📌 Themen dieser Folge:
- Klärung der Begriffe: Kink, BDSM, Fetisch, „Vanilla“ – beschreiben statt nur labeln
- Vorbereitung aufs erste Gespräch: inneres Outing, ruhige Haltung, Ergebnisoffenheit
- Warum es mehrere Gespräche braucht und wie ihr Wünsche statt nur Labels erklärt
- Spielräume in der eigenen Sexualität finden: Gewohnheiten, Anpassungen, Workarounds
- Auslagern vs. Eifersucht: Psycheschutz, konkrete Zeitrahmen, Warten vs. Sehnsucht
- Optionen im Überblick: Sexarbeit, Spielpartnerschaft, Beziehungsöffnung – Risiken/Nutzen
- Tiefergehende Öffnung: Werte prüfen, Gefühle managen, ehrliche Reflexion
- Vor dem Loslegen: Wissen sammeln, beide tragen Verantwortung
- Sechs‑Schritte‑Plan für Absprachen (Wünsche, No‑Gos, Infos, Agreement, Fehler, Nicht‑Konsent)
- Fehlertoleranz, Repair und iterative Agreements
- Doing: Informationsfluss (offen vs. DADT), Begleitung, Selbstfürsorge, Tempo (Baby‑Steps)
- Auswahl dritter Personen, Erwartungsmanagement, STI‑Schutzkonzept
- Nachbesprechung, Reconnecten, Feiern und Lernen
- Fazit: Vorbereitung, Support, Repair
💡 Das Wichtigste in Kürze
- Erst klären, was genau du möchtest – dann in Ruhe, langsam und ohne Druck ins Gespräch gehen.
- Beschreibe konkrete Praktiken statt dich auf Schlagworte zu verlassen.
- Macht Wünsche und No‑Gos schriftlich; euer Relationship Agreement ist eine Momentaufnahme und darf sich ändern.
- Plant Fehlertoleranz und Repair bewusst ein – Wohlwollen vor Perfektion.
- Es gibt mehrere Wege: integrieren, auslagern (z. B. professionell), spielen, öffnen – wählt bewusst mit Blick auf Psyche und Werte.
- Baby‑Steps: ein neues Element pro Runde, dann reflektieren und reconnecten.
- Sorgfältige Auswahl dritter Personen plus klares STI‑Konzept sind Pflicht.
🔗 Links & Ressourcen zur Folge:
- Femtasy – erotische Audiogeschichten, um Wünsche zu erkunden: Femtasy
- Gewaltfreie Kommunikation (GFK) – Überblick und Einführung: Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg
- DADT – „Don’t Ask, Don’t Tell“ als Informationsstrategie: MoPoCo #79 – D wie Don’t Ask, Don’t Tell
- Testkit für zuhause: s.a.m. health – STI‑Tests
- Plattformen zum Kennenlernen: Joyclub • OKCupid • ViaMor
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Intro
Willkommen bei Mono, Poly & Co., dem Non-Profit-Wissens-Podcast für Beziehungen in allen Formen. Ich bin Sonja Jüngling, Paar- und Sexualberaterin und außerdem Beziehungsbegeisterte, Abenteurerin und Gegensatzaushalterin. Mein wundervolles Team und ich liefern dir frei Haus und kostenlos alles, was du für die individuelle Gestaltung deiner Beziehungen benötigst, mit ganz praktischen Tipps, Insights und Interviews. Schön, dass du für dich losgehst. Nutz gern zusätzliche Unterstützungsangebote und schaff.
Begrüßung
Hallo zusammen. Heute gibt es mal wieder eine neue Themenfolge bei MoPoCo. Heute geht es um Hilfestellung, wenn du entdeckst, dass entweder du selbst oder deine Partnerperson Kinkster ist, also BDSM für sich entdeckt oder entdeckt hat. Du solltest diese Folge hören, wenn du Betroffene bist. Und das heißt, entweder du selbst oder deine Partnerperson kümmert sich um das Thema. Und ich glaube, dass es besonders sinnvoll ist, wenn du nicht selbst betroffen bist, diese Folge zu hören. Ich spreche heute darüber, worüber wir sprechen, also mache eine kleine Einleitung und Definition. Ich spreche über das erste Gespräch oder die ersten Gespräche. Ich spreche darüber, was eigentlich zu tun ist, bevor es tatsächlich losgeht. Und ich spreche darüber, was während des Prozesses der ersten Dates oder ersten Spielbegegnungen passieren kann. Also, Kink entdeckt und nun, die Beziehungsöffnung ist immer eine Option, aber es gibt auch noch andere Optionen und wenn geöffnet wird, gibt es tausend Möglichkeiten, das umzusetzen. Worüber reden wir also? Eine der häufigsten Gründe dafür, dass Menschen über Beziehungsöffnung überhaupt nachdenken, ist, wenn die Sexualität nicht passt. Sei es wegen unterschiedlicher Libido, da gibt es auch schon eine Folge von MoPoCo, das ist die Nummer 53, oder wegen unterschiedlicher Wünsche. Heute geht es genau darum mit dem Fokus auf Kink. Was ist Kink? Also ich benutze Kink und BDSM synonym, streng genommen sind sie das nicht. BDSM ist ein Abkürzungskonglomerat aus Bondage, Disziplin, Dominanz, Submission und Sadomasochismus. Und wenn ich über Kink spreche, ist damit streng genommen auch Fetisch und Vanillasex, also der Sex, der so klassischerweise als fortpflanzungsorientierte Methode genutzt wird, der nicht mit Macht, oder Gegenständen oder Schmerz spielt. Wenn wir also darüber reden, dass eine Person andere sexuelle Vorlieben hat als die andere, gibt es eben Kink. Alles, was mit Schmerz, Fetisch, Macht, Dominanz zu tun hat. Und es gibt aber natürlich auch andere Möglichkeiten. Also, dass eine Person, total auf Analsex steht und die andere nicht. Oder die eine Person total auf Oralsex und die andere nicht. Also, es geht hier tatsächlich um unterschiedliche Praktiken und nicht unterschiedliche Häufigkeiten. Ich gucke hauptsächlich auf Kinky-Sexualität heute. Ich glaube aber, dass dir das auch hilft, wenn es ausschließlich unterschiedliche Wünsche gibt.
