Betrug aus Sicht von Person C: Was tun, wenn du der Außenkontakt bist? Verständnis, Optionen und konkrete Entscheidungen.
Sonja widmet diese Folge der oft übersehenen Perspektive von Person C – dem Außenkontakt in einer bestehenden Beziehung. Es geht um Klarheit statt Stigma: Was ist hier überhaupt „Betrug“, welche Szenarien gibt es, was passiert nach der Akung meist konkret – und wie gewinnst du Gestaltungsmacht zurück? Mit Fragen, Strategien und Selbstfürsorge-Impulsen für klare Entscheidungen.
⚠️ Hinweis: In dieser Folge geht es um Betrug, Scham, Schuldzuweisungen und soziale Ächtung. Bitte pass gut auf dich auf, während du zuhörst.
📌 Themen dieser Folge:
Definition: Was ist „Betrug“ hier – und was unterscheidet ihn von offener Beziehung/Polyamorie?
Rollenmodell A–B–C: Kontext statt moralischer Labels
Szenarien von Außenkontakten: einmalig, wiederholt, parallel – warum die Ausprägung zählt
Zwei Ausgangslagen für C:
C wusste vom Bestandspaar: Ambivalenz, Scham, Isolation
C wurde selbst betrogen: Bindungsverletzung, geringe Aufarbeitungschancen
Nach der Akung: Kontaktabbruch, Fremdbestimmung, Schwebezustand, Hoffnungen
Gestaltungsmacht zurückholen: Zeitrahmen setzen, Optionen klären, Infos sammeln
Entscheidungsinputs: Gier, Vernunft, Moral – strukturiert zu tragfähigen Entscheidungen
Konkrete Leitfragen: Kontakt zu A, Dreiergespräche, eigene Grenzen, Prävention
Tools: Smörgåsbord-Methode, Notizen, begrenzte Grübelzeiten
Selbstfürsorge und moralische Reflexion: Bedürfnisse, Motivation, Augenhöhe
💡 Das Wichtigste in Kürze
Betrug = gebrochener (oft impliziter) Vertrag; Unabgesprochenes ist zentral.
Rollen A/B/C sind Positionen, keine Charakterurteile.
Gewusst vs. selbst betrogen: unterschiedliche Folgen und Wege der Aufarbeitung.
Soziale/strukturelle Faktoren prägen den Ausgang stärker als Gefühle allein.
Triff aktive Entscheidungen: Optionen und Zeitfenster schriftlich festhalten.
Nutze „Gier, Vernunft, Moral“ als Dreiklang für nachhaltige Entscheidungen.
Pflege Selbstfürsorge und such dir Unterstützung; halte Ambivalenz aus.
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Vorwissen und Vertiefung zum Themenschwerpunkt Betrug:
Das „Smorgasboard“:
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Intro
Willkommen bei Mono, Poly & Co., dem Non-Profit-Wissens-Podcast für Beziehungen in allen Formen. Ich bin Sonja Jüngling, Paar- und Sexualberaterin und außerdem Beziehungsbegeisterte, Abenteurerin und Gegensatzaushalterin. Mein wundervolles Team und ich liefern dir frei Haus und kostenlos alles, was du für die individuelle Gestaltung deiner Beziehungen benötigst, mit ganz praktischen Tipps, Insights und Interviews. Schön, dass du für dich losgehst. Nutz gern zusätzliche Unterstützungsangebote und schaff Raum für das was dich bewegt. Und nun viel Spaß mit der heutigen Folge.
