📌 Themen dieser Folge:
- Was sind Tradwives? Entstehung, Social‑Media‑Boom und das idealisierte 50er‑Jahre‑Bild
- Problematische Ausprägungen: Unterordnung, soziale Kontrolle, politische Agenda in US‑Strömungen
- Warum das anzieht: Sehnsucht nach Klarheit, Fürsorge, Entschleunigung und Leitplanken
- Potenziale der Rolle: Qualität im Haushalt und Familie, Wertschätzung von Fürsorge – wenn freiwillig gewählt
- Risiken: finanzielle/emotionale Abhängigkeit, Ausbeutung, Sexual‑Pflichtdenken, Influencer‑Scheinwelten
- Soziale Isolation und Bubble‑Effekte (z. B. Freikirchen/orthodoxe Gruppen) und deren Einfluss auf Kinder
- Feministische Perspektive: Wahlfreiheit vs. Idealisierung; wo sind die „Trad‑Husbands“?
- Wenn es dich dahin zieht: Absicherung, Netzwerk, Werteklärung, realistische Gestaltung
- Politische Implikationen und klare Warnsignale
- Fazit: Autonomie wahren, Bildung und soziale Einbettung stärken
💡 Das Wichtigste in Kürze:
- Tradwives sind ein modernes, stark mediatisiertes Comeback traditioneller Rollen – teils mit politischer Agenda.
- Attraktiv sind Klarheit, Fürsorge und Entschleunigung; problematisch werden Abhängigkeit, Isolation und Abwertung anderer Lebensentwürfe.
- Freiwillig gewählte Rollenteilung kann bereichern – tragfähig wird sie mit finanzieller Absicherung, sozialem Netzwerk und regelmäßiger Reflexion.
- Influencer‑Welten sind oft kuratiert. Orientier dich an realistischen Lösungen statt Idealen aus Reels.
- Kinder brauchen Wahlfreiheit und vielfältige Perspektiven – abgeschottete Milieus schränken das ein.
🔗 Links & Ressourcen zur Folge:
- ZDF‑Doku: Tradwives – 37 Grad Leben
- ZDF‑Doku: USA extrem: Tradwives – Sittsam, hübsch, perfekt
Hast du Fragen oder möchtest uns Feedback geben?
🗣️ Diskussionsgruppe zum Podcast: https://t.me/+qHqB5VYoQSw2NzYy
🌐 Webseite: https://mopoco-podcast.de
- durch Teilen des Podcasts mit deinen Liebsten: mopoco-podcast.de
- mit einer (gerne auch regelmäßigen) Spende an: DE23 5002 4024 6832 2972 01
- bleib über die neusten Episoden informiert: https://t.me/mopoco_podcast
Credits:
🎧 Danke fürs Zuhören – lass uns gemeinsam die Welt liebevoller und verständnisvoller machen – für dich, für deine Beziehung, für alle! ❤️
Zu Sonjas Beziehungs-Coaching und Blog-Beiträgen: https://sonjajuengling.de/
Intro
Willkommen bei Mono, Poly & Co., dem Non-Profit-Wissens-Podcast für Beziehungen in allen Formen. Ich bin Sonja Jüngling, Paar- und Sexualberaterin und außerdem Beziehungsbegeisterte, Abenteurerin und Gegensatzaushalterin.
Begrüßung und Einleitung
Hallo zusammen, willkommen zu einer neuen Themenfolge hier bei MoPoCo. Und zwar ist es heute ein wahnsinnig spannendes Thema. Also ich bin total ins Rabbit Hole gefallen, total, also ich könnte noch stundenlang darüber recherchieren. Es geht um Tradwives. Wann solltest du dranbleiben, auch wenn dich das Thema vielleicht nicht interessiert? Immer dann, wenn du darüber nachdenkst, Hausfrau und Mutter oder Hausmann und Vater sein zu wollen, also Vollzeit ohne arbeiten zu gehen. Wenn du klassische Rollenverteilungen oder auch neue Rollenverteilungen spannend findest, dann sind hier bestimmt ein paar Gedankenexperimente drin. Und die können dir dabei helfen, falls du da Lust drauf hast und nicht arbeiten möchtest, also keiner Lohnarbeit nachgehen willst, sondern Care-Arbeit hauptsächlich machen willst, könnte dir diese Folge helfen, zu gucken, worauf darfst du da achten und was ist dir da wichtig.
Überblick über die Folge
Also, Tradwives. Ich fange wie immer an mit der Definition. Dann spreche ich darüber, warum es diese Bewegung überhaupt gibt. Und dann spreche ich über die Gefahren der traditionellen Tradwife-Bewegung aus den USA. Und dann spreche ich darüber, was du machen kannst, wenn du zwar Tradwives scheiße findest oder bestimmte Tradwife-Bewegungen, sind ja nicht alle, aber trotzdem drüber nachdenkst, dich hauptsächlich mit Care-Arbeit und Familienwerten auseinanderzusetzen und keiner Lohnarbeit nachzugehen. Dann findest du beim vierten Punkt vielleicht Anstöße, den ich bespreche. Der heißt, was, wenn es dich dahin zieht? Genau, dann gibt es noch was ganz Besonderes, nämlich meine ganz persönliche Meinung da drauf. Die kannst du aber überspringen, wenn du möchtest und dann zum Fazit kommen, dass es wie immer gibt. Okay, los geht’s.