Wie starten?
Das Erste, was wichtig ist, ist darüber, sind Gespräche. Das erste Gespräch ist besonders schwierig. Das ist nämlich das, wo das angesprochen wird. Im Idealfall hast du davor schon dein inneres Outing hinter dir. Also eine Klarheit darüber und auch eine Anerkennung dazu, dass du das wünschst. Und dass das okay so ist, weil alles ist okay in der Sexualität, solange niemandem dabei geschadet wird und alle einvernehmlich dabei sind. Und üblicherweise, selbst wenn die eine Person nicht into it ist, also nicht darauf steht, findet sich eigentlich fast immer eine andere Person, die dann ein gutes Gegenstück bietet. Also vor dem ersten Gespräch solltest du ein sicheres inneres Outing haben, Klarheit darüber haben, was du möchtest und dich nicht dafür schämen. Das ist natürlich schwer und da eine gute Balance zu finden, wie lange ich mit dem ersten Gespräch warte, das ist immer individuell anschaubar. Weil manche Menschen können die internalisierte Stigmatisierung, also die Verurteilung von sich selbst wegen dieser Praktiken, Jahre nicht loslassen. Und natürlich solltest du nicht Jahre damit warten, deiner Partnerperson davon zu erzählen. Da eine gute Balance zu finden, ist also wichtig. Wenn du merkst, dass das ein paar Tage nicht vorangeht, könntest du überlegen, ob du das in dem Gespräch auch sagst, dass dir das unangenehm ist und dass du dich schämst und dass du da noch mitten im Prozess bist. Das Zweite, was bei dem ersten Gespräch wichtig ist, Ruhe, Ruhe, Ruhe. Langsam, nicht zu viele Worte, nicht zu viel auf einmal. Und ich sollte auch erwartungsoffen und ergebnisoffen sein und dieses erste Gespräch nicht als Entscheidungsgespräch, sondern als Infosammlung betrachten. Im Idealfall erkläre ich auch meine Worte. Also nicht nur, ich bin BDSMerin, oder ich stehe auf Schmerzen, sondern wirklich konkret, soweit du das in dem Moment kannst. Was dich eigentlich kickt daran. Viele Menschen wissen das am Anfang noch gar nicht so ganz genau, aber mit Labels um sich schmeißen ist gefährlich, denn Worte sind wie Containerschiffe, man weiß nie, was drin ist und was die andere Person darunter versteht. Deswegen eher beschreiben als Labels oder Worte, die ihr aufgeschnappt habt, benennen. Zumal deine Partnerperson diese Worte ja vielleicht gar nicht kennt. Da kann also eine Erklärung oder auch ein gemeinsames ins Internet gucken helfen. Das würde auch wieder das Tempo aus dem Gespräch nehmen. Und es wäre gut, wenn du dich darauf einstellst, dass das vermutlich mehrere Gespräche werden, denn im ersten Moment kann, muss aber nicht, kann das ein Schock sein. Partnerpersonen nehmen das oft als Kritik, wenn sie die Bedürfnisse der anderen Menschen nicht erfüllen können, was natürlich im Grunde genommen Quatsch ist. Ich mag das nicht als Quatsch bezeichnen, aber im Grunde genommen ist es ja so, denn auch in einer sehr symbiotischen Monogamie bin ich nicht dafür zuständig, alle Bedürfnisse meiner Partnerperson zu erfüllen. Und wenn ich also sage, ich habe Bock auf das und das und ich glaube, du hast das nicht, dann kann das schnell als Kritik, als Abwertung aufgefasst werden oder dass die Person sich falsch fühlt oder vielleicht denkt, oh, vielleicht ist das ein Dealbreaker und wir müssen uns trennen. Also da passiert ganz viel im Hintergrund. Und deswegen ist es sinnvoll, davon auszugehen, dass es mehrere Gespräche sind, in denen ihr euch annähert und erklärt, was eigentlich diesbezüglich in euch vorgeht. Und wenn ihr die Worte erklärt, das habe ich ja gerade gesagt, dann habt ihr auch den Vorteil, dass ihr euch verletzlich zeigen könnt und nahbar zeigen könnt und erklären könnt, was ihr eigentlich gut findet und warum. Wenn ihr das wisst, manchmal wisst ihr das auch gar nicht. Wenn wir also von mehreren Gesprächen ausgehen, dann geht es erstmal