Einleitung
Hallo zusammen und willkommen zu einer neuen Themenfolge hier bei MoPoCo. Heute spreche ich über ein Thema, das euch sehr bewegt und für viele Menschen sehr relevant ist. Es geht nämlich wieder um Betrug. Heute spielt die Person eine Rolle, die als Affäre oder Außenkontakt oder so bezeichnet wird. Also die Person, mit der der gefühlte Betrug begangen wurde. Das heißt, die Folge ist für dich relevant, wenn du freiwillig oder unfreiwillig Affäre warst und wissen willst, was du tun kannst und oder solltest und was du unabhängig vom Kontakt, den du in die Bestandsbeziehung hattest, entscheiden könntest oder solltest. Es gibt schon ein paar Folgen davon. Es gibt einmal den Rundumschlag. Da habe ich den Betrug mit es kommt raus und was danach passiert in vier Phasen eingeteilt und habe erzählt, was in diesen Phasen wichtig ist und was das Ziel sein sollte. Und habe im zweiten Teil darüber gesprochen, was parallel dazu passieren sollte, damit sich das nicht wiederholt und das so gut wie möglich aufgearbeitet werden kann. Und dann gibt es auch noch eine Praxisfolge. Wenn du also mehr dazu wissen willst, hast du noch drei Folgen zu hören. Dann spreche ich heute einmal darüber, was dich erwartet. Also spreche ich wie immer über die Definition. Dann spreche ich über die unterschiedlichen Positionen. Du wusstest das vielleicht vorher, dass du Teil eines heimlichen Konstruktes warst oder du wusstest es nicht und bist selbst betrogen worden. Ich rede über die unterschiedlichen Positionen dabei. Dann rede ich darüber, was auf dich zukommt, wenn du Teil eines Konstruktes bist, in dem ein Betrugsgefühl entstanden ist und oder eine Affäre aufgeflogen ist. Und dann rede ich darüber, was du selbst tun und oder entscheiden solltest und überhaupt kannst. Und natürlich gibt es am Ende auch ein Fazit. Und bevor wir jetzt starten, es ist vielleicht sogar schon vorgekommen, dass du mit dem ein oder anderen Wort, das ich benutzt habe, ein Problem hast, weil es unangenehme Gefühle in dir auslöst. Das tut mir leid und ist natürlich nicht meine Absicht. Und gleichzeitig ist es ganz oft wichtig, Sachen wirklich sehr konkret zu benennen. Und wenn du merkst, dass da Worte bei sind, die bei dir sich unangenehm anfühlen, dann schreib die doch gern mal auf und überleg mal, woher das kommen könnte, dass die unangenehm sind. Vielleicht fühlst du dich unfair behandelt oder ja. Achso, und wenn du das aufgeschrieben hast, dann könntest du ja mal schauen, ob du da, nachgehen möchtest, ob du das angemessen findest, ob du vielleicht ein bisschen in die Selbstempathie gehen willst und bedenke dabei, dass ich dich ja überhaupt nicht kenne. Ich verurteile dich garantiert nicht. Und das, was du als Urteil spürst, ist vielleicht deine eigene Verunsicherung oder die gesellschaftliche Prägung, auf die ich heute auch immer wieder zurückkommen möchte. So oder so, sorg für dich. Wenn du den Eindruck hast, das Wort ist wirklich unangemessen, schreib es mir. Und wenn du eine Pause brauchst, dann nimm dir eine Pause. Denn es ist ein schweres Thema und es ist trotzdem so wichtig, dass wir uns damit beschäftigen. Denn das passiert leider ziemlich häufig.
Definition
So, ich fange dann mal an. Ich rede erstmal über die Definition. Also, wenn ich von Betrug oder Affäre oder Fremdgehen oder Außenbeziehung oder so rede, dann meine ich eine Konstellation, in der es eine Bestandsbeziehung gibt, also zwei Menschen, die in einer wie immer gearteten Partnerschaft sind. Und dann gibt es unabgesprochene Kontakte mit anderen Menschen. Die Menschen könnten vielleicht abgesprochen sein, aber die Art der Kontakte, also eine emotionale oder eine körperliche Intimität, ist vielleicht vorhanden, die nicht abgesprochen war. Und das ist… Was eben einen Betrug von einer Polyamorie oder einer offenen Beziehung