Definitionen
Also erst mal Tradwives, was ist das? Also es kommt von der traditionellen Ehefrau, also Traditional Wife. Und das ist eine Bewegung, die 2010 gestartet hat und 2020 auch nach Deutschland rüber geschwappt ist. So Pi mal Daumen. Und es ist so, dass es, also das Ganze ist öffentlich geworden, weil es viele InfluencerInnen gibt, die das an die Öffentlichkeit gebracht haben, Und die tatsächlich auch sich das Label Tradwife geben, was sich so ein bisschen an den 50er Jahren orientiert. Und das finde ich insofern problematisch, als das zwar gesagt wird, dass es sich an den 50er Jahren orientiert. Allerdings konnten sich auch in den 50er Jahren viele Familien ja gar nicht leisten, dass eine Person komplett zu Hause geblieben ist. Also viele Hausfrauen sind trotzdem arbeiten gegangen und viele haben im Mehrgenerationenhaushalt das Ganze geregelt. Also diese ganz klassische Tradwife-Verteilung, dass der Mann so viel Geld verdient, dass die Frau zu Hause bleiben kann und ganz nach seinen Wünschen deren Leben organisiert und in den 50er Jahren diese klassische Verteilung, also es gibt ja sogar Listen darüber, wessen Aufgabe was ist, dass die das machen können, das ist ja ein großer Luxus und das ist nur eine sehr. Eingeschränkte Zielgruppe im Grunde genommen, die sich das leisten kann. Das heißt, es ist so ein bisschen so ein Nacheifern meiner Meinung nach von diesem 50er-Jahre-Bild, was erstellt wurde, was aber gar nicht für alle gültig war. Und wenn einem das gefällt, also ich meine, warum nicht? Es geht da viel um nice and clean und das Niveau in einem Tradwife-Haushalt und was so Essen angeht, also Essen und Haushalt sind da die wichtigsten Sachen neben der Familie. Also das finde ich grundsätzlich ja nicht verkehrt. Also ich hätte auch gerne einen wie geleckten Haushalt, wo die Jeans alle auf die gleiche Größe gefaltet sind und gebügelt sind und das Essen selbst gemacht und gesund und ausgewählt und so. Das hätte ich auch voll gern. Das Niveau ist da einfach total hoch und das ist vermutlich auch deswegen so hoch, weil die Außendarstellung eben so wichtig ist. Es geht eben darum, nice and clean und so zu sein. Und wenn tatsächlich der Mann in dem Fall so viel Geld nach Hause bringt, dass die Frau wirklich nicht arbeiten muss und sich den ganzen Tag darauf konzentrieren kann, Dann wird sie zumindest, wenn sie nicht gerade irgendwie vier Kinder im Alter von eins und sechs hat, wird sie da auf jeden Fall ein höheres Niveau gut halten können, weil sie dann eben sich nicht auf den Beruf oder so konzentrieren muss. Und die ganz klassischen Tradwives und die klassische Tradwife-Bewegung, die sehr konservativ ist und sehr im biblischen Sinne die Frau dem Mann unterordnet. Die sorgt ja auch dafür, dass die Frauen keine externen Kontakte haben. Und das heißt, die Frau kann sich wirklich ausschließlich auf das Wohl des Mannes und der Kinder konzentrieren. Und dann ist natürlich das Niveau des Haushaltes einfach ganz anders als bei mir zum Beispiel. Was mir da einfach wichtig ist, ich rede hier von den Tradwives, die sich auch als solche bezeichnen, die der amerikanischen Tradwife-Bewegung angehört, die tatsächlich auch dafür gesorgt hat. Also es gibt ein Unternehmen, das suche ich gleich noch raus, der Name fällt mir gerade nicht ein. Ich glaube, es ist sogar ein gemeinnütziges Unternehmen, was die Werte von Tradwives angeblich unterstützt und das fördern will, weil dann natürlich mehr Kinder auf die Welt kommen. Also es ist nur ein Unternehmen, was ich in einer Dokumentation gesehen habe. Es gibt bestimmt noch andere große Unternehmen, Vereine oder so, die sich dafür einsetzen. Aber in diesem Unternehmen war es so, dass die sehr darauf bedacht sind, wirklich die ganz klassische, traditionelle Frau zu haben, die keinen Kontakt zur Außenwelt hat, dem Mann gefügig sein muss, politisch nicht besonders gebildet ist und die eben dann Donald Trump wählt. Und ich glaube, es ist kein Geheimnis, dass ich das für keine gute Idee halte. Und. Wenn ich über Tradwives rede, dann rede ich eigentlich über diese klassische Bewegung, die einfach mit Vorsicht zu genießen ist, finde ich. Und das darf man aber durchaus trennen von der Bewegung insgesamt, dass sich mehr Menschen trauen zu sagen, ich habe gar keinen Bock auf Kapitalismus, ich habe gar keinen Bock, oder das wäre nochmal getrennt zu betrachten, ob das dann auch keinen Bock auf Kapitalismus ist. Aber die wirklich