ums Erklären. Worum geht es mir? Warum spreche ich überhaupt mit dir? Ist ja auch ein Zeichen dafür, dass die Beziehung total wichtig ist. Und dann geht es darum, Spielräume zu finden. Was von den Sachen, die ich mir wünsche, ist vielleicht in der Beziehung integrierbar. Wenn ich zum Beispiel auf Zwang stehe, dann müssen da nicht zwangsweise Schmerzen mit inbegriffen sein, sondern ich kann auch andere Mittel und Wege finden, die andere Person zu etwas zu zwingen. Ich kann sie zum Beispiel fixieren. Also welche Aspekte, welche sexuellen Praktiken sind vielleicht übertragbar, integrierbar? Da ist mir an der Stelle sehr wichtig, dass nur weil du denkst, das kickt mich irgendwie nicht, das nicht heißt, dass du das nie machen kannst. Du musst es auch nicht machen, vor allen Dingen nicht, wenn es einen inneren Widerstand in dir gibt. Aber Sexualität ist in erster Linie eine Gewohnheit. Das heißt, wenn ich über Jahre oder Jahrzehnte dieselbe sexuelle Praktik gut fand und das immer mit einem positiven Ergebnis geendet hat, dann mag ich diese Praktik. Und das heißt, das ist in einem gewissen Rahmen auch umprogrammierbar oder erlernbar. Allerdings nur dann, wenn ich keine inneren Widerstände fühle. Wenn ich also denke, oh ja, Blasen ist echt nicht so meins, dann solange es keinen inneren Widerstand gibt, könntet ihr aber mal gucken, was eigentlich passieren muss, damit dir das Spaß macht. Vielleicht gibt es eine Belohnung am Ende oder vielleicht fokussierst du dich mehr auf die Reaktionen deiner Partnerperson oder, vielleicht magst du ja auch einen Geschmack dazufügen oder eine zeitliche Begrenzung, dass du sagst, immer bis zum Orgasmus Blasen finde ich blöd, was auch immer. Vielleicht magst du auch das Precum nicht, also die Flüssigkeit, die vorher aus dem Penis kommt. Und vielleicht könnt ihr da ein Workaround finden, also einen Weg drumherum. Also erstmal solltet ihr euch die Frage stellen bei den Spielräumen, was ist integrierbar. Und dann müsstet ihr rausfinden, was ist eigentlich anders lösbar, beziehungsweise was muss im Außen passieren. Also da sind im Grunde genommen zwei Fragen drin, nämlich wenn ich nicht drauf stehe, dem anderen Menschen den Hintern zu versohlen und ich aber wirklich möchte, dass die andere Person das erlebt, dann kann ich vielleicht auch ganz dankbar sein, wenn das eine andere Person macht. Und dann ist das vielleicht eine Möglichkeit, das auszulagern. Wenn ich aber daran denke, dass das passiert und ich werde fürchterlich eifersüchtig, dann muss durchaus darüber gesprochen werden, ob der Schutz meiner Psyche im Grunde genommen, ob die Vermeidung von Schmerz nicht wichtiger ist als Sehnsucht. Also ich sage das ganz oft, Schutz ist wichtiger als Sehnsucht, aber das gilt natürlich nur bedingt. Ja, Schutz geht vor, Sehnsucht darf ich aber auch ernst nehmen und ist auch wichtig. Also zu gucken, was davon ist vielleicht vor allem für den Anfang denkbar an andere Menschen auslagerungsfähig. Dann solltet ihr darüber sprechen, wie viel Zeit ihr für das alles habt. Denn wenn die eine Person, die entdeckt, dass sie andere Sachen mag, vielleicht schon fünf Jahre mit sich hadert, dann ist wahrscheinlich nicht mehr so viel Geduld da, sondern dann gibt es eine große Lust, das sofort auszuprobieren. Und da wirklich konkret über Zeiträume zu sprechen, Tage, Wochen, Monate, Jahre, maximal, so lange kann ich ganz gut warten, so lange fällt es mir schwer. Da müsst ihr nicht zu einer Lösung kommen, aber dass ihr ein Gefühl für die andere Person bekommt, ist wichtig. Und das gilt auch für die anderen Punkte. Ihr müsst nicht alles in Stein meißeln und absolut fix haben, aber es geht darum, sich ein bisschen kennenzulernen und aufeinander einzuschwingen. Wichtig ist auch herauszufinden, was passiert eigentlich bei wem,
Was passiert bei wem?