unterscheidet, ist eben dieses unabgesprochene Unfreiwillige. Nicht alles, was unabgesprochen ist, ist auch unfreiwillig, aber oft haben wir ja so innere Verträge mit unseren Partnerpersonen und da können eben Betruggefühle entstehen, wenn ich den Eindruck habe, dieser Vertrag ist gebrochen worden. Und die Folgen, auf die ich vorhin verwiesen habe, sind Folgen, die sich in erster Linie an das Bestandspaar richten, also an eine wie immer geartete Partnerschaft, die schon ein bisschen was länger hält. Und du bist als dritte Person dazugekommen, aber eben ohne, dass die Person, mit der du keinen direkten Kontakt hast, das wusste. Und ich habe in den anderen Folgen immer von Person A, B und C gesprochen, weil ich total ungern von Betrogenen oder TäterInnen oder sowas sprechen möchte. Sondern es sind einfach Positionen innerhalb eines Konstrukts. Und wie ich ja schon in der Einleitung gesagt habe, das kann bei dir freiwillig oder unfreiwillig gewesen sein, heißt das nicht, dass deine Rolle total klar ist. Also ich mache mal eben mit der Definition weiter. Also weil ich eben nicht von Betrogenen oder so reden wollte, habe ich mir überlegt, dass ich beim Bestandspaar die Personen A und B benenne. A ist die Person, die nichts wusste. B ist die Person, die den Außenkontakt hatte und etwas wusste. Und C ist die Person, die da dran hängt. Das heißt, heute rede ich über die Person C und vielleicht bist du eine Person C. Genau, du bist also die Person, die mit A vielleicht Kontakt hatte, aber auf jeden Fall mehr Informationen hatte, als A das hat. Und heute geht es darum zu gucken, was du eigentlich machen kannst mit dieser ganzen Geschichte, weil du natürlich auch eine besondere Position darin hast und in der ersten beziehungsweise in den ersten drei Folgen noch nicht so viel Raum bekommen hast. Und das ist aber total wichtig, weil in der Literatur wird Person C oft als das Böse dargestellt und als die Täterin, der Täter und das als, also ja, da komme ich später auch nochmal drauf zurück. Das ist einfach eine ganz schwierige Position, für die ganz in der Gesellschaft und im Narrativ ganz wenig Verständnis besteht. Und ich möchte das gerne ändern, weil du machst das ja auch nicht, weil du es so lustig findest. Und ich möchte da einfach eine differenzierte Sichtweise drauf bieten. Und wenn wir über die Definition von Person C sprechen, ist es mir auch wichtig, klar zu haben, dass es unterschiedliche Szenarien gibt und dass das auch einen Unterschied macht, ob das eine einmalige körperliche Sache war, ob es mehrfach aber rein körperlich ist, ob es eine richtig vollwertige Parallelbeziehung war, wie, so eine zweite Parallelwelt und wie lang die Zeit war, mit der der gefühlte Betrug entstanden ist. Ich sage immer gefühlter Betrug und ich möchte damit niemanden angreifen. Tatsächlich ist es mir einfach wichtig, dass, also ein Betrug ist für mich, wenn ein Vertrag gebrochen wurde. Verträge werden in unserer westlich gelebten Norm selten konkret ausgesprochen und unterzeichnet oder abgesegnet und viele Betrugsgefühle entstehen an ganz anderer Stelle oder aus einem Missverständnis heraus. Und deswegen sage ich immer gefühlter Betrug. Aber es gibt natürlich Fälle, wo das Betrugsgefühl durchaus die Realität abbildet. Das wollte ich gerne noch einordnen.
Positionen
