📌 Themen dieser Folge:
- Wunsch vs. Absprache: Warum ein Wunsch kein Handlungsauftrag ist
- Ärger über unerfüllte Wünsche: verdeckte Erwartungen erkennen
- Vom Wunsch zur Vereinbarung: Zustimmung, Freiwilligkeit, „enthusiastisches Ja“
- Verhandeln mit Skalen: Wichtigkeit, Aufwand und realistische Umsetzbarkeit
- Beispiel Übernachtungen: Gründe darlegen, Lösungen finden (z. B. räumliche Trennung)
- Wünsche als Erfüllungsstrategien für Bedürfnisse – Alternativen prüfen
- Temporäre und anpassungsfähige Absprachen statt starrer Regeln
- Wenn Wünsche wiederholt unerfüllt bleiben: Absprache aushandeln, Nachverhandlung ermöglichen
- Verständigung und Empathie als Grundlage
💡 Das Wichtigste in Kürze
- Ein Wunsch ist Information, keine Verpflichtung.
- Ärger kann zeigen: Aus Wunsch wurde (unausgesprochene) Forderung.
- Absprachen brauchen freiwillige Zustimmung – idealerweise ein enthusiastisches Ja.
- Vereinbarungen sind verhandelbar, befristbar und anpassbar.
- Klärt das zugrunde liegende Bedürfnis, nicht nur die Wunschform.
- Skalen helfen, Wichtigkeit und Aufwand sichtbar zu machen.
- Sucht alternative Erfüllungswege für Bedürfnisse.
- Wiederholte Nichterfüllung kann eine Absprache oder Sicherheit rechtfertigen.
- Meinungsänderungen sind legitim – offen kommunizieren und nachverhandeln.
- Empathie erleichtert Aushandlung und Umsetzung.
📣 Aufruf Wenn dir die Folge geholfen hat, teil sie gern mit Menschen in deinem Umfeld. Verständigung wird leichter, wenn alle den Unterschied zwischen Wunsch und Absprache kennen.
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Credits:
🎧 Danke fürs Zuhören – lass uns gemeinsam die Welt liebevoller und verständnisvoller machen – für dich, für deine Beziehung, für alle! ❤️
Zu Sonjas Beziehungs-Coaching und Blog-Beiträgen: https://sonjajuengling.de/
Intro
Willkommen bei Monopoly & Co., dem Non-Profit-Wissens-Podcast für Beziehungen in allen Formen. Ich bin Sonja Jüngling, Paar- und Sexualberaterin und außerdem Beziehungsbegeisterte, Abenteurerin und Gegensatzaushalterin. Mein wundervolles Team und ich liefern dir frei Haus und kostenlos alles, was du für die individuelle Gestaltung deiner Beziehungen benötigst. Mit ganz praktischen Tipps, Insights und Interviews. Schön, dass du für dich losgehst. Nutz gern zusätzliche Unterstützungsangebote und schaff Raum für das, was dich bewegt. Und nun viel Spaß mit der heutigen Folge.
Einleitung
Guten Tag, wir haben ein neues Folgenformat und du hörst jetzt das erste davon. Die Podcastpause hat gezeigt, dass die kleinen Impulse, die ich da mitgebe, durchaus auch einen Hörwert haben für euch anscheinend. Und deswegen haben wir gedacht, das können wir ja aufrechterhalten und heute gibt es so eine kleine Impulsfolge. Das Thema ist, wünschen sind keine Absprachen. Der Satz klingt jetzt erstmal
Vorstellung des Themas
in sich stimmig, würde ich sagen, aber was genau heißt das überhaupt und wieso erzähle ich das? Ja, wieso erzähle ich das, weil ganz viele Menschen empört sind, dass ihre Wünsche nicht erfüllt wurden. Aber Wünsche sind eben genau das. Wünsche, die können erfüllt werden oder eben nicht. Und wenn du sauer darüber bist, wenn dein Wunsch nicht erfüllt wird, dann war es wahrscheinlich kein Wunsch, sondern eine Forderung oder dann wäre vielleicht nötig, eine Absprache zu treffen. Wenn deine Wünsche dauerhaft nicht erfüllt werden, dann kann es auch sinnvoll sein, eine Absprache zu treffen. Aber was genau heißt denn das eigentlich? Was ist der Unterschied zwischen einem Wunsch und einer Absprache?