bei wem bezüglich Unterstützungsbedarf. Im Innen, also innerhalb von eurer Beziehung und durch Selbstwertstärkung oder im Außen in Form von Beratungsangeboten oder Informationsangeboten. Was braucht es für wen von wem, damit das alles irgendwie gut gehbar ist? Denn Aushalten und Augen zu und durch, das ist meistens nicht so günstig. Und gesetzt den Fall, ihr habt diese Fragen durch, also was ist integrierbar, was ist anders lösbar, wie viel Zeit haben wir dafür und was passiert bei wem in welchem Szenario, dann könntet ihr vielleicht an den Punkt kommen, gemeinsam die bewusste Entscheidung zu treffen, bestimmte Dinge ins Außen zu lagern. Das heißt, erst mal war die Informationssammlung wichtig und dann erst wird die Entscheidung gemeinsam getroffen. Und es wäre ganz gut, wenn diese Entscheidung nicht, ja, also mache ich irgendwie, sondern dass ihr wirklich so lange weiterredet, bis die Entscheidung mit einem guten, ja, ich glaube, wir finden einen guten Weg. Alles ist offen. Es kann sein, dass es eine Öffnung gibt. Kann sein, dass es keine Öffnung gibt. Und da entspannt dran zu gehen und wirklich so eine gewisse Lust auf den Prozess zu haben. Und an vielen Stellen könnten Menschen jetzt denken, naja, das ist ja nicht mein Prozess. Das stimmt natürlich. Wenn eine Person einen Leidensdruck hat, dann ist das nicht dein Problem. Allerdings gehe ich mal davon aus, dass du möchtest, dass deine Partnerperson glücklich ist. Und deswegen alles, was jede Person mitbringt, Gutes wie Schlechtes, ist im Grunde genommen euer gemeinsames Problem. Und deswegen, ja, vielleicht könnte es dir auch Spaß machen, dabei zuzugucken, wie deine Partnerperson schöne Sachen erleben kann, die sie sich schon lange gewünscht hat. Genau, wenn ihr also dann die gemeinsame Entscheidung fürs Außen mit, nicht vielleicht mit einem enthusiastischen Ja, aber mit einem durchaus positiven Ja getroffen habt, dann gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Ihr könnt euch dazu entscheiden, das professionell zu lösen, indem ihr eine Sexarbeiterin fragt. Das ist ja in Deutschland legal und wenn ihr da dieses Tauschgeschäft habt, dass eine Person genau das, was gewünscht wird, gegen Geld gibt, dann vereinfacht das total viel. Es gibt keine persönlichen Erwartungen. Das ist alles abgeglichen und von einer guten, professionellen Person. Also sind auch Gefühle ausgeschlossen und die Erwartungen an eine Beziehung. Der nächste Schritt wäre, falls das für euch nicht funktioniert oder ihr da schon durch seid, wäre eine Spielpartnerschaft. Das heißt, spezielle Praktiken werden auch hier ausgelagert. Allerdings braucht ihr dann eine Person, die das gerne tut und vielleicht aber auch was im Gegenzug möchte oder eigene Bedürfnisse hat, sagen wir mal. Das kann sein, dass das perfekt matcht und dass das sich ergänzt und die Personen als Win-Win daraus gehen, aber das muss nicht sein. Das heißt, da gibt es die Möglichkeit, dass trotzdem Gefühle im Spiel sind, Erwartungen im Spiel sind. Das ist ein bisschen aufwendiger, aber das würde auch noch nicht der klassischen Beziehungsöffnung entsprechen, wenn einmal oder vielleicht mehrere Male, aber nicht dauerhaft bestimmte Praktiken mit anderen Menschen ausprobiert werden. Wenn das nicht reicht, wenn das eine dauerhafte Lösung sein soll, dann ist es wichtig zu gucken, was heißt denn dieses mehr?
Was heißt denn MEHR?
Heißt das, ich möchte das dauerhaft auslagern? Heißt das, ich möchte das vielleicht mit einer Person auslagern? Heißt das, es gibt vielleicht den Wunsch, dass es eine emotionale Bindung zu der Person gibt, weil ich mich sonst nicht auf dieses wirklich spannende Spiel einlassen kann? An der Stelle ist es ganz wichtig, auch da konkret zu werden. Was ist, wenn es eine Person gibt, die ich schon ein Jahr lang dreimal im Monat sehe? Und was ist, wenn eine Person sich verliebt? Das heißt ja erstmal noch gar nichts. Da muss noch gar nichts passieren. Aber wie gehen wir mit den Gefühlen um? Sprechen wir die an oder verschweigen wir die? Und kleiner Seitenhinweis habe ich schon ganz oft gesagt. Je mehr ich verdränge, desto mehr Abstand bringt das eigentlich. Oder je weniger ich sage, desto mehr Abstand bringt das zwischen die beiden Menschen. Das heißt, hier ist es ganz wichtig, sich zu fragen, wenn wir mehr als professionelle Unterstützung oder eine Spielpartnerschaft wollen, was spricht dafür, was spricht dagegen? Und Ehrlichkeit mit sich und dem Gegenüber ist da total wichtig. Und wenn ihr an dieser Stelle seid, dann ist es mir wichtig zu erwähnen, das ist ein großer Prozess, weil das bedeutet, dass ihr die, da werde ich in der Praxisfolge als nächstes auch drauf eingehen, da müsst ihr alle Werte und Stützpfeiler eurer Moral nochmal hinterfragen, weil offene Beziehungen nicht nur oder Polyamorien nicht nur einfach ein zusätzlicher Partner oder eine zusätzliche Partnerperson sind, sondern weil das ganz viele sozialisierte und kulturelle Regeln infrage stellt. Das ist ein großer Prozess und da braucht es Zeit. Das war das erste Gespräch. Also es braucht ein inneres Outing und eine Klarheit. Es sollte ruhig, langsam, erwartungsoffen gehen. Es ist eine Infosammlung im ersten Moment. Die Worte sollten erklärt werden und es sollten mehrere Gespräche sein. Im Verlauf der Gespräche, wenn ihr alle Wahrheiten ausgesprochen habt, könntet ihr mal schauen, dass ihr versucht Spielräume zu finden und euch die Fragen stellt, was ist integrierbar, was ist anders lösbar, wie viel Zeit haben wir und was, passiert bei wem beziehungsweise was braucht wer, um sich auf den Prozess einzulassen. Das ist erstmal alles Infosammlung und dann eine bewusste gemeinsame Entscheidung, wo dann auch die Handlung in Sichtweite kommt, ob es eine professionelle Unterstützung, eine Unterstützung durch eine Spielpartnerschaft oder mehr sein soll. Für mehr, aber im Grunde genommen auch für die beiden ersten Situationen gibt es jetzt zwei Dinge.
Was gibt es zu tun bevor es losgeht?
