Höre dazu auch unsere Themenfolge Angst verlassen zu werden
📌 Themen dieser Folge:
- Wenn Neues viel Aufmerksamkeit frisst: Mangelgefühle, Warten und die Angst, ersetzt zu werden
- Erste Hilfe: Absprachen prüfen, Beziehungsbasis stärken, Stress regulieren, transparent kommunizieren
- Typische Meilensteine bei neuen Kontakten (Wochen/Monate/Jahre) und warum sie triggern
- Selbstempathie statt Panik: den Wert der bestehenden Bindung sehen und eigene Themen angehen
- Sex ist nicht das Maß aller Dinge: Intimität hat viele Formen
- Nähe jenseits von Sex: gemeinsame Projekte, Quality Time, ruhiges Nebeneinander, gelöste Konflikte
💡 Das Wichtigste in Kürze
- Aufmerksamkeit lässt sich lenken; „Neues“ bindet oft nur vorübergehend viel Fokus.
- Erst klären: Ist es wirklicher Statusverlust – oder fehlen klare Absprachen und alltagstaugliche Routinen?
- Stabilisiere eure Basis: Rituale, Verlässlichkeit, transparente Kommunikation – mit Geduld statt Druck.
- Stressregulation (auch mit externer Hilfe) schafft Handlungsspielraum.
- Meilensteine in neuen Kontakten triggern häufig – nütze Selbstempathie und Entwicklungsschritte.
- Sexualität ist phasenhaft und kein verlässliches Maß für Intimität.
- Intimität zeigt sich vielfältig; gelöste Konflikte können tiefe Verbindung schaffen.
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Credits:
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Zu Sonjas Beziehungs-Coaching und Blog-Beiträgen: https://sonjajuengling.de/
Intro
Willkommen bei Mono, Poly & Co., dem Non-Profit-Wissens-Podcast für Beziehungen in allen Formen. Ich bin Sonja Jüngling, Paar- und Sexualberaterin und außerdem Beziehungsbegeisterte, Abenteurerin und Gegensatzaushalterin. Mein wundervolles Team und ich liefern dir frei Haus und kostenlos alles, was du für die individuelle Gestaltung deiner Beziehungen benötigst. Mit ganz praktischen Tipps, Insights und Interviews. Schön, dass du für dich losgehst. Nutz gern zusätzliche Unterstützungsangebote und schaff Raum für das, was dich bewegt. Und nun viel Spaß mit der heutigen Folge.
Begrüßung und Einleitung
Hallo und willkommen zu einer Praxisfolge hier bei MoPoCo. Heute erzähle ich drei Phänomene aus der Praxis zum Thema Ich habe Angst, verlassen zu werden. Wenn dich das Thema interessiert und du die Themenfolge noch nicht kennst, in der ich über Beziehungsintimität rede, dann solltest du die vorher kurz hören. Die ist auch gar nicht so lang, aber die wird dir vermutlich helfen, diese Folge ein bisschen besser zu verstehen.
1. Phänomen
Okay, drei Phänomene habe ich gesagt. Das erste ist, etwas tritt in das Leben meiner Partnerperson und bindet lang und oder intensiv die Aufmerksamkeit meiner Partnerperson. Also zum Beispiel ist der Job plötzlich viel wichtiger als alles andere. Oder ein neues Hobby, Handstandtraining zum Beispiel, kann sehr allumfassend sein, Wenn man dann auch in so eine Community reinkommt. Oder es gibt tatsächlich im Leben meines Beziehungsmenschen eine neue Person, die vorhat zu bleiben offensichtlich und auch auf dem romantischen Spektrum Gefühle hervorruft. Oder die Gefühle hervorruft in demselben Bereich, in dem ich mich bewege, wenn ich zum Beispiel aromantisch oder asexuell bin. Und was dann oft passiert ist, dass ich so ein bisschen in Warteposition bin. Wann kommt sie wieder zu Sinnen? Ich bin total im Mangel, weil eben plötzlich Sachen nicht mehr passieren, die vorher passiert sind. Und eine Warteposition und Mangel, das macht für gewöhnlich Stress und Unentspanntheit. Das sorgt nicht unbedingt dafür, dass die Beziehung, wenn sie denn stattfindet, besonders leicht und wunderbar ist und das alles zusammen macht wirklich ganz blöde Gefühle und blöde Situationen bei beiden Menschen. Aber die Person, die darauf wartet, dass der Job endlich nicht mehr so wichtig ist, hat dann oft das Gefühl, dass das Neue viel toller ist als ich und dass ich vielleicht ersetzt werde. Also nun ersetzen Menschen üblicherweise nicht ihre Beziehungsmenschen durch den Job, aber es ist durchaus vorgekommen, dass das passiert, auch wenn es offiziell nicht so benannt wird. Genau, was mache ich denn dann? Zumal