sagen, ich möchte gerne Werte wie Fürsorge, selbst kochen, möchte ich wieder höher hängen und ich möchte das gerne so haben, dass jemand zu Hause ist für die Kinder und wirklich da ist. Weil, sind wir mal ehrlich, also ich kann natürlich nicht für alle sprechen, aber ich kann für mich sprechen. Ich war letztens beim Kinderarzt und war wirklich traurig darüber, aber wie wenig ich von meinen Kindern mitbekommen habe, als sie so klein waren, weil ich einfach nur im Funktionieren war. Also die schlimmste Zeit war, als ich wieder angefangen habe zu arbeiten, Vollzeit, mein Mann hatte sich noch nicht so im Haushalt eingebracht, wie er das später getan hat. Das heißt, ich habe die komplette Kindererziehung, den kompletten Haushalt, die komplette Mental Load gemacht und, war noch 40 Stunden in einer leitenden Position arbeiten, mit Dienstreisen und allem. Und da musste sich einiges ändern, weil ich das nicht geschafft habe. Aber auf wessen Rücken wurde das ausgetragen? Also die Qualität des Haushalts hat gelitten und mein Kontakt zu den Kindern hat auch gelitten. Und ich habe vieles einfach nicht mehr mitgekriegt. Ich habe nur funktioniert. Ich kann gar nicht sagen, ob ich in der Zeit eine gute Mutter war, weil ich einfach ganz oft die Kinder nur so nebenbei laufen lassen hatte. Ich will gar nicht sagen, dass denen das schlecht getan hat, weil Selbstständigkeit fördernd und so weiter, alles hat ja Vor- und Nachteile. Aber am Ende geht es oft zu Lasten der Kinder, wenn ich versuche, das unter einen Hut zu bringen.
Warum gibt es die Bewegung?
Okay, warum gibt es denn diese Bewegung? Also da kann ich nur fabulieren und von den Sachen, die ich mir in Dokumentationen und so angeguckt habe, ein bisschen zusammenfassen. Also ich glaube, dass da unterschiedliche Motivationen für da sind. Manche geben vielleicht wirklich einfach auf, weil ihnen die Welt zu komplex ist und flüchten sich so ein bisschen in diese traditionelle Rolle. Die Realität ist einfach zu krass, hat eine Interviewte gesagt. Und es stimmt ja auch ein Stück weit. Also ich habe jetzt das Ende der Ehe gelesen und da wird den Lesenden sehr deutlich gemacht, wie unhaltbar die Situation aktuell eigentlich ist. Aber es gibt auch nicht wirklich eine Lösung. Also die Lösung wäre theoretisch, das kapitalistische, patriarchale System zu stürzen. Aber ganz ehrlich, für wie realistisch halte ich das jetzt gerade? Und vor allen Dingen, was gibt es dann? Ja, also da muss man dann ja auch gucken, wie das politische System dann ist. Und wenn ich dann da sitze und denke, das überfordert mich, dann ist vielleicht traditionelle Hausfrau zu sein gar keine so schlechte Idee. Da kann ich mich fügen, da kann ich ein bisschen stückweit aufgeben und abgeben und habe so einen ganz engen Aufgabenbereich und das ist bestimmt verlockend für viele. Und tatsächlich ist es ja auch so, dass ich das schon so erlebe, dass es eine gewisse Orientierungslosigkeit gibt, was Beziehungen angeht. Weil es ist ja nichts anderes. Es ist ein Lebensentwurf, aber es ist auch eben eine Beziehung. Und also die Scheidungsrate ist meiner Meinung nach auch deswegen so hoch, weil es früher sehr deutlich war, was richtig und was falsch war, wer welche Rolle hatte und wer welche Aufgaben hatte und wer was durfte und was nicht. Und durch die feministische Bewegung und immer mehr Rechte und Pflichten für alle, gibt es eine gewisse Orientierungslosigkeit, weil ich habe jetzt unglaublich viele Optionen und es ist einfach, ich vergleiche das ja immer, das habe ich schon ganz oft gemacht, mit einer Eisdiele. Zu Zeiten der 50er Jahre gab es halt eine Eisdiele mit drei Sorten Eis und da stand ganz genau drauf, was drin ist. Da gab es Hefte dazu, was richtig und was falsch ist und dann konntest du dir das aussuchen. Und jetzt gibt es sechs Eisdielen, von denen du die Hälfte nicht weißt, wo sie ist. Du stehst mitten auf dem Marktplatz, weißt nicht, in welche Richtung die sind und in jeder Eisdiele gibt es 120 Eissorten, wo blumige Namen draufstehen, aber unklar ist, was drin ist. Natürlich fällt es mir dann schwer, meine Lieblingseissorte zu finden und manchmal habe ich einfach keine Lust mehr, mit dem Prozess mich zu beschäftigen und dann nehme ich das Erstbeste. Und ich könnte mir vorstellen, dass das ein Grund dafür ist, dass es den Ruf danach gibt. Und es gibt auch vielleicht, also das benennt Tradwives zumindest immer wieder, auch so ein bisschen eine Abwertung der