Erstmal, was gibt es zu tun, bevor es losgeht? Und dann, wie organisieren wir das Ganze? Was gibt es zu tun, bevor es losgeht? Also erst mal reden, reden, reden, reden, reden, reden, reden, reden, reden, reden, reden. Ich weiß, es ist anstrengend und doof und schwer, aber es gilt halt, sich gegenseitig kennenzulernen. Und da dürft ihr darüber sprechen, während ihr Filme guckt, wenn dann zum Beispiel Fremdgehen ist. Was denkt ihr darüber? Ihr könnt mit Freunden darüber sprechen, wie die das handhaben. Ihr könnt philosophische und gesellschaftliche Diskussionen machen, mit KI sprechen, mit. Und ihr könnt ganz konkret darüber sprechen, was ist das Ziel, was sind die Erwartungen, was für ein Mindchange ist nötig und wie stark bin ich eigentlich in diesem nur Mono für immer ist die einzige wahre Beziehungsform und alles andere ist ein Dealbreaker. Also da braucht es wirklich ganz viel Kennenlernen von mir selbst und von dem Gegenüber. Was will wer und warum und was will wer nicht und warum. Manchmal kann man das nicht sagen und trotzdem ist es wichtig, diese Frage sich zu stellen, denn ihr braucht an der Stelle ganz viel Wissen. Und ich sage bewusst ihr. Ja, das ist vermutlich das Problem von einer Person und der Leidensdruck von einer Person. Aber wie ich ja vorhin sagte, alles, was jede Person mitbringt, ist euer gemeinsames Problem, wenn ihr euch auf eine verbindliche, dauerhafte Lebensgemeinschaft oder Beziehung geeinigt habt. Das ist eine Verbindung, da bringt jeder was Gutes und was Schlechtes mit und das heißt, es ist günstig, wenn ihr euch als die nicht betroffene Partnerperson nicht zurücklehnt und sagt, naja, es ist dein Problem, dann möchte ich auch, dass du mir das Wissen aufbereitest, sondern es braucht da durchaus ein Eigeninteresse. Das heißt nicht, dass beide gleich viel Zeit investieren müssen. Weil manche Leute haben Spaß daran, andere nicht. Aber zu sagen, ich lehne mich jetzt zurück, du suchst das Wissen raus, das funktioniert nicht. Natürlich darf die treibende Kraft, die auch den Leidensdruck hat, durchaus mehr leisten und auch mehr reinbringen. Aber es braucht nur Offenheit und ein echtes Interesse am Thema. Und wenn es nur für die Partnerperson beziehungsweise mein eigenes langfristiges Partnerglück ist. Tja, und dann geht es ins Konkrete. Also was ist zu tun, bevor es losgeht? Viel Wissen, viel Reden, viel Kennenlernen von mir und der Partnerperson.
Wie kann das in der Praxis gehen?
Und dann geht es so langsam, aber sicher Richtung Absprachen, Richtung, wie kann das gehen in der Praxis? Und da würde ich euch empfehlen, mehrere Runden zu drehen. Ich sage jetzt sechs Schritte. Der erste Schritt ist, dass ihr eure Wünsche äußert. Was wünsche ich mir? Was kann ich mir gut vorstellen? Was kann ich mir nicht gut vorstellen? Und beide. Und diese Wünsche sind tatsächlich Wünsche, keine Forderungen. Und natürlich kann es sein, dass eine Person sagt, naja, aber dieses Erlebnis, das wünsche ich mir auf jeden Fall. Da kann ich gar nicht drum rumdenken. Also wenn das raus ist, dann glaube ich, kann ich mich gar nicht auf den Prozess einlassen. Das ist eine wichtige Information und trotzdem ist es keine Forderung. Denn theoretisch ist ja jedes sexuelle Erlebnis auch ohne Kontakt mit irgendwem machbar. Ich kann mir Fantasiegeschichten vorlesen lassen, Fantasiegeschichten schreiben und das mit so einer Art Trance und Begleitung auch ziemlich echt erleben. Da sei auch Femtasy erwähnt, also die Plattform, die sexuelle Audiogeschichten erzählt. Also die erste Runde, äußert eure Wünsche. Haltet das durchaus auch schriftlich fest, gemeinsam oder allein. Und es sind keine Forderungen. Die zweite Runde sind die No-Gos. Erstmal die Definition, was ist denn überhaupt ein No-Go? Also ein No-Go ist für mich, wo einfach ganz klar und sofort, ohne dass ich lange nachdenken muss, ein Nein in mir kommt. Nein. Einfach nur Nein. Da braucht es keine großen Worte. Also es ist halt die Frage, ob du das gut spüren kannst. Aber wenn wir auf die Grenzen gucken, auf die No-Gos gucken, dann ist das Rot definitiv ein klares Nein. Das will ich nicht. Das geht für mich nicht. Und Gelbbereiche, das ist anstrengend für mich, das finde ich schwierig, das ist hier nicht gemeint, sondern tatsächlich No-Gos. Und es kann sein, dass es euch auch schwerfällt, No-Gos zu benennen, aber benennt sie dann wenigstens für euch selber, dass ihr Worte dafür habt, dass ihr sie definieren könnt und auch von den Worten her so formulieren könnt, dass sie klar sind. Also damit ein No-Go wirklich super wenig Interpretationsspielraum hat. Und dann geht es auch nicht darum, darüber zu diskutieren, sondern es geht darum, sich das erstmal anzuhören. Das ist der zweite Schritt, die No-Gos. Der dritte Schritt sind, ich habe es jetzt Infos sammeln, Infos verdauen genannt. Also man guckt sich die Wünsche an, man guckt sich die No-Gos an und verarbeitet, fragt vielleicht nochmal nach, was genau meinst du damit, was heißt das