Also ich habe es ja eingangs schon gesagt, es gibt unterschiedliche Positionen, in denen C sich befinden kann. Das eine ist, Person C wusste das. Was passiert also, wenn das auffliegt? Also erstmal gibt es wahrscheinlich ganz viel Angst. Angst davor, dass jetzt alles vorbei ist. Was ja auch die gesellschaftliche Erwartung ist, wenn eine Affäre aufliegt oder was Heimliches aufliegt, dann wird die Beziehung zu Person C auf jeden Fall abgebrochen. An vielen Stellen wird auch erwartet, dass dann die Beziehung zwischen A und B zerbricht. Aber auf jeden Fall ist das so ein großes Ding, dass jetzt auf jeden Fall große Veränderungen anstehen und das kann total viel Angst machen. Unter Umständen gibt es bei dir auch eine gewisse Erleichterung und vielleicht so eine Hoffnung auf Sichtbarkeit, denn die Unsichtbarkeit und der Status, das ist mitunter einer der schwersten Aspekte, wenn du ein heimlicher Kontakt bist. Und das macht ehrlich gesagt, also in meiner Beobachtung macht das viel mit dem eigenen Selbstwert. Ich weiß, dass wir so grundsätzlich nicht viel über sozialen Status und gesellschaftlichen Status reden. Aber wenn ich immer unsichtbar bin und auch mit niemandem darüber reden kann, dann bin ich auch immer irgendwie nicht in der Gruppe so richtig drin. Und das macht einfach was. Und auch, dass ich keine Anerkennung erhalte, nicht vorgestellt werde als die Freundin oder so, das macht einfach was mit meinem Selbstwert. Und wenn dann die Affäre auffliegt, dann könnte es ja sein, dass ich mir nun vorstelle, dass ich eben jetzt ja nicht mehr so heimlich bin, dass ich anerkannt werde. Selbst wenn ich nicht mehr als Partnerin anerkannt werde, dass eben anerkannt wird, vielleicht, dass ich eine Opferposition hatte oder ja, was auch immer. Also es könnte eine Erleichterung sich bei dir einstellen und die Hoffnung auf Sichtbarkeit oder die Hoffnung darauf, dass du jetzt die Person bist, die gewählt wird als offizielle Partnerin. Ja, also da ist ein ganz schön krasser Gefühlscocktail, der auch noch dadurch befeuert wird, je nachdem in welchem Konstrukt du dich bewegst, also ob du Mono lebst oder Poly lebst oder dich als solches identifizierst oder offen lebst. Die entsprechenden moralischen Bewertungen werden jetzt total laut. Also da könnte Schuld und Scham kommen, da könnte der Wunsch nach Vergebung kommen, da könnte eine große Erleichterung kommen, dass es jetzt eine Legitimation gibt. Also da sind ganz schön viele Gefühle, die da jetzt auftauchen. Das heißt, es ist auch für dich ganz schön groß. Hinzu kommt, dass du vermutlich wenig Infos und wenig Ausblicke und Perspektiven bekommst, weil üblicherweise, mindestens wenn die Bestandsbeziehung gerettet werden soll, dann gibt es oft einen Kontaktabbruch mit der Person C. Das wird auch in der Literatur bei vielen erfahrenen Paartherapeutys gelehrt, dass es sofort einen Kontaktabbruch, einen endgültigen Kontaktabbruch zur Person C gibt. Ich glaube nicht, dass das die einzige und schon gar nicht, dass das die beste Lösung ist, aber wahrscheinlich erlebst du das. Das heißt, du bist ziemlich auf dich allein gestellt und ja. Einfach auch die Tatsache, dass du nicht das Zentrum der Aufmerksamkeit aus der Gesellschaft bist, sorgt dafür, dass du viel mit dir selber ausmachen musst. Du darfst dir also vergeben selber, du darfst das verarbeiten, wahrscheinlich findest du wenig Menschen, mit denen du darüber sprechen kannst. Und mir ist einfach wichtig zu sagen, du bist auch ein Mensch und natürlich hast auch du Gefühle und hattest auch du gute Gründe, das zu tun. Natürlich ist es wichtig, deinen Anteil an der Situation trotzdem anzuerkennen. Das erfordert eine große Ambiguitätstoleranz, dass eben zwei total unterschiedliche Seiten gleichzeitig sein dürfen. Und so ist Leben, das ist Menschsein, dass zwei völlig unterschiedliche Sichtweisen, zwei Wahrheiten nebeneinander existieren dürfen. Du hattest gute Gründe und trotzdem möchtest du vielleicht deinen Anteil sehen, aber dazu kommen wir später. Also die Position Nummer eins ist, du wusstest es, es gibt große Gefühle, wenn das Ganze auffliegt und du bist ziemlich auf dich allein gestellt, musst dich um dich selber kümmern und hast vermutlich wenig Räume darüber zu reden und musst viel aushalten, was Ambiguität angeht. Die Position zwei ist, du wurdest selbst betrogen. Du