klassischen Hausfrau und Mutter. Also ich stimme zu, dass es diese Abwertung gibt, dass du nur Hausfrau und Mutter bist oder hast du denn keine Ambitionen und solche Geschichten gibt es da, was ich lächerlich finde, weil es ist wirklich ein sehr knochenharter 24-Stunden-Job. Ich habe dreieinhalb Jahre Hausfrau und Mutter gemacht und Alter, ist mein Hirn da zusammengeschrumpelt. Es war wunderschön und leicht an manchen Stellen oder an anderen Stellen. Also psychisch ist das die, also es ist unglaublich belastend. Und also wer sagt nur Hausfrau und Mutter, der hat wirklich keinen Plan, von was er oder sie redet. Es gibt halt eine gewisse Abwertung von dieser Rolle. Und da gibt es Menschen, die sich dann abgewertet fühlen und aus der Gesellschaft flüchten und dann eben in diese traditionelle Tradwife-Bewegung gehen. weil da wird es gefeiert. Und das ist auch was Gutes, da komme ich auch später noch zu. Genau, also eine Orientierungslosigkeit könnte auch dazu geführt haben, eine Abwertung der Hausfrauen- und Mutterrolle, eine Überforderung der Realität. Und die Tradwife-Bewegung, die bietet Leitplanken und Orientierung und ein Richtig und Falsch und ein Regelheft. Und manchmal ist es einfacher, einfach das zu tun, was mir gesagt wird. Für mich ist das nichts, aber es gibt schon so Momente, in denen ich das mir wünsche und auch bekomme und dann ist das unglaublich hilfreich. Es gibt so Tage, da kann ich einfach nichts entscheiden und dann teile ich das meiner Umwelt mit und manchmal habe ich das Glück, dass die andere Person sagt, aha, guck, heute bist du so drauf. Prima, dann entscheide ich alles, aber dann musst du auch alle Entscheidungen mitgehen. Und das kann ich dann auch gut. Ja, das ist vielleicht einfach auch schön. Ein weiterer Grund, warum es diese Bewegung gibt, ist vielleicht einfach, weil es den Feminismus gibt. Weil es geht. Weil wir es können. Weil wir endlich eine Wahlfreiheit haben. Also eigentlich ist das doch was ganz Wunderbares. Und tatsächlich eine weitere Sache, die ich auch als Grund dafür sehe, ist, der Kapitalismus ist ja auf Wachstum ausgelegt und auf Konsum. Und der treibt uns total weg von der Familie und von den Werten und von der Langsamkeit und Entschleunigung und der Resonanz und dem Miteinander. Und dass es da eine Gegenbewegung zu gibt, das ist verständlich und finde ich auch grundsätzlich gut.
Achtung! Schwierigkeiten, die Sonja sieht
So, also jetzt habe ich darüber gesprochen, warum. Es gibt viele gute Gründe, warum es diese Bewegung gibt. Und möchte jetzt darüber sprechen, was ich schwierig finde. Also das meiste könnt ihr euch natürlich denken. Ich möchte es trotzdem nochmal aufführen. Also das Schwierigste daran ist natürlich die finanzielle Abhängigkeit und dass ich danach tief falle, wenn ich mich trenne. Und von diesem Mann, es hängt nämlich eine Beziehung daran. Also ein Mensch entscheidet oder zwei Menschen, wenn ich mich mitzähle, entscheiden über mein Wohl und Weh. Und das finde ich schwierig. In mir kommt da totaler Widerstand, aber es ist natürlich auch einfach faktisch so. Und wenn eine finanzielle starke Abhängigkeit da ist, ist eine emotionale Abhängigkeit meistens nicht weit. Und Abhängigkeiten sind immer schwierig. Nun sagen einige Tradwives auch, also ich meine die ganze, du bist immer abhängig von irgendwas. Du bist auch, wenn du arbeitest, abhängig von deinem Job. Und das stimmt natürlich. Und gleichzeitig ist es mir lieber, wenn ich von 17 unterschiedlichen Sachen ein bisschen abhängig bin, als von einer Person zu 100 Prozent. Aber das muss natürlich jede Person für sich selber entscheiden. Letztendlich ist es eine gewisse Form von Ausbeutung, weil die Frau hat zu tun, was im Regelheft steht. Nun muss ich dabei sagen, auch die Männerrolle ist da natürlich in gewisser Weise ausbeutend, weil wenn da ein Mann ist, der gar keinen Bock auf Arbeiten hat oder dem es schwerfällt oder der vielleicht gesundheitliche Probleme hat, der muss da trotzdem auch durch. Also es ist eine Ausbeutung von beiden Seiten und ehrlich gesagt hat jede Person in unserer Welt das Recht, sich ausbeuten zu lassen, wenn sie Spaß dran hat. Also spricht ja nichts gegen, solange ich das sehenden Auges mache und das frei entscheide. Und die Tradwife-Bewegung ist ja eine freie Entscheidung. Insofern ist das vielleicht nicht so groß zu sehen. Was ich ein bisschen schwierig finde, ist, dass die meisten ganz berühmten Tradwives tatsächlich