ja dann auch durch die wenigere Zeit und vielleicht auch meinen Stress die gemeinsamen schönen Momente noch weniger werden. Und das untergräbt die Beziehungsstabilität noch mehr und sorgt auch dafür, dass es noch weniger Beziehungsintimität gibt. Also das mache ich dann. Erstmal bewusst machen, was wirklich passiert. Also ist das, was passiert, klaut mir das tatsächlich meinen Status oder geht es vielmehr darum, im Alltag rauszufinden, dass es ein paar Sachen gibt, die mir einfach fehlen oder die einfach nicht in Ordnung laufen. Also zum Beispiel, wenn die Person immer sagt, sie ist um sechs zu Hause und kommt erst um neun, dann hat das ja vielleicht gar nichts mit Beziehungsintimität oder Aufmerksamkeit zu tun, sondern dann werden Absprachen nicht gehalten und dann können Menschen darüber sprechen. Die Menschen können auch gucken, wie die Basis gestärkt werden kann. Also was ist eigentlich die Basis meiner Beziehung zu diesem Menschen? Was hat uns immer eine Verbundenheit gegeben? Was hat uns immer uns gut fühlen lassen? Was ist eigentlich der Kern dieser Beziehung? Da kann ich drauf gucken und kann versuchen, die Basis ein bisschen zu stärken. Ich kann auch gucken, dass ich versuche, den Druck ein bisschen zu nehmen und mich zu regulieren. Das ist natürlich voll schwer, aber da können unter Umständen andere Menschen helfen oder auch Sport oder Beratung oder sich in das Thema Stürzen und Unterstützung in vielfältiger Form suchen. Das hilft aber auf jeden Fall, den Stress zu reduzieren, weil wenn ich die ganze Zeit total im Mangel und im Druck bin und in der Warteposition dann, kann ich vermutlich nicht besonders gütig und liebevoll und wertschätzend sein. Also das ist ja auch verständlich, weil ich habe ja eine Not. Mir geht es nicht mehr so gut wie vorher. Ich habe viele Ängste vielleicht und ich musste an vielen Stellen Dinge aushalten, die ich eigentlich nicht okay finde. Und da kann ich gucken, wenn ich wirklich was verändern will, mich da zu regulieren und mir Unterstützung außerhalb der Beziehung zu suchen, damit ich eben die Punkte ohne Druck und ohne Aggression ansprechen kann in einem gescheiten Gespräch. Aber wenn ich sehr aufgeregt bin und sehr fordernd bei einem, was ich so vorbringe und wenig über mich rede, dann kommt das meistens nicht so gut an. Also ich meine gar nicht mit, hey, das kommt aber nicht gut an, sondern ich meine, wenn ich einen Menschen vor mir habe, der total aufgeregt und total unter Druck ist und nur mit Vorwürfen redet, dann kann ich einfach nicht hören, was dieser Mensch mir sagen will. Und deswegen ist es günstig, sich da im Außen ein bisschen zu regulieren oder sich auch selbst zu regulieren, falls das gelingt. Und an der Stelle ist eben auch Geduld, Und Transparenz wichtig. Also Geduld bei mir auf jeden Fall. Gucken, wie kann ich die bekommen? Und Transparenz auf beiden Seiten. Also Transparenz darüber, dass es gerade einen Mangel und ein Wartepositionsgefühl gibt, aber ohne da erpresserisch zu wirken, sondern einfach klar zu machen. Hey, mir geht es gerade so. Im Idealfall fragst du vorher, ob die andere Person gerade Raum hat, das zu hören, weil am Ende geht es ja nicht darum, eine konkrete Handlungsanweisung zu machen, sondern Informationen zu geben, also Wünsche zu äußern, wie es eigentlich sein sollte und dann zu schauen, in einem vernünftigen Verhandlungsgespräch zu schauen, was eigentlich noch möglich ist und ob es vielleicht eine Absprache gibt. Also bis, weiß ich nicht, in drei Monaten kann ich jetzt gerade nichts ändern. Dann lass uns nochmal sprechen und einmal die Woche sagst du mir, was du dir eigentlich gewünscht hättest, was ich dir aber nicht geben konnte. Damit wir so ein bisschen Datensammlung machen. Also da eine Transparenz zu haben, was ist überhaupt möglich, was ist gewünscht, das kann da total hilfreich sein. Und ansonsten kann ich echt nur sagen, wenn was neu ist, dann bindet das erstmal Aufmerksamkeit, aber oft geht es ja auch wieder. Und selbst wenn es bleibt, dann verliert es seinen Reiz und die Menschen kommen wieder in der Normalität an und können dann auch viel mehr verhandlungsbereit sein.