wusstest vielleicht gar nicht, dass du nur an der Seite bist, dass es eine größere Beziehung gibt, dass die Person vielleicht sogar verheiratet ist, Kinder hat. Das wusstest du vielleicht alles gar nicht. Oder dir wurde erzählt, dass das alles transparent ist, dass die Person A einverstanden ist mit dem, was zwischen dir und B passiert. Ja, also es könnte sein, dass du selbst betrogen wurdest. Und dann gilt alles, was ich am Anfang zu Position 1 auch gesagt habe. Die Angst vor dem Ende, die eventuelle Erleichterung, die Statusveränderung oder gesellschaftliche Anerkennung, die Veränderung im Selbstwert, dass die eigenen moralischen Bewertungen größer werden, dass du wenig Infos bekommst, dass du auf dich allein gestellt bist. Das ist die Ambiguitätstoleranz, Aushalten, dass du gleichzeitig gute Gründe und Anteile hattest. Das ist alles dort und du bist gleichzeitig auch noch Person A. Und hinzu kommt, dass dieser Fall selten bedacht wird. Die Affäre, die Außenbeziehung wird oft als der Feind das Böse bezeichnet und da wird oft gesagt, dass die Person hinterhältig ist und vielleicht sogar den Mann ausspannen wollte, wenn man jetzt die weibliche Seite ansieht. Oder vielleicht es Absicht war, die Bestandsbeziehung zu torpedieren und das war vielleicht gar nicht deine Absicht, schon gar nicht, wenn du gar nicht wusstest, dass es eine Bestandsbeziehung gibt. Das heißt, dir wird oft auch nicht geglaubt, dass du selbst betrogen wurdest. Es wird vorausgesetzt, dass du das ja hättest ahnen müssen und jeder weiß das doch, dass die Person in einer Beziehung ist und naja, das ist einfach, es ist einfach wirklich eine noch schwierigere Position, als wenn du es wusstest. Du hast außerdem weniger Chance auf Aufarbeitung, weniger Chance, dass Energie in deine Beziehung gesetzt wird, weil du ja nach der ersten Beziehung gekommen bist. Das heißt, die Position ist noch schlimmer. Damit bist du im Grunde genommen Person A mit weniger Macht und weniger Rechten. Das heißt aber auch, dass die erste und zweite Folge, die es zum Thema Betrug gibt, für dich vielleicht hilfreich sein könnte. Naja, und dann neben den ganzen Selbstzweifeln und der Angst davor, dass du vielleicht wieder drauf reinfallen könntest, hast du natürlich einfach auch eine krasse Bindungsverletzung erlebt. Ja, da ist jemand, der dich belogen hat oder der intransparent war und dem du vielleicht dein Vertrauen geschenkt hast. Ja, das ist einfach also eine der schlimmsten Bindungsverletzungen, die es gibt, dass meinen Erwartungen nicht entsprochen wird in einen Menschen. Und das ist einfach, ich kann gar nicht sagen, wie groß das ist, das ist einfach riesig und da darfst du dich. Ja, ich wollte sagen, ganz viel um dich kümmern, aber naja, was ich gerade gesagt habe, an vielen Stellen werden Menschen, die die Affäre waren, nicht besonders viele positive Gefühle entgegengebracht und, es tut mir einfach total leid, dass du in der Position bist. Also wenn du in der Position warst, dass du wusstest, könnte ich noch sagen, naja, du hast dich darauf eingelassen, du wusstest, worauf du dich einlässt, aber da wurdest du wirklich überhaupt nicht gefragt. Also mein größter Wert Freiwilligkeit ist überhaupt nicht bedacht worden und du stehst vielleicht jetzt völlig allein da. Das tut mir total leid und es ist total wichtig, dass diese Gefühle Raum bekommen, aber es ist auch wichtig, dass du gut auf dich aufpasst, dass das nicht zu viel auf einmal wird, weil das ist einfach viel. Und da kann es hilfreich sein, langsam zu gehen und sich zwischendurch auch Ablenkung zu gönnen und sich auf Schönes zu konzentrieren und einfach eine gute Selbstversorgung mit sich zu betreiben. Also das sind erstmal die zwei Positionen, die es gibt. Einmal, dass du es vorher wusstest und einmal, dass du selbst betrogen wurdest.