für dich? Also lässt das Ganze sacken, weil da sind unter Umständen schwierige Sachen bei. Der vierte Schritt sind dann tatsächlich gute Absprachen beziehungsweise ein gutes Relationship Agreement. Ein guter Beziehungsvertrag oder ein Absprachen. Ich weiß nicht, ich sage immer Relationship Agreement. Also das ist wie so ein Katalog von Dingen, die einvernehmlich beschlossen wurden und die als Absprache gelten. Und ich könnte jetzt ganz lange darüber reden, was ein gutes Relationship Agreement ist. Das werde ich in einer anderen Folge benennen. Wenn du es bis dahin nicht abwarten kannst, schreib uns gern, weil es da ein paar Sachen zu beachten gibt. Aber zu gucken, okay, was für Absprachen könnte es geben, zum Beispiel nicht bei uns zu Hause oder keinen PIV-Sex oder was auch immer. Und da darf es ruhig auch nochmal eine Runde eins bis drei drehen. Und es wäre günstig, wenn das Relationship Agreement kein 16-seitiges Vertragswerk wäre. Als fünftigen Schritt wäre für mich sehr wichtig oder würde ich empfehlen, darauf zu schauen, wie gehen wir mit Fehlern um. Fehler werden passieren, weil Sachen unklar sind, weil ich mich selbst falsch eingeschätzt habe, weil ich was falsch verstanden habe, weil ich was falsch verstehen wollte. Und da solltet ihr einen Umgang mit besprechen. Wenn ihr schon da reingeht mit dem, es darf auf gar keinen Fall ein Fehler passieren, dann wird das problematisch. Ich würde euch empfehlen, eine Fehlertoleranz zu haben und einen Umgang damit, was ist, wenn Fehler passieren. Zum Beispiel alles auf Null, zum Beispiel erstmal bevor das neue Relationship Agreement besprochen wurde, wird erstmal gar nichts passieren. Aber vor allem Wohlwollen und der Glaube in die gute Absicht, dass die andere Person das nicht absichtlich falsch gemacht hat. Denn das darf man ja auch nicht vergessen. Ich sage das immer wieder, jede Person hat gute Gründe für alles, was sie tut, im gewissen Rahmen natürlich nur. Und wenn meine Partnerperson was tut, was unheimlich blöd für mich ist, dann hat sie vermutlich nicht absichtlich gegen mich, sondern ungünstigerweise für sich gehandelt. Wie die GFK sagt oder Marshall B. Rosenberg, alles ist nur ein tragischer Ausdruck eines unerfüllten Bedürfnisses. Wahrscheinlich hat die Partnerperson nicht vor, mir wehzutun und wenn sie wüsste, wie sehr das mich trifft, dann hätte sie es vermutlich nicht getan oder hätte es vorher angekündigt oder keine Ahnung. Schritt 5 ist, dass ihr die Fehleranfälligkeit und den Umgang damit besprecht. Und mir ist es ganz wichtig, dass das Relationship Agreement nur eine Momentaufnahme ist und ständig angepasst werden muss. Und bis das neue Vertragswerk da ist, gilt das alte. Und als sechster Schritt ist es wichtig, sich mit dem Nicht-Konsent-Zustand anzufreunden. Denn es gibt vielleicht Dinge, da wird es einfach keinen Konsent für geben, aber es ist auch nicht machbar, das nicht zu tun. Und ich sage gar nicht, dass das in der ersten Runde passiert, aber mal darüber sprechen, dass Nicht-Konsent in einer Beziehung durchaus auch mal passieren darf und auch Realität ist, komme ich gleich drauf. Das ist total wichtig. Warum ist das Realität? Also wenn ich mit einer Partnerperson zusammen bin, die ihre Gesundheit in welcher Form auch immer schädigt, weil sie schlecht isst, weil sie raucht, weil sie keinen Sport macht, dann gefällt mir das nicht. Vermutlich, weil ich Sorge um meine Partnerperson habe oder weil ich im Zweifelsfall Sorge da habe, am Ende die pflegende Person zu sein. Oder weil die Partnerperson, dadurch, dass sie keinen Sport macht, nicht mit mir wandern gehen kann, was auch immer. Aber letztendlich entscheidet das ja jede Person selbst. Ja, das heißt, wir haben ganz viele Nicht-Konsent-Zustände in unseren Beziehungen. Nur üblicherweise ist das in Bereichen, wo jede Person für sich selber zuständig ist und ich, das ist das, was ich immer sage, die Fehler der Partnerperson kauft man eigentlich mit.
Zusammenfassung 6 Schritte
Genau, ich wiederhole das nochmal, wenn es dann ums Konkrete geht, bevor es losgeht, sechs Schritte, erstens die Wünsche anhören, zweitens die No-Gos anhören, drittens die Informationen im Hintergrund sammeln und verdauen, viertens gute Absprachen und ein gutes Relationship Agreement finden, fünftens Fehleranfälligkeit, den Umgang damit besprechen und sechstens sich mit Nicht-Konsenszuständen anfreunden. Und ein Fehler oder eine Abweichung aus dem Relationship Agreement ist eben auch ein Nicht-Konsenszustand. Okay, ich habe über das erste Gespräch gesprochen. Ich habe darüber gesprochen, was zu tun ist, bevor es losgeht. Reden, reden, reden in jeder möglichen Lebenslage mit leichter Stimmung, mit Bezug auf uns, mit Bezug auf andere bei Filmen, aber auch durchaus sehr ernst gemeinte Diskussionen darüber, was das für uns im Grunde genommen heißen könnte und auch philosophische Diskussionen. So, jetzt geht es ans Doing. Was machen wir denn? Also wie organisieren wir erste Erlebnisse?