2. Phänomen
Okay, das war das eine Phänomen, das erste Phänomen, wenn etwas lang und intensiv die Aufmerksamkeit meiner Partnerperson bindet. Was ich auch häufig erlebe in meiner Praxis ist, dass es Struggle gibt und Angst verlassen zu werden, wenn neue Menschen auf den Plan treten. Und ich habe beobachtet, dass das immer zu sehr ähnlichen Zeitpunkten der Fall ist. Also oft ist es ganz am Anfang so, weil das ist natürlich, an der Stelle gibt es die größte Unsicherheit. Ist das jetzt nur so ein Fling oder also nur so eine vorübergehende Begeisterung oder ist das was, was bleibt und womit ich auch in zehn Jahren noch zu tun habe? Dann etwa nach so sechs bis acht Wochen gibt es nochmal so einen Moment, wo halt klar wird, okay, es war einfach nicht nur eine Idee, eine vorübergehende Begeisterung, sondern die Person bleibt vermutlich noch eine Weile in unser beider Leben. Dann gibt es nochmal einen schwierigen Moment nach etwa sechs Monaten, weil dann ist es ja wirklich ein bisschen in der Normalität angekommen. Und wenn dann ein ganzes Jahr rum ist und die Person bleibt, die neue Person, dann hat das schon sehr was Langfristiges. Und dann ist halt klar, also wenn die sich ein Jahr lang gut verstehen, dann wird das wahrscheinlich auch noch eine Weile halten. Und dann gibt es nochmal so nach, ich weiß nicht, ist ganz unterschiedlich, nach drei bis fünf Jahren nochmal so einen Moment, wo ich denke, okay. Da gibt es wirklich eine Größe bei dieser anderen Beziehung und das kann dann schon ganz schön nervös machen, weil wenn dann zwei Langzeitbeziehungen nebeneinander stehen, dann muss wirklich gut geschaut werden, was ist eigentlich die Basis von jeder Beziehung. Genau, also das sind die schwierigen Momente. Die können natürlich auch zu anderen Zeitpunkten stattfinden, aber es ist relativ typisch, dass an solchen Stellen nochmal eine besondere Nervosität aufkommt. Es gibt auch andere Momente, zum Beispiel, wenn die zusätzliche Person Wünsche äußert, bei Weihnachten oder Familienfesten oder so dabei zu sein. Was mache ich denn dann, wenn das so ist? Also in diesen Momenten konkret? Also alles, was ich zum letzten Punkt gesagt habe, sollte hier zumindest unterstützend wirken. Und ansonsten, auch da hilft wieder das Bewusstmachen, weil wenn ich eine hohe Beziehungsintimität mit einer Person habe, dann heißt das ja, dass es eine gute Passung gibt, dass wir viel Arbeit da reingesteckt haben und es viel Zeit gab. Und all diese Sachen haben einen Wert. Und nur weil etwas Neues daherkommt, heißt das nicht, dass dieser Wert verloren wird. Und wie ich in der letzten Podcast-Folge schon gesagt habe, wenn es um Aufmerksamkeit geht, die kann ich ja lenken. Natürlich muss ich auch bereit sein, sie zu lenken, aber die Beziehungsintimität geht ja nicht einfach weg, nur weil ich mal vorübergehend die Aufmerksamkeit auf was anderes