Was auf dich zukommt
Und was machst du jetzt damit? Also erstmal möchte ich einen kleinen Ausblick geben, was auf dich zukommt. Also vermutlich wird es so sein, dass es einen Ausschluss aus dieser Konstellation gibt oder einen Kontaktabbruch oder dass der Kontakt mindestens reduziert wird, mindestens für eine Zeit. Oft wird auch endgültig die Beziehung beendet. Das heißt aber auch, dass vermutlich Gruppenthemen, Urängste bei dir hochkommen. Also das heißt nicht nur der Kontaktabbruch wiegt schwer und dass du völlig allein auf weiter Flur stehst, was nicht stimmt. Und ich bin mir sicher, in deinem Umfeld gibt es ein oder zwei Menschen, denen du dich anvertrauen kannst und die dir vielleicht nicht helfen, aber zumindest zuhören kann und nicht von deiner Seite gehen. Also es ist einfach wichtig, dass du den Kopf hast, du musst diesen Kontaktabbruch und das Ausschlussgefühl nicht völlig handlungslos ertragen. Vor allen Dingen nicht, also wenn du die Position 1 hast, also du wusstest, ist das auch nicht deine gerechte Strafe oder so ein Quatsch. Das ist einfach schlimm und aus einer Gruppe ausgeschlossen zu werden oder sich an einen Gruppenausschluss zu erinnern und einen unfreiwilligen Kontaktabbruch zu haben, das sind einfach die schlimmsten Erfahrungen, die wir als Mensch machen können. Eine der schlimmsten Erfahrungen. Und nimm dich da ernst, weil sonst tut es keiner. Wenn du dich scheiße fühlst, du darfst dich scheiße fühlen und du hast Mitgefühl verdient. Selbst wenn du Anteil hattest daran, das zu machen. Ich glaube ja nicht daran, dass es böse Menschen gibt. Ich glaube daran, dass jeder so eine Prozentzahl an Arschlochverhalten manchmal an den Tag legt. Aber meistens ist das, wie der Herr Rosenberg immer so schön sagt, der tragische Ausdruck eines unerfüllten Bedürfnisses. Also nimm dich ernst, hab Verständnis mit dir, weil sonst tut es keiner. Und das ist groß. Wenn Gruppenthemen bei dir hochkommen, Ausschlussgefühle, Aliengefühle, nimm dich ernst. Such dir professionelle Unterstützung, eine von der du dich nicht verurteilt fühlst. Guck in Foren, sorg für dich, nimm dich ernst. Sowas ist groß. Das ist die größte Urangst, die wir haben, dass wir nicht mehr zur Gruppe gehören. Und da ist direkt der zweite Punkt, es gibt da ganz klar eine gesellschaftliche Ächtung. Es gibt eine gesellschaftliche Rangfolge und weibliche Affären sind so ziemlich das Niedrigste, was es in der früheren gesellschaftlichen Rangfolge gab. Ob es das immer noch so ist, das wird keine Ahnung, aber in der sozialen Leiter waren die ganz kurz über den Menschen, die sich für Geld verkauft haben, meistens ja auch an vergebene Männer. Also es ist einfach wichtig, dass du das im Kopf hast, wenn du diese gesellschaftliche Ächtung verspürst. Ihr habt das einfach im Kopf, dass das real ist. Und selbst wenn du ein wohlwollendes Gegenüber hast, in dir ist diese Prägung ja auch. Wir alle haben diese Prägung, dass vor allem die weibliche Affäre, aber die männliche auch nicht unbedingt, gesellschaftlichen hohen Status genießt. Aber sei dir bewusst, dass diese patriarchalen Konstrukte dafür sorgen, dass du dich geächtet, ausgeschlossen und verurteilt fühlst. Und dabei ist es total wichtig, dass du dich eben ernst nimmst, dass du deine Gründe kennst, dass du deine Anteile klar hast, dass du dir selbst vergeben kannst. Denn ja, wenn du damals, als es angefangen hat, gewusst hättest, was du heute weißt, hättest du vielleicht anders gehandelt. Aber damals ging es halt nicht anders. Jede Person hat gute Gründe für alles, was du tut. Selbst wenn es bei manchen Menschen viele Schmerzen hat. Also sei dir deiner Gründe klar und auch da wieder eine große Ambiguitätstoleranz an den Tag leben. Was auf dich zukommt, ist noch eine Fremdbestimmung. Jemand anders bestimmt über dich. Unter Umständen nicht mal deine ehemalige Partnerperson, sondern die Person, die da dran hängt. Vielleicht hast du bei den Handlungen, die jetzt passieren, ganz oft das Gefühl, dass es gar nicht die Person ist, die du kennst, sondern dass diese Person wie auf Auftrag handelt. Das macht die Fremdbestimmung