Wie organisieren wir erste Erlebnisse?
Und da habe ich auch wieder das Wir besonders betont, weil das ist nicht die Sache der Partnerperson, die sich das wünscht, allein. Und das Erste, was da passieren muss, ist ein Umgang mit den Infos dazu, vorher, nachher und währenddessen. Und der Frage, möchten wir vielleicht Don’t Ask, Don’t Tell leben? Da gibt es auch eine eigene Folge zu. Das heißt im Grunde genommen, ich möchte da am liebsten so wenig wie möglich von wissen. Und ich frage auch nicht danach. Und wenn ich jetzt gucke, das ist halt das Gegenteil von Transparenz, die ich ja so gerne sehr hoch hänge. Die Vorteile von Transparenz sind, dass gemeinsam gewachsen wird, dass sie in Verbindung bleibt und dass die Beziehung sehr gestärkt wird. Der Nachteil ist, es ist gegebenenfalls ganz schön hart und es ist ganz schön messy und sehr anstrengend und kann zu Überforderungen führen. Und eventuell auch zu viele Informationen geben, Informationen, die gar nicht wirklich nötig sind. Das heißt, wenn ich Don’t Ask, Don’t Tell lebe oder eine Form davon, dann kann das den Prozess eventuell sanfter machen. Der dauert dann aber auch länger und die Prozesse sind nur über einen längeren Zeitraum gezogen oder kommen halt später. Aber das solltet ihr euch gut überlegen, wie viel ihr darüber redet. Und da werdet ihr wahrscheinlich unterschiedliche Bedürfnisse haben. Das heißt, auch da braucht es eine Abmachung zu. Dann zum Thema, wie organisieren wir erste Erlebnisse? Eine gute Selbstfürsorge ist da wirklich super wichtig und eine gegenseitige Unterstützung rund um Dates. Also, was macht die Partnerperson während des Erlebnisses? Geht die auch aus? Holt die sich eine Freundin, die sie tröstet? Lenkt die sich ab? Was auch immer. Wohin? Mit allen den Gefühlen? Bin ich gut in der Selbstregulation? Wie kann ich mich korregulieren? Denn also die Partnerperson, die mir diese Gefühle in Anführungsstrichen antut, das tut sie ja nicht, sondern die kommen aus deiner Vergangenheit und die Partnerperson ist nur die auslesende Person, die ist nicht dafür zuständig. Aber sie kann natürlich unterstützen. Und wenn ich mich frage, wohin mit den ganzen Gefühlen, dann ist es eben auch wichtig, dass ihr darüber sprecht, wer darf denn eingeweiht werden, wer darf denn helfen. Und da dürften durchaus auch mal KI oder Internetrecherche helfen, wie gehe ich eigentlich mit den negativen Gefühlen um. Da gibt es unglaublich viele Videos und Unterstützung für. Und bei der guten Selbstfürsorge und der gegenseitigen Unterstützung geht es halt auch darum, das Tempo im Blick zu behalten. Baby-Steps sind da ganz wichtig. Das erzählt die Elena in ihrem Interview auch ganz gerne. Baby-Steps, Baby-Steps, Baby-Steps. Und wenn ihr euch fragt, was gibt es denn überhaupt für herausfordernde Situationen rund um Dates, da könnt ihr gerne eine Sammlung aufmachen. Das ist total hilfreich. Ich gebe meinen Klienten immer eine Sammlung von mir mit. Aber eigentlich ist der Prozess besser, wenn ihr euch das selber zusammensucht. Was ist mit der Abschiedsreaktion? Was ist ein paar Tage vorher? Was ist mit dem Grinsen nachher? Was macht ihr mit all dem? Schreibt euch das auf und überlegt euch, was braucht da wer? Und diese ganzen Verhandlungsprozesse, die stärken eure Beziehung ungemein, auch wenn sie zäh und anstrengend sind. Aber ihr wollt ja, dass das eine langfristige Lösung ist. Und wir haben oft viel zu wenig Verhandlungskapazitäten und Fähigkeiten gelernt. Und das müsst ihr dann zwangsweise lernen. Und das wird euch guttun auf lange Sicht. Dann, wie organisieren wir erste Erlebnisse? Da braucht es ja eine dritte Person zu. Da ist es wichtig, die gut zu wählen. Wie ihr das macht, das könnt ihr selbst entscheiden, ob ihr welche im Bekanntenkreis ausschließt, ob ihr im Bekanntenkreis guckt, ob ihr auf irgendwelchen Plattformen sucht, ob ihr Anzeigen aufgebt, das könnt ihr selber entscheiden. Wichtig ist aber, dass ihr gut wählt, was ist das für eine Person? Was hat die für Beziehungserwartungen? Was hat die für einen Erfahrungsstand? Und wenn du selber noch ganz unerfahren als Kinkster bist, kann es da durchaus günstig sein, eine sehr erfahrene Person zu nehmen, weil die einfach ein bisschen mehr Plan hat. Und es kann gleichzeitig total günstig sein, auch eine Anfängerperson zu nehmen, weil du eben dann auch dich mehr verstanden fühlst und mehr auf Augenhöhe fühlst. Wichtig ist auch, dass die dritte Person informiert ist über euch Und dass es ein Erwartungsmanagement gibt, das heißt nicht, dass diese dritte Person alles haarklein wissen muss. Aber dass es da noch eine Person gibt und dass das gerade Anfänge sind und das ist einfach total wichtig. Und das ist natürlich auch deswegen wichtig, weil ihr natürlich auch über ein STI-Konzept sprechen müsst, also über sexuell übertragbare