lege. Es ist halt wie, ich vergleiche ganz oft Beziehungen mit Pflanzen. Und wenn ich da so ein kleines Bäumchen habe, was schon zwölf Jahre gewachsen ist und auch immer noch lebt und gut aussieht, dann wird das nicht so schnell von einem kleinen Sturm umgehauen. Und wenn ich aber so ein kleines Kräuterchen habe, was nur vier Wochen da rumwächst, dann kann so ein Sturm das schon mal umreißen. Aber wenn ich schon eine Weile mit der Person zusammen bin und wir uns was aufgebaut haben, dann geht das nicht so schnell weg, nur weil eine neue Person kommt. Der zweite Punkt, der an der Stelle total wichtig ist, finde ich, ist, eine Selbstempathie zu haben. Denn das sind schwierige Momente, das ist anstrengend und das darf es auch sein. Da kommen vielleicht Selbstwertthemen hoch, da kommen vielleicht Verunsicherungen aus der Kindheit hoch. Und es ist eine ganz fantastische Gelegenheit, sich genau darum zu kümmern. Die andere Person hat ja gerade eh nicht so viel Zeit, also kann ich gucken, was kann ich denn für mich tun? Kann ich vielleicht ein Seminar machen oder kann ich vielleicht mir eine Therapeutin suchen oder Autodidakt was machen, ganz viel Podcast hören? Kann ich ein Buch lesen? Kann ich einfach mir selber ein bisschen mehr Raum geben und gucken, was geht gerade bei mir? Also was geht gerade ab? Was ist los? Denn, also nehmen wir an, ich finde die neue Person nicht so toll und wünsche mir eigentlich, dass sie weggeht und dann ist die nach einem Jahr immer noch da. Das ist schon frustrierend, denn genau wie bei einer Familie suchen wir uns die Wahlfamilie unserer Partnerpersonen oft nicht aus. Ja, wenn die Menschen haben, die wir nicht leiden können, dann ist es anstrengend. Und da kann ich schauen, warum triggert mich diese Person? Kann ich vielleicht was bei mir auflösen? Denn der Robert Betz sagt zum Beispiel immer, wenn mich etwas trifft, dann betrifft es mich auch. Also das heißt, wenn mir die Person, die da vor mir steht oder die meine Partnerperson toll findet, nicht egal ist, dann gibt es irgendein Thema in mir, was da anspringt. Und vielleicht habe ich ja Lust, dieses Thema mal anzuschauen und mich ein bisschen auf mich zu konzentrieren. Das würde bei der Bestandsbeziehung dann auch helfen, eine gute Balance zu haben Richtung Selbstfürsorge und Verbindung, also Autonomie und Verbindung. Und das kann durchaus ein schönes Geschenk sein, wenn ich selbstempathisch mit mir bin und mir auch erlaube, dass mir das Mühe macht und schwerfällt. Es ist auf jeden Fall eine Wachstumsaufgabe und es ist völlig verständlich, dass es nach gewissen Zeiträumen nochmal eine Nervosität gibt, obwohl man die Beziehung vielleicht eigentlich schon einigermaßen akzeptiert hat. So, das war das zweite Phänomen, was mir in meiner Praxis immer wieder begegnet, dass es eben besonders bedrohliche Momente gibt mit neuen Personen.