Influencerinnen sind und damit ein nicht geringes Einkommen haben. Manchmal wird dieses Einkommen sogar dann von den Männern verwaltet und auch die Reels vorher gesichtet, um sie dann, also die Arbeit quasi zu prüfen. Und naja, dann ist es ja am Ende doch ein Beruf und es geht eigentlich um Geld verdienen und sein und scheinen. Also das werden sicherlich nicht alle sein, aber ein Teil davon ist da, das finde ich schwierig. Also viele, also ich weiß nicht, ob viele oder manche, also ich habe halt so einen Querschnitt durch alle Tradwife-Bewegungen gesehen. Da geht es eben auch um Hingabe, um sich unterwerfen. Also dass die, wenn es eine Meinungsverschiedenheit gibt, der Mann recht hat am Ende. Es geht auch darum, dass alles, was innerhalb einer Beziehung gehört, auch Anwendung findet. Das heißt, auch Sexualität gehört dazu und gehört für mich als Frau und als Mann zur Pflicht. Dann ist natürlich auch da die Frage, wie viel Spaß habe ich da noch dran? Also es kommt, glaube ich, auf den Typ an. Ich glaube, dass es Menschen gibt, die dann, die ja einfach dieses Müssen gut akzeptieren können und dann sehr viel Spaß daran haben. Aber wenn ich ein eher freiheitsliebender Mensch bin oder vielleicht sexuelle Übergriffe hinter mir habe, dann könnte die Tatsache, dass ich meinem Mann zur Verfügung stehen muss, schon auch schwierig sein. Das, was ich noch schwierig finde, und ich komme auch gleich zu den guten Aspekten, aber das, was ich noch schwierig finde, ist, dass ja, ich bekomme, und das ist eben ein guter Teil, weil ich bekomme ein großes Maß an Sicherheit. Wenn ich mich den Regeln füge, dann bekomme ich das. Wenn der Mann sich anständig verhält und wenn die Frau sich anständig verhält, bekomme ich das als Mann auch. Eine Sicherheit. Aber es gibt eben große Einschränkungen. Wenn ich Lust habe, ein Auto zu reparieren als Frau, kann ich das nicht machen. Wenn ich als Mann Lust habe zu backen, kann ich das auch nicht machen, weil das halt gegen die Regeln ist. Und das ganze Konzept halt durcheinander bringt am Ende, wenn ich eine Regel beuge. Und ich rede hier, wie gesagt, von den traditionellen Tradwives. Es ist nicht davon, Hausfrau und Mutter zu sein. Da komme ich später noch zu. Was ich auch schwierig finde, habe ich schon gesagt, dass eben oft die Frau von der Umwelt abgeschirmt wird. Und wir sind soziale Wesen. Ich brauche mehr als einen sozialen Kontakt. Das finde ich schwierig. Und ich glaube auch, dass das psychisch, also dass es einfach für die Psyche und für das menschliche Gedeihen nicht günstig ist. Wenn ich allerdings Mehrgenerationenhaushalt mit unterstütze oder Kontakt zu meiner Schwester, Mutter oder ausgewählten Freundinnen haben darf, dann ist das Ganze schon wieder zu relativieren. Dann glaube ich, ist es gesund, wenn ich damit klarkomme, dass mein Mann entscheidet, mit wem ich mich unterhalten darf. Und in manchen eher biblisch angehauchten Konstellationen ist es sogar so, dass Reden über die Geschlechtergrenzen hinaus verboten ist. Also kein heterosexueller Kontakt. Wo ich das gerade erwähne, ich glaube, das habe ich in der Einleitung vergessen. Es gibt so die ganz klassische Tradwife-Bewegung, die ist sehr gebildet, sehr akademisch, sehr weiß. Aber es gibt mittlerweile auch Menschen, die sich eher kirchlich oder biblisch orientieren und die sind doch vielfältiger, zumindest was die Hautfarbe angeht. Was ich auch schwierig finde an dieser Bewegung ist, dass den Kindern einfach ein sehr eingeschränktes Bild vermittelt wird, weil die Menschen bleiben üblicherweise dann ja in ihren Bubbles. Also wenn ich so an Freikirchen oder an krass orthodoxe Kirchen denke, die schirmen sich ja ab von anderen Menschen und dann habe ich halt überhaupt keine Wahlfreiheit mehr. Also das heißt, selbst wenn ich es wähle, Tradwife zu sein, haben meine Kinder diese Wahl dann nicht und das finde ich problematisch daran. Außerdem halte ich es für eine relativ geringe Wahrscheinlichkeit, dass das dauerhaft funktioniert, weil wir in unserer Gesellschaft einfach gar nicht gelernt haben, Beziehungen so doll in den Mittelpunkt zu rücken, und so gut zu pflegen unter diesen Bedingungen, die ja radikale Akzeptanz sind. Das lernen wir ja gar nicht mehr. Das haben wir vielleicht früher gelernt, aber wir sind ja in so einer Umschwungphase und es gibt immer mehr Menschen, die sagen, ich will und nicht mehr einfach ganz schlimme Dinge so akzeptieren können. Das ist eine große