Krankheiten, falls sexuelle Praktiken zur Anwendung kommen. Wenn ihr das dann alles angeschaut habt, also Informationen darüber, wer wie viel wissen will, eine gute Selbstfürsorge, was macht ihr rund um Dates, was hilft der Person, die geht, was hilft der Person, die zu Hause bleibt oder eben nicht zu Hause bleibt, was ist mit der dritten Person zu besprechen, dann solltet ihr rausfinden, was für Situationen rund um die Dates sind herausfordernd und solltet Strategien finden, wie ihr damit umgeht und dann geht ihr langsam los. Dann gibt es vielleicht ein erstes Kaffee trinken, ein erstes Treffen und wie gesagt Baby-Steps. Selbst wenn ihr eine Riesenliste an Dingen habt, die ihr gerne ausprobieren wollt, macht erst mal nur eins. Das ist aufregend genug. Und dann ist es immer wichtig zu reflektieren. Immer wieder wichtig zu gucken, was ist eigentlich passiert? Was hat sich blöd angefühlt? Aber auch, das ist so wichtig, was hat sich gut angefühlt? Oder was war weniger schlimm als erwartet? Die Erfolge wirklich bewusst anzugucken, das erhöht euer Wissen. Das hilft bei der Konfliktbewältigung, weil ihr ganz bewusst Erfahrungen macht, die euch zeigen, hey, wir sind durch den Konflikt durch, wir werden es auch ein nächstes Mal schaffen. Es gibt ein gutes Reconnecten, weil wenn ihr über die Erfolge redet, dann könnte es sein, dass ihr euch darüber verbunden fühlt. Und wenn ihr über die Erfolge genauso redet wie über die Misserfolge, dann gibt es auch in Zukunft bessere Entscheidungen. Und das alles miteinander zu machen, habe ich gerade schon gesagt, gibt eben Verbindungsmomente und die solltet ihr bewusst bewahren. Gucken, wann ihr euch verbunden habt und wie euch das näher gebracht hat. Denn feiern und dann gegebenenfalls rekalibrieren, das werdet ihr vermutlich in Zukunft noch häufiger machen.
Folgenzusammenfassung
Damit bin ich am Ende der Folge. Also ich habe darüber gesprochen, worüber wir reden, was die Definition ist, über das erste Gespräch bzw. Die ersten Gespräche, was zu tun ist, bevor es losgeht und wie die Erlebnisse dann letztendlich organisiert werden. Und da ist mir der wichtigste Punkt zusammen. Wenn ich jetzt auf ein Fazit gucke. Also Beziehungsöffnung ist nicht die einzige Lösung bei sexuellen unterschiedlichen Wünschen, aber es kann eine Lösung sein und sie kann in unterschiedlichen Schritten passieren. Eine Beziehung tatsächlich zu öffnen ist ganz schön groß und will gut vorbereitet werden. Also da muss ganz viel vor den ersten Erlebnissen passiert werden und dann müsst ihr alles wieder umschmeißen, weil es sich doch anders anfühlt, als ihr dachtet. Die ersten Erlebnisse sollten wirklich in beiderseitiger guter Unterstützung passieren und in Baby-Schritten. Und ihr solltet immer wieder reflektieren darüber, was ist gut gelaufen, was ist schlecht gelaufen, was können wir verbessern. Und wenn Verletzungen dabei passieren, das sage ich immer wieder, wenn was Unangenehmes passiert, gibt es drei Schritte. Anerkennung des Schmerzes, Rehabilitation, Repair und gucken, wie geht es in Zukunft weiter. Und solltet ihr euch ruhig Zeit nehmen, wir tendieren dazu, sofort in die Lösung zu gehen. Aber wirklich ein wirkliches Verständnis dafür, was eigentlich blöd war, ist total wichtig und ich weiß, das ist sauschwer, weil wenn ich etwas getan habe, was meiner Partnerperson wehtut, dann ist das schwierig für mich und dann möchte ich das so schnell wie möglich hinter mich bringen und erklären, warum das ein Versehen war und sagen, dass das nie wieder passiert. Aber diese langsamen Schritte, Anerkennung des Schmerzes, Fokus auf die Person, die geschädigt wurde, dann Repair und Rehabilitation, Beziehungsverbindungen herstellen und dann gucken, wie geht es in die Zukunft, also Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Abzuschreiten, ist bei Verletzungen extrem wichtig. So, wenn du bis hierhin zugehört hast, vielen Dank dafür. Vielleicht hast du dann ja Lust, uns eine Bewertung in deinem Podcatcher zu hinterlassen. Du kannst einfach ein Sternchen oder ein Herzchen da lassen, du kannst aber auch eine Bewertung schreiben. Und natürlich kannst du auch, auch wenn du uns über Spotify oder Castbox hörst, auch auf die anderen Plattformen gehen und uns da eine Bewertung dalassen. Was auch immer. Also wo auch immer du den Eindruck hast, da könnte ich MoPoCo bewerben, gerne her damit. Und jetzt wünsche ich einen fantastischen Tag. Bis dann.
Outro
Wie schön, dass du bei der heutigen Folge dabei warst. Wir freuen uns, wenn du etwas Wertvolles mitnehmen konntest. Vielleicht magst du es dir kurz notieren? Gab es einen Aha-Moment? Möchtest du etwas vom Gesagten umsetzen? Gibt es jemanden, mit dem du die Folge diskutieren möchtest? Geh für dich los und mach dein Leben lebenswerter. Und vergiss nicht, jede Person dafür.