noch schmerzhafter. Fremdbestimmung fühlt sich immer blöd an, aber das macht es noch schmerzhafter. Dass da nicht nur die Person, die dich früher angeblich geliebt hat, vielleicht über dich bestimmt, sondern Personen, die dich überhaupt nicht kennen, entscheiden über dich. Du hast also überhaupt keine gefühlte Handlungsmacht mehr. Hast du doch, aber da kommen wir später zu. Also was auf dich auch zukommt, ist so ein Schwebezustand. Also eventuell sagt die Person ganz klar, wir werden uns nie wiedersehen. Eventuell begegnet ihr euch aber automatisch irgendwo. Und eventuell gibt es auch in dir eine kleine Hoffnung, dass sich das nochmal ändert. Und eventuell sagt die Person auch, dass das irgendwie eine Polyamorie oder eine offene Beziehung angestrebt wird. Oder dass du als vollwertige Partnerperson. Angenommen wirst, weil die Person B sich von Person A vorhat zu trennen. Also was auf dich zukommt, ist auf jeden Fall ein Schwebezustand. Du erfährst als letzte Person, wie es weitergeht. Und ich habe es gerade schon gesagt, der fünfte Punkt von dem, was auf dich zukommt, ist, dass dir zum Teil aktiv Hoffnung vorgesetzt wird, um dich zu halten, weil die Person B vielleicht gerade selber, also nicht, weil sie so manipulativ und berechnet ist, sondern weil die Person B gerade selber nicht weiß, was sie möchte und was möglich ist. Und weil eben bei solchen Situationen es oft ein viel längerer Schwebezustand, ist, als das viele Menschen das sich wünschen. Die meisten Menschen wünschen sich Klarheit, wir sind zusammen oder wir sind nicht zusammen, wir haben eine Zukunft zusammen oder wir haben keine Zukunft zusammen und an der Stelle, wo eine Affäre aufliegt, ist das unsicherer denn je. An der Stelle ist es auf jeden Fall unsicherer denn je und es wird auch oft ausgesprochen, dass es unsicher ist. Wir wissen nicht, wie wir weitermachen, wir können uns nicht entscheiden, wir brauchen erst noch Fakten, was auch immer. Immer dann auch dieses Wir, was dir so entgegen gebrüllt wird, das ist halt auch voll anstrengend und gleichzeitig wird die Hoffnung angefüttert. Das könnte eben auf dich zukommen, denn das darfst du einfach nicht vergessen. Ja, es mag sein, dass die Gefühle zwischen dir und B lauter sind, intensiver sind, sich größer anfühlen als die Gefühle der Bestandsbeziehungen, die vielleicht auch klein geredet wurden. Aber Länge, Intimitätslevel, Außenfaktoren wie Familie, Eigentum, berufliche Verwicklung, die wiegen schwer. Und oft sind Gefühle demgegenüber weniger ausschlaggebend. Nicht zuletzt deswegen, weil unsere Gesellschaft so oft darauf pocht, nur auf die Fakten zu gucken. Und Liebe kann man halt nicht messen. Das sind die Sachen, die auf dich zukommen. Ein Ausschluss- oder Kontaktabbruch, eine gesellschaftliche Ächtung, Fremdbestimmung, Schwebezustand und eventuell auch noch eine Hoffnung, die ganz aktiv angefüttert wird.
Was du tun / entscheiden solltest
So, jetzt komme ich zum letzten Punkt. Was du tun kannst, tun solltest, entscheiden kannst, entscheiden solltest. Das ist, glaube ich, also für mich ist das immer der wichtigste Teil, weil alles, wo ich mich nicht von außen bestimmt fühle, ist für viele Menschen leichter aushaltbar. Es gibt auch Menschen, die ticken ein bisschen anders. Aber wenn Menschen in die Gestaltungsmacht kommen, wenn sie wissen, was sie tun können und was nicht und das, was sie tun können, dann auch tatsächlich tun, das ist oft ein Weg in die richtige Richtung und da geht es oft vielen Menschen sehr viel besser. Worüber du dir Gedanken machen könntest oder solltest, ist die Frage, wie lange halte ich eventuelle Schwebezustände aus? Wenn gesagt wird, oder vielleicht gar nichts gesagt wird, noch schlimmer, wenn einfach kein Kontakt besteht, wie lange will ich warten? Und dann überleg dir wirklich gut, unter welchen Bedingungen. Also wie lange will ich warten, wenn gar nichts kommt? Wie lange will, kann ich warten, wenn etwas kommt? Und ja, das können Tage, Wochen, Stunden, Monate sein. Also überleg dir gut, in welchem Szenario du was halten kannst, halten willst, und wie lang du da verharren willst und