Fähigkeit, das zu können und viele können es eben nicht. Und deswegen möchte ich in Frage stellen, dass diese Beziehungen wirklich 40, 50 Jahre lang halten. Wenn es hält, ist es natürlich fantastisch, aber wir haben oft einfach nicht die Mittel dazu und es kostet sehr viel Kraft, glaube ich. Und man muss viel harte Arbeit da reinstecken, dass das klappt. Aber das ist nur ein Lucky Guess. Keine Ahnung. Vielleicht ist noch nicht mal Lucky, weil er falsch am Ende ist. Weil tatsächlich, ich habe mich mit noch keiner Person unterhalten, die in der Bewegung unterwegs ist. Wäre vielleicht auch mal spannend. Also ich meine, die Tradwife-Bewegung ist zu jung, um sagen zu können, funktionieren die Ehen da besser? Und ich kenne da keine Studie zu. Wenn du da mehr Wissen zu hast, freue ich mich total, wenn du dich bei mir meldest. Ich finde es außerdem schwierig, weil Frauen, die nicht den klassischen Werten entsprechen, also Kinder haben können, hübsch sind, dünn sind, gesund sind, findig sind und geschickt im Haushalt, also Frauen, die diesen Kriterien nicht entsprechen, die werden da total abgewertet und können im Prinzip keine Tradwives werden. Also entweder können sie es nicht werden oder sie werden halt entsprechend abgewertet. Denn als wirklich klassische Tradwife geht es auch darum, Schmuck für den Mann zu sein, sich für den Mann schön zu machen, für den Mann zu kochen. Also das ist ein weiterer Punkt. Die Ausrichtung des Lebens ist da das Wohl des Mannes. Dass es ihm gut geht, ihm zugehört wird, dass er das bekommt, was er braucht. Und dass ich das nicht gut finde, das könnt ihr euch sicherlich denken. Also ich kann mir überhaupt nicht vorstellen. Also ich bin total für Fürsorge und ich verwöhne Menschen total gerne, aber ich werde auch gerne verwöhnt. Wenn ich mir vorstelle, dass ich 60 Jahre, also in meinem Fall natürlich nicht mehr 60 Jahre, aber wenn ich mit 20 damit anfange, mein ganzes Leben lang mich um jemand anderem kümmere und der sich nicht um mich kümmert, weiß ich nicht. Wobei ich das wirklich auch relativieren muss, weil es kann natürlich sein, dass der Trad-Husband. Darüber wurde relativ wenig gesagt, aber dass der Trad-Husband sich durchaus liebevoll um seine Frau kümmert und ihr vielleicht auch zuhört und wenn sie krank ist, sie auch pflegt. Das weiß ich nicht. Da habe ich zu wenig Kontakt zu. Aber also die Tatsache, dass quasi mein ganzes Leben nur auf die psychische und körperliche Gesundheit eines anderen Menschen ausgerichtet ist, also ich weiß nicht. Ich halte das für psychologisch sehr schwierig. Wenn ich einen guten Selbstwert habe und eine gute Selbstregulation, eine gute Selbstfürsorge, kann das fantastisch funktionieren. Aber ich weiß nicht, bei wie vielen Menschen das natürlicherweise noch funktioniert, weil es ihnen in der Kindheit nicht ausgetrieben wurde. Und das, was ich außerdem noch problematisch finde, ist, dass es wirklich viel um Pflicht, also auf beiden Seiten geht. Es geht da wenig um Freude, wenig um Leichtigkeit. Es geht da um Familie und Kinder kriegen und alles richtig machen und so. Und also es klingt wenig nach Spaß, muss ich ehrlich gestehen. Und das gefällt mir alles nicht daran. Das war übrigens noch nicht meine persönliche Meinung, die kommt später noch. Aber das Kapitel, worüber ich jetzt rede oder reden will, heißt ja Achtung. Also was ist problematisch an der traditionellen Tradwife-Bewegung? Und mit zwei Dingen möchte ich abschließen. Das eine ist, es kann natürlich gut funktionieren, weil es sind grundsätzlich gute Werte. Und ich finde es auch gut, dass die Weiblichkeit und auch die Unterschiedlichkeit zwischen der männlichen Rolle und der weiblichen Rolle so gefeiert wird und dass da so drauf geguckt wird und dass so Sachen wie Fürsorge und ja, dass da einfach wieder, Worte ins Bewusstsein gelangen, die ganz lange nicht mehr da waren. Das finde ich richtig, richtig schön. Aber ich bin Feministin. Wieso gibt es keine Trad-Husbands? Das macht mich schon per se misstrauisch. Gut, aber wir wollen nicht in meine persönliche Meinung gehen. Ich habe jetzt, wie ich hoffe, einigermaßen objektiv die Fallstricke von Tradwives gesagt. Aber das Ziel dieser Folge war ja auch, oder war ja nicht vorwiegend, Tradwives schlecht zu machen. Weil ich finde, jede Person darf machen, was sie will, solange sie niemanden damit auf den Sack geht oder niemanden unterdrückt.
Was solltest du beachten, wenn es dich dorthin zieht?