3. Phänomen
Und das dritte Phänomen, was ich immer wieder beobachte, ist, dass Sexualität an Beziehungsintimität gekoppelt wird. Also, dass wenn Menschen Sexualität mit anderen Menschen haben, dass das dann sehr, sehr hoch gewertet wird und als wie einzige Beziehungsintimität gewertet wird. Was irgendwie verständlich ist, weil unsere Gesellschaft das ja so sieht, dass die Beziehungen, in denen es körperliche Intimität geht, einen besonderen Wert haben. Aber grundsätzlich ist es unabhängig voneinander. Und das, was da eben schwierig ist, ist, dass dann als Messinstrument genommen wird. Also wenn es bei uns keine oder nicht so gute Sexualität gibt oder nicht so häufige Sexualität gibt und da gibt es aber gute, häufige Sexualität, dann muss diese Beziehung ja eine höhere Beziehungsintimität oder einen höheren Wert haben. Und das entspricht halt nicht der Realität. Also ja, das kann zusammengehen, aber Sexualität ist etwas, das in einer Beziehung sich sehr unterschiedlich entwickeln kann und das auch phasenunterworfen ist. Also bei den meisten Beziehungen ist die Sexualität am Anfang besonders gut, also jetzt nicht, manchmal ist es die erste oder die zweite Erfahrung, aber ganz oft ist es so die Erfahrung zwischen. Ach weiß ich nicht, ich kann da keine Werte nennen, weil es kann Zeiträume geben und es kann auch Wiederholungen geben, aber wie lange das besonders und besonders schön und neu und gleichzeitig schon vertraut ist, das hängt ganz von den Menschen ab. Aber am Anfang gibt es oft eine Phase, in der Sexualität eine große Leichtigkeit hat und es eine große Libido, eine große Neugier und eine große Lust gibt. Und das verändert sich aber im Laufe der Beziehung. Und wenn dann eine neue Beziehung kommt, wo eben dieses Anfangs-Verliebtseinsgefühl und die Neugier und das Prickeln noch so besonders da ist, dann ist da vielleicht eine viel größere Frequenz an Sexualität und eine viel größere Lust und eine viel größere Intensität da. Und da darf ich einfach. Ja, dem Realismus mal die Tür aufmachen und den reinlassen, denn ich kann das natürlich nicht grundsätzlich verallgemeinern, dass es immer bei allen Beziehungen genau so läuft. Gleichzeitig gibt es eine Tendenz dazu, dass der Sex am Anfang als besonders schön empfunden wird, was wahrscheinlich auch was damit zu tun hat, dass es am Anfang eben noch nicht so viel andere Beziehungsintimität gibt. Aber die wird eben im Laufe der Zeit, ja, ich würde nicht sagen, es ersetzt das, aber es geht ein bisschen so dahin, dass eben Sexualität nicht mehr so wichtig wird bei einigen Beziehungen. Und wenn ich dann sehe, in einer neuen Beziehung gibt es sehr viel mehr Sexualität oder es nimmt sehr viel mehr Raum ein als die aktuelle Sexualität, die ich mit meinem Partnermenschen habe. Das ist einfach kein günstiger Vergleich, weil das verändert sich. Sexualität wird im Idealfall nicht schlechter, oft seltener, sie wird halt vertrauter und sie verändert sich ein bisschen. Und wenn ich da eine Aufregung drin haben will, muss ich da üblicherweise aktiv dran arbeiten. Das heißt, wenn ich die Beziehungsintimität alleine an der körperlichen Intimität messe, dann ist das schwierig und da sollte ich die Phasen mit im Bezug. Kopf haben und gucken, was habe ich denn sonst noch für eine Intimität mit dieser Person. Was bringt uns sonst noch Nähe? Was bringt uns sonst noch Verbindungsmomente? Was bringt uns sonst noch Momente, in denen ich mich wirklich verbunden gefühlt habe? Es muss auch gar nicht von beiden gleich so empfunden werden. Es kann sein, dass die eine Person sich besonders verbunden fühlt, wenn man gemeinsam vor dem Fernseher hängt und sich beschallen lässt, aber dafür körperlich berührt. Die andere Person mag es vielleicht, wenn die Menschen in einem Raum sind und sich mit eigenen Projekten beschäftigen. Andere mögen es besonders oder fühlen sich besonders verbunden, wenn gemeinsame Projekte gestemmt werden. Und wieder andere möchten echte Quality Time, wo der absolut hundertprozentige Fokus erst auf der einen und dann auf der anderen und dann wieder auf der einen und dann wieder auf der anderen Person ist. Das ist halt ganz unterschiedlich. Aber zu gucken, was bringt mir Nähe und ein, Verbundenheitsgefühl