, die eine Depression haben, dass ich versuche, also neben der Strategie rauszufinden, wo ist die Ursache und die Ursache zu beseitigen, auch gucke, was gibt es für Gegengewichte. Welche Momente der Freude, des Glücks, der Zufriedenheit habe ich und wie kann ich die nähren? Ja, das ist also Gedanken im Gehirn sind wie kleine Pflanzen. Und wenn du denen Aufmerksamkeit gibst, denen Nahrung gibst und denen Wasser gibst, dann werden sie größer. Und wenn du den schlechten Gedanken oder den Gedanken, die du nicht haben willst, Aufmerksamkeit gibst, dann werden auch die größer. Es gibt so eine Sage, die ich heute in meiner Meditations-App gehört habe. Ich sage nicht, welche es ist, aber vielleicht freust du dich, weil du sie auch hast. Und da wurde gesagt, dass ein alter Mann, der seinem Enkel die Welt erklären wollte, gesagt hat, es gibt zwei Wölfe in jedem Menschen, den der Wut und negative Gedanken und Verurteilung und Hass bringt. Und der weiße Wolf, der Güte und Freundlichkeit und Wohlwollen mit sich trägt und auf Glück und Zufriedenheit guckt. Und die beiden Wölfe kämpfen in einem jenen Gehirn. Und dann fragt der Enkel irgendwann, und welcher Wolf gewinnt am Ende? Und dann sagt der Mann, der Wolf, den du nährst. Und das finde ich ein so schönes Bild, weil… Klar, wenn die Wölfe miteinander kämpfen und die sind vielleicht gleich stark, irgendwann werden die beide umfallen. Es sei denn, sie kriegen Futter und Wasser. Und der Wolf, dem du Futter und Wasser gibst, der wird am Ende siegen. Wobei, ich glaube nicht, dass das so passiert. Aber, also ich glaube nicht, dass es am Ende eine Entscheidung geben muss. Aber ich glaube, dass du jeden Tag wieder die Wahl hast, ob du dem weißen Wolf was zu essen gibst, der dich mit Freude und Gelassenheit füllt. Oder ob du dem schwarzen Wolf zu essen gibst, der dich mit Hass und Abwertung in dem schlechten Vergangenen festhält, was du erlebt hast. Das war mein Wort zum Sonntag. Wenn du Fragen dazu hast, melde dich gern. Ansonsten freue ich mich total, wenn du unseren Podcast weiter empfiehlst und vielleicht auch die eine oder andere alte Folge, die du geliebt hast, an Menschen weiterleitest. Zum Beispiel die Folge mit Dirk über Neurodivergenz oder Bindungsmuster oder die vielen Folgen über Grenzen und Eifersucht, die wir gemacht haben. Oder ja, schau doch einfach mal nach, ob du was findest, was du richtig, richtig schön findest und nochmal hören möchtest und dann vielleicht an eine andere Person weiterleiten möchtest.

Tag der offenen Beziehungstür

So, zum Schluss möchte ich noch auf was aufmerksam machen, das für alle Menschen relevant ist, die Interesse an nicht monogamen Beziehungskonzepten haben. Am 28.02. gibt es kostenlos und online einen ganzen Tag Input zum Thema nicht monogame Beziehungen. Leonie Henning und ich organisieren jedes Jahr den sogenannten Tag der offenen Beziehungstür, kurz TOBT, zusammen mit der ehrenamtlichen Polyamorie-Szene. An dem Tag erzählen Menschen in Zoom-Räumen aus ihrem Alltag mit nicht monogamen Konzepten und reden zu Themen, die sie interessieren und stehen für alle Formen von Fragen zur Verfügung. Also alles, was du wissen willst, kannst du da fragen. Vor allem für Menschen, die bisher wenig Kontakt zu nicht monogam lebenden Menschen und der entsprechenden Szene haben, ist es eine voll gute Chance, an Informationen zu kommen und sich auch eine Meinung zu bilden darüber, was sie da zu denken und fühlen. Wir freuen uns total, wenn du das an allen möglichen Stellen erzählst und bewirbst, sodass noch mehr Menschen frei haust, das Handwerkzeug dafür bekommen, erfüllende Beziehungen zu leben. Egal in welcher Form, das ist ja das Ziel vom Podcast. Den Stundenplan und alle weiteren Infos dazu findest du unter netzwerk-polyamorie.de. Melde dich auch gern direkt bei mir oder Leonie, falls du Lust hast, nächstes Jahr selbst einen Input zu geben oder im Hintergrund mitzuwirken. Dazu kannst du auch die E-Mail-Adresse tobt.sonjajoengling.de nutzen. Und jetzt wünsche ich dir einen fantastischen Tag. Bis dann!


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