Das Ziel war ja eben auch, zu gucken, okay, aber was ist denn, wenn es mich da hinzieht? Was ist denn, wenn ich das irgendwie spannend, faszinierend finde, wenn ich drüber nachdenke, Hausfrau oder Hausmann zu sein, wenn ich drüber nachdenke, lieber nicht arbeiten zu wollen? Was mache ich dann? Also dann kann ich nur sagen, go for it. Also das ist einfach, wenn das das Ding ist, was dich glücklich macht, dann mach es. Also das ist doch total schön. Aber prüfe gut, unter welchen Bedingungen du das machst. Sieh zu, dass du weißt, welche Bedürfnisse und welche Werte dahinter stecken, damit du dich gut um dich kümmern kannst und damit du eine Klarheit hast, wenn du das Ganze aufsetzt. Bau dir das ganz individuell. Weil wenn wir nacheifern einer Bewegung, dann orientieren wir uns meist an dem, was als besonders toll heraussticht. Aber wenn wir dann nacheifern, eifern wir nur den Besten nach und da verlieren wir im Vergleich immer. Und ein angekratzter Selbstwert kann nicht das Ziel sein. Also baue es dir so, dass es realistisch gut zu dem passt, was du dir wünschst und was du auch leisten kannst. Und eifer nicht denen nach, die irgendwie 500 Millionen Follower haben, die vielleicht sogar ein Team im Hintergrund haben, was man ja gar nicht weiß oder die Overachiever sind. Guck nach, in Anführungsstrichen, durchschnittlichen Tradwives und durchschnittlichen Hausfrau-Hausmann-Bewegungen und pick für dich raus, was da günstig ist. Sicher dich ab, finanziell, aber sieh auch zu, dass du ein Netzwerk hast. Jede Beziehung ist nur so gut, wie das Netzwerk, das sie trägt, sage ich immer. Ich finde aber auch, jede Psyche ist nur so gut, wie das Netzwerk, das sie trägt. Das ist einfach ein ganz, ganz wichtiger Faktor, weil wir sind soziale Wesen. Wenn deine Version von Tradwife bedeutet, dass es nur eine einzige Beziehung gibt in deinem Leben, dann ist die Gefahr einfach zu groß, dass du in eine emotionale Abhängigkeit kommst und aus der kommt man ganz schlecht wieder raus und da ist die Wahrscheinlichkeit einfach zu hoch, dass es zum Missbrauch kommt oder dass du einfach verlassen wirst. Entweder, weil die andere Person keinen Bock mehr auf dich hat oder auf die ganze Situation oder weil sie vielleicht stirbt. Also es gibt keine ausreichende Verlässlichkeit im Leben, die rechtfertigen würde, alles Wohl und Weh meines Lebens von einem anderen Lebewesen, einem einzigen anderen Lebewesen abhängig zu machen. Das halte ich einfach für nicht. Klug. Arbeite hart daran, dass die Beziehung zu dieser Person gut funktioniert. Damit meine ich nicht, vergiss dich selber und pass dich an, sondern guck wirklich, bilde dich fort. Wie geht Beziehung? Schau danach. Binde deine Partnerperson mit ein. Seht zu, dass ihr eine wirklich tragfähige, gute Bindung habt. Ohne Probleme. Packt die Probleme früh an. Sobald ein Missgefühl ist, eure Bauchgefühle haben immer recht. Sobald da irgendwas ist, geht dem nach, damit diese Beziehung tragfähig ist. Weil wenn ihr euch etwas aufbaut, was so abseits der Normen ist, dann ist es wichtig, dass das auch hält. Und da könnt ihr vorsorgen, indem ihr einfach gut guckt, dass diese Beziehung tragfähig ist, weil sie ist wichtiger dann als andere Beziehungen. Und dann solltet ihr da auch was investieren. Und das Letzte, wenn es dich dahin zieht, genieß es. Wirklich, genieß the hell out of it. Hör auf deinen Bauch und hinterfrage es immer wieder, ob es für dich passt, aber genieß es, sonst lohnt sich der ganze Bums nicht.
Sonjas persönliche Sicht
Meine persönliche Meinung, also wenn ich das höre, Feminität ist besser als Feminismus. Achso, bevor ich damit anfange, du kannst auch direkt zum Fazit springen. Unten gibt es die Kapitelmarken, da musst du dir mein Geseier nicht anhören. Aber ich freue mich natürlich, wenn du es dir anhörst, weil ich finde das wirklich gefährlich. Wenn ich das höre, Feminität ist besser als Feminismus und wir sollen das Patriarchat begrüßen. Echt, da kann ich nur bitte auflachen und mir wird heiß und kalt vor Empörung. Ich finde das beleidigend. Ich finde es nicht in Ordnung. Also der Feminismus kämpft ja nicht nur dafür, dass Männer und Frauen gleichwertig behandelt werden. Der Feminismus kämpft dafür oder der intersektionale Feminismus kämpft dafür oder sorgt dafür oder macht es vielleicht liebevoll besser nicht mehr mit Kämpfen. Dass alle Lebewesen, egal welcher Couleur, Herkunft, sozialer Status, Behinderung, Farbe, Sprache, Aussehen, dass die alle eine gleiche Chance haben, anständig behandelt zu werden. Und das Patriarchat tritt das alles mit Füßen. Ich kann da wirklich nur noch mal das Ende der Ehe zitieren. Und es macht mir Angst, dass es so eine Bewegung gibt, die dazu geführt hat, mitgeholfen hat, dass Trump von 53 Prozent aller Frauen gewählt wurde. Trump! Hallo? Also das macht mir einfach wirklich schreckliche Angst. Ich hoffe, dass es keine Zukunft hat, und ich hoffe, dass wenn ihr mitbekommt, dass eine Person in eurem Umfeld sich zu einem Tradwife macht, dass ihr ihr vielleicht diese Folge empfehlt oder die Punkte, die ich unter was, wenn es dich dahin zieht, genannt habe, benennt. Weil ich habe nichts gegen Konservativismus. Ich habe nichts dagegen grundsätzlich, wenn ich sage, Familie und Heimat sind mir so wichtig, alles andere ist mir egal. Aber ich brauche da eine Freiwilligkeit und ich brauche auch ein gewisses Maß an Freiheit und Bildung und sozialer Interaktion. Und wenn es anfängt, mich einzuschränken in diesen Bereichen, dann ist das, also ich meine, Narzissmus zum Beispiel ist eine Persönlichkeitsstörung, die genau das ganz absichtlich macht, weil es eben einen Menschen so hilflos macht. Also lass dich da nicht reinquatschen und empfehle den Menschen, die in der Tradwife-Bewegung sein wollen, es gut auf sich aufzupassen. Nicht, weil Tradwives generell scheiße ist oder weil es scheiße ist, Hausfrau und Mutter oder Hausmann und Vater zu sein, sondern weil das Gefahren birgt, wie alles. Auch der Kapitalismus birgt Gefahren. Außerdem finde ich, so ganz klassische Tradwives sind auch eine ziemliche Luftnummer, weil wenn sie genau das machen würden, was sie eigentlich propagieren, dann hätten sie keinen Insta-Account. Und tatsächlich gibt es ja solche Gesellschaften, bestimmte Freikirchen, bestimmte orthodoxe Kirchen und man kann ja die Frauen da mal fragen und auch die Männer, wie glücklich die sind. Also ich halte Tradwives für sehr gefährlich und ich würde mir wünschen, dass wir sehr gut auf unsere Mitmenschen aufpassen, damit sie verstehen, dass das zwar sehr verlockend ist und auch Anerkennung dafür kriegen, dass das sehr verlockend ist und dass es gute Gründe dafür gibt, dass es aber vielleicht, abseits der Tradwife-Bewegung noch andere Wege gibt, Hausfrau oder Hausmann zu sein.
Fazit
Genau, das war das Ende meiner Meinung. Das Fazit. Also, es gibt gute Gründe für diese Bewegung, aber da es auch eine politische Bewegung ist, was Kampf um Gleichwertigkeit schwierig macht, finde ich das sehr, sehr schwierig, weil die Tradwives alles, was nicht deren Werten entspricht, auch wirklich einfach übel abwerten. Und das ist einfach kein… Abwertung ist nichts, was ich in meiner Gesellschaft haben will. Also es gibt gute Gründe, aber es gibt viel zu viel Abwertung in der klassischen Bewegung. Wenn du eine traditionelle Hausfrau, Hausmann sein willst und das ohne allzu dolle emotionale und finanzielle Abhängigkeit schaffst, dann go for it. Genieß es, da sind gute Ideen, gute Werte bei. Sorg gut für dich finanziell und im Netzwerk und guck einfach, dass du da den Werten entsprichst, die du in deinem Herzen auch trägst, was Solidarität und Gleichwertigkeit und Freiheit und so angeht. Ich verstehe es ja so, dass die absoluten Basic-Grundbedürfnisse Autonomie und Freiheit und darunter liegend Sicherheit sind und Verbindung. Entschuldigung, Autonomie und Verbindung und das unterliegende Bedürfnis dann die Sicherheit ist. Und Sicherheit ist demzufolge das größte Bedürfnis und deswegen kann ich die Tradwife-Bewegung verstehen, aber die Autonomie, die der Verbundenheit gegenübersteht, wo wir immer auf den Polen sind, ganz aufzugeben, ist, glaube ich, keine gute Idee. Ansonsten, go for it. Und letztendlich, die Tradwife-Bewegung hat Regeln, genau wie der Kapitalismus Regeln hat. Und natürlich darfst du dich entscheiden, die Kapitalismus Regeln scheiße zu finden und die Tradwife-Regeln gut. Jede Person darf tun, was sie will, solange die anderen damit nicht auf den Sack geht.
Abschluss
Genau, jetzt bin ich am Ende der Folge und würde mir wünschen, dass du, egal auf welcher Plattform du uns hörst, uns folgst. Sternchen, Herzchen, was auch immer und aktivierst, dass die Folgen automatisch in deinen Podcatcher runtergeladen werden. Das hilft uns ungemein bei der Sichtbarkeit, und da würdest du uns einen großen Gefallen mit tun. So, und jetzt wünsche ich einen schönen Resttag. Bis dann! Wie schön, dass du bei der heutigen Folge dabei warst. Wir freuen uns, wenn du etwas Wertvolles mitnehmen konntest. Vielleicht magst du es dir kurz notieren? Gab es einen Aha-Moment? Möchtest du etwas vom Gesagten umsetzen? Gibt es jemanden, mit dem du die Folge diskutieren möchtest? Geh für dich los und mach dein Leben lebenswerter. Und vergiss nicht, jede Person darf fühlen, was sie fühlt und hat gute Gründe für alles, was sie tut. Also sei verständnisvoll mit dir und mit deinen.