und was sind unsere Verbindungsmomente? Wie stellen wir Verbindungen her? Wo haben wir das Gefühl, jetzt sind wir wir und nicht mehr du und ich? Das nachzugucken, lohnt sich auf Auf jeden Fall, damit eben der Fokus von der Sexualität genommen wird, weil Sexualität ist nicht der einzige Ausdruck von Intimität. Ja, das ist eine Art von Intimität, die für viele sehr leicht ist und eben die emotionale und die körperliche Intimität verbindet. Aber es gibt eben auch andere Verbindungsmomente, andere Intimitätsmomente. Und tatsächlich etwas, das viele Menschen gar nicht so gerne hören, ist, dass Konflikte oft auch sehr starke Verbindungselemente haben, Wenn sie eben dann vom Getrennten ins Miteinander, in die Lösungen, ins Verstandenwerden, sich verstanden fühlen. Ins ich lerne mich besser kennen, ich lerne die andere Person besser kennen geht, dann stellt das eine extreme Nähe. Und das wird oft vergessen, wie viel Nähe auch durch verbale Äußerungen entsteht. Und die körperlichen Geschichten, also auch Anschauen und Energien und so weiter, die sind schon wichtig, aber die sind eben nicht das Einzige. Und ich kann auch eine hohe Energie oder eine gute Energie, einen guten Vibe mit jemandem haben, ohne dass wir uns berühren. Und das darf ich mir einfach bewusst machen. Wenn ich Sexualität eins zu eins mit Beziehungsintimität koppel, dann wird das vermutlich problematisch werden, vor allem, wenn ich das als Messinstrument nehme. Ich verstehe natürlich, dass das passiert, weil ich kann halt messen, küsse ich oder küsse ich nicht. Macht mir das Spaß oder macht mir das keinen Spaß? Aber es ist schlecht zu messen, wie verbunden fühlen wir uns jetzt gerade, welches Gespräch hat viel Nähe gebracht, welche Energien haben wir gerade. Wir haben das alles auch oft nicht so gelernt, das wirklich als Fakten wahrzunehmen, was da zwischen uns passiert. So, das war das dritte Phänomen. Ich wiederhole nochmal. Das erste war,
Wiederholung der Phänomene
etwas bindet lang und intensiv die Aufmerksamkeit meiner Partnerperson. Aufmerksamkeit kann gelenkt werden, es wird vermutlich sich verändern und du darfst da gerne auf dich gucken, damit du aus der Warteposition, aus dem Mangel rauskommst. Dann die bedrohlichen Momente, wenn meine Partnerperson eine gewisse Länge mit einer neuen Partnerperson die Bindung hält. Da darf ich mir bewusst machen, dass unsere Beziehungsintimität schon echt einen Wert hat, wenn sie über mehrere Jahre aufgebaut wurde und darf mit mir selbst in Kontakt gehen und selbst Empathie haben, damit ich das besser aushalten kann und vielleicht den Wachstumsmoment nutzen kann. Und das Dritte war, wenn ich die Beziehungsintimität an Sexualität koppel und das als Messinstrument nutze, ja auch da ein bewusster Umgang hilft, weil es gibt eben noch so viele andere Dinge und Lust verändert sich in Beziehungen je nach Phase.
Spendenaufruf
Jetzt bin ich am Ende mit der Praxisfolge. Mein Aufruf heute ist, wir würden uns total über Spenden freuen. Der Podcast mit all den logistischen Sachen im Hintergrund kostet Geld. Wir wollen jetzt auch demnächst mal aufkleber, drucken und so weiter. Und wenn du ein bisschen Geld über hast, dann darfst du uns das gerne überweisen. Du findest die Kontonummer auf unserer Homepage mopoco-podcast.de und auch in den Shownotes und überall sonst. Und wenn du Wenn du kein Geld hast oder nur wenig, freuen wir uns auch über wenig und du darfst dich auch entscheiden, gar kein Geld zu geben und dafür uns dann anderweitig zu unterstützen, zum Beispiel indem du Folgen teilst. So, und jetzt wünsche ich einen fantastischen Resttag, freue mich wie immer über Feedback und sag mal bis dann. Wie schön, dass du bei der heutigen Folge dabei warst. Wir freuen uns, wenn du etwas Wertvolles mitnehmen konntest. Vielleicht magst du es dir kurz notieren? Gab es einen Aha-Moment? Möchtest du etwas vom Gesagten umsetzen? Gibt es jemanden, mit dem du die Folge diskutieren möchtest? Geh für dich los und mach dein Leben lebenswerter. Und vergiss nicht, jede Person darf fühlen, was sie fühlt und hat gute Gründe für alles, was sie tut. Also sei verständnisvoll mit dir und mit deinen Herzensmenschen. So geht alles leichter. Bis zum nächsten Mal.