Wunsch vs. Absprache
Ein Wunsch ist eine Information, die ich gebe. Ich wünsche mir das. Vielen Dank für diese Information. Kann ich benutzen oder eben nicht. Wir sind aber gewöhnt, dass Wünsche als Handlungsaufforderung gesehen Das sehe ich aber anders und ich halte das auch nicht für zielführend. Wenn es eine Handlungsaufforderung ist, dann darf ich das gerne anders formulieren und auch anders kommunizieren. Ein Wunsch wird zu einer Absprache, wenn die andere Person den Wunsch aufnimmt und einwilligt. Oder eine Absichtserklärung gibt, dass sie vorhat, das zu berücksichtigen. Auch das muss nicht immer gleich eine Absprache sein, weil diese Bestätigung, dass ich dir deinen Wunsch gerne erfüllen möchte, heißt eben auch, dass es sein kann, dass ich das nicht tue. Und dann habe ich wahrscheinlich gute Gründe dafür. Also wie wird aus einem Wunsch eine Absprache? Eine Absprache ist ja im Grunde genommen eine Abmachung, ein Vertrag. Also wenn ich mir zum Beispiel wünsche, dass du mit anderen Personen keine Übernachtung machst, egal ob FreundInnen oder PartnerInnen oder Bekannte oder was auch immer, dann bedarf es da einer Freiwilligkeit, einer Zustimmung, einer Einverhandnämlichkeit. Also ich könnte dann zum Beispiel sagen, ich würde mir wünschen, dass du nicht mit anderen Menschen übernachtest, weil, dann erzählst du deine Gründe, wäre es möglich, dass wir uns da irgendwie einigen. Und dann redet ihr so lange weiter, bis ihr beide mit einem enthusiastischen Ja sagen könnt, jo, das ist was, das können wir beide leisten. Weil die Person, die den Wunsch erfüllen darf und damit in die Absprache einwilligt, die darf natürlich auch sagen, ja, das kann ich mir vorstellen, aber das ist schon für mich schwierig. Dafür möchte ich gerne das und das haben. Vielleicht, dass du auch nicht woanders übernachtest oder dass du jedes Mal, wenn ich nicht übernachtet habe, obwohl ich da Lust drauf habe, mir eine Fußmassage gibst oder was auch immer. Ja, das kann alles möglich sein. Aber es ist im Grunde genommen wie so So ein vorübergehender Vertrag, der darf jederzeit auch verändert werden, aber bitte erst im Nachgang. Also nicht, wir haben uns eigentlich darauf geeinigt und jetzt entscheide ich mich anders und dann erzähle ich das hinterher, sondern ich merke, die Absprache ist für mich irgendwie nicht mehr bindend oder kostet mich zu viel Kraft. Da möchte ich nochmal drüber reden, bevor ich irgendwas unternehme. Und was heißt das? Ich stimme zu in die Absprache. Also das kann entweder aus mir heraus ein enthusiastisches Ja sein, weil das, was die andere Person sich wünscht oder von mir erwartet und für die andere Person so wertvoll ist. Man könnte an der Stelle zum Beispiel mit Skalen arbeiten und fragen, wie wichtig ist dir, dass ich nicht bei anderen Personen übernachte? Und dann sagt die Person vielleicht sieben oder acht oder neun oder fünf. Und dann kann man gucken, wie viel Mühe kostet es mich denn, mich an diese Absprache zu halten. Im Idealfall ist es 0 oder 1, wenn es aber mehr ist, dann braucht es vielleicht was dazu. Also es gibt ja Dinge, zu denen willige ich ein und zwar mit voller Inbrunst, obwohl ich in mir spüre, dass es eigentlich doof ist. Aber vielleicht mache ich es trotzdem, weil langfristig ich da was von habe. Also zum Beispiel, wenn ich mich jetzt auf eine monogame Partnerschaft einlasse… Und denke, ich habe jetzt 20 Jahre Polyamor gelebt und jetzt darf ich nur noch mit einer Person Sex haben und mit einer Person emotionale Intimität haben, dann ist es vielleicht für mich einschränkend. Aber vielleicht mache ich es trotzdem gern, weil ich inzwischen entdeckt habe, dass die Monogamie was Wundervolles für mich ist. Oder ich willige ein zu sagen, okay, ich kann mir vorstellen, ein Jahr monogam zu leben und dann reden wir weiter. Ja, so dass ich ein enthusiastisches Ja habe, auch für etwas, was mir nicht gefällt. Es ist wieder wie ganz oft die Überraschungseisituation. Ich kann ein enthusiastisches Ja haben, weil ich mich freue, dieses Überraschungsei essen zu dürfen. Und ich kann ein enthusiastisches Ja haben, in dem ich das Überraschungsei nicht esse, weil ich mich darauf freue, hinterher zwei zu kriegen. Also guck da gut in dich rein, ob du zu einer Absprache zustimmen kannst. Weil wenn du das nur mit Zähne knirschen machst oder nur für die andere Person oder nur um das lieben Friedenswillen, dann wirst du die Absprache vermutlich nicht gut halten können. Und dann ist es keine gute Absprache. Eine gute Absprache ist es nur dann, wenn es Win-Win ist. Und wenn ihr da nicht hinkommt, dann könnt ihr euch Hilfe holen, dann könnt ihr nochmal nachdenken, dann könnt ihr nachverhandeln, nochmal raufgucken. Okay, was ist eigentlich? Also ein Wunsch ist ja immer nur eine Erfüllungsstrategie für ein Bedürfnis. Und es gibt ja für dieses Bedürfnis vielleicht auch noch andere Erfüllungsstrategien. Also was für eine Absprache könnte es dann noch geben, wenn es zum Beispiel um diese Übernachtung geht? Vielleicht geht es mir gar nicht darum, dass du nicht bei anderen Leuten in der Wohnung übernachtest, sondern vielleicht geht es um den intimen Moment vor dem Einschlafen. Und das ist vielleicht für mich ein Exklusivitätspunkt, wo ich sage, das möchte ich eigentlich, dass nur wir beiden das haben. Und dann könnte man das so regeln, dass man sagt, okay, du kannst im Haushalt von einer anderen Person schlafen, aber nicht im gleichen Zimmer. Und dann aber wirklich auch die Frage, und wie ist das für dich? Kannst du das mit einem enthusiastischen Ja bekunden oder brauchst du was dafür? Was ist der Grund, dass du überhaupt mit anderen Menschen in einem Raum oder Zimmer oder Bett schlafen willst und was ist der Aspekt, der für dich wichtig ist und könnte man den vielleicht anders herstellen? Genau, also Wünsche sind erstmal Wünsche, die können erfüllt werden oder nicht
Zusammenfassung
und wenn sie dauerhaft nicht erfüllt werden, dann darfst du natürlich empört sein, hilft dir aber an der Stelle nicht, sondern dann kann es sinnvoll sein zu gucken, okay, brauche ich da vielleicht eine Garantie, brauche ich da vielleicht eine Sicherheit, brauche ich da vielleicht eine Absprache und wenn ich das brauche, dann gehe ich zu meiner Partnerperson oder zu der Person, um die es geht, das können ja auch einfach Arbeitskolleginnen oder so sein, zu gucken, okay, an welcher Stelle brauche ich für meine Wünsche eine Absprache, weil ich merke, der Wunsch alleine sorgt nicht dafür, dass die Welt sich so verhält, wie ich das brauche. Und dann kann ich eben gucken, brauche ich hier an dieser Stelle eine Absprache. Und ich glaube, ich brauche das nicht nochmal erwähnen, aber ein enthusiastisches Ja gibt es nur dann, wenn ich jederzeit die Möglichkeit habe, meine Meinung zu ändern und dann darf neu diskutiert werden. Und in Ich ändere meine Meinung ist erstmal nicht per se eine Beziehungsaussage, sondern da geht es erstmal darum, ich merke, mir macht das Mühe, ich brauche da was anderes. Also es ist eher ein Für-mich-als-ein-Gegen-Dich. Genau, das war es schon von mir. Sieben Minuten. Ich wünsche einen fantastischen Resttag und freue mich, wenn du diese Folge an jemanden weiterschickst, für die, die interessant sein könnte. Bis dann.
Outro
Wie schön, dass du bei der heutigen Folge dabei warst. Wir freuen uns, wenn du etwas Wertvolles mitnehmen konntest. Vielleicht magst du es dir kurz notieren? Gab es einen Aha-Moment? Möchtest du etwas vom Gesagten umsetzen? Gibt es jemanden, mit dem du die Folge diskutieren möchtest? Geh für dich los und mach dein Leben lebenswerter. Und vergiss nicht, jede Person darf fühlen, was sie fühlt und hat gute Gründe für alles, was sie tut. Also sei verständnisvoll mit dir und mit deinen Herzensmenschen. So geht alles leichter.