was so deine Handlungsoptionen sind. An der Stelle müssen ja Entscheidungen getroffen werden. Und wenn ich einen guten Entscheidungsprozess habe, dann sind die Entscheidungen nachhaltiger. Was ist ein guter Entscheidungsprozess, wenn ich so viele Informationen wie möglich habe? Und Informationen sind nicht nur die von außen, sondern auch die von innen, aus mir heraus. Und da gebe ich immer drei Bereiche mit. Gier, Vernunft habe ich schon oft im Podcast benannt. Also einmal, das will ich jetzt unbedingt. Das ist eine sehr impulsive Entscheidung. Dann Vernunft. Ich gebe immer ganz gerne dieses Überraschungsei-Ding. Du kriegst ein Überraschungsei und dir wird gesagt, wenn du zehn Minuten wartest, dann kriegst du zwei. Wenn du dich für das zweite entscheidest, dann ist das die vernünftigere Wahl an der Stelle. Ob es die beste ist, weiß man nicht. Es ist vielleicht die vernünftigeren. Das sind also die beiden Kämpfe, die wir jeden Tag führen. Gier, Vernunft, esse ich lieber Schokolade oder gehe ich ins Fitnessstudio? Und dann gibt es immer noch einen dritten Aspekt, nämlich was halte ich für richtig? Also die Moral. Und wenn ich all diese drei Sachen bedenke und gut abwäge, dann habe ich hoffentlich eine Entscheidung getroffen, die meinen Interessen entspricht und für mich den größten Beitrag bereithält. Und an der Stelle ist es mir total wichtig, wir tendieren dazu, habe ich gerade schon gesagt, wir tendieren dazu, nur Fakten gelten zu lassen. Gefühle, also wie es mir mit etwas geht auf einer Skala von 0 bis 10, also ob ich aufgebracht bin oder traurig auf einer Skala von 0 bis 10. Spielt schon eine Rolle. Und das ist natürlich auch nur der Versuch, etwas in Fakten reinzupressen. Aber ich meine, wir Menschen sind, das, was uns, glaube ich, von KI unterscheidet, ist, dass wir eine Innensicht haben, dass wir eine Meinung haben, dass wir Gefühle haben. Das kann KI nicht. Und das ist einfach einer der wichtigsten Punkte, die uns menschlich machen. Dass wir Gefühle haben und das darf und sollte eine Rolle spielen. Also, was sollte ich tun, entscheiden? Ich sollte mir Gedanken über Zeiträume machen. Wie lange kann und wie lange will ich warten? In welchem Zustand und was heißt das für mich? Dann darf ich mir Optionen klar machen und alles, was ich sage, ist an der Stelle griffiger und macht mehr, wenn du es handschriftlich irgendwo notierst. Vielleicht sogar bildhaft mit unterschiedlichen Farben als Mindmap. Was für Optionen habe ich? Mit welchen Optionen will ich leben? Mit welchen Optionen kann ich leben? Was brauche ich? Was will ich? Und dafür kann wie immer das Smörgåsbord sehr hilfreich sein. Das haben wir schon an vielen Stellen empfohlen. Es wird auch diesmal wieder in den Shownotes auftauchen. Und es kann an dieser Stelle eben auch hilfreich sein, wenn du guckst, was habe ich mir von dieser Beziehung erwartet, was kann ich mir von dieser Beziehung erwarten, was erwarte ich mir grundsätzlich von Beziehungen, wie will ich weitermachen. Und da sollte auch drüber nachgedacht werden, also in manchen Szenarien ist es so, dass tatsächlich diese zusätzliche Person als Partnerperson, also du, die Person C, als Partnerperson in Betracht gezogen wird oder als Freundschaft plus oder als Freundschaft oder als lose Bekanntschaft oder dass es noch Kontakt geben muss, weil ja, keine Ahnung, der gleiche Arbeitgeber da ist. Also das Smörgåsbord kann auch dabei helfen, zu gucken, wie könnte ein Kontakt in Zukunft aussehen. Und da ist es ganz wichtig, dass du auch eine Entscheidung triffst. Kann ich das? Oder bin ich vielleicht eine ganz oder gar nicht Person? Selbst wenn du eine ganz oder gar nicht Person in der Erfahrung bist und jetzt denkst, ich möchte aber eigentlich einen oberflächlichen Kontakt noch haben oder ich möchte die Menschen nicht ganz verlieren, lohnt es sich durchaus darüber nachzudenken, weil es ist nichts unveränderlich in dir, nichts per se unveränderlich. Natürlich kannst du rausfinden, dass du das nicht verändern kannst, aber. Solche Sachen sind vielleicht Gewohnheit und vielleicht da, aber sie sind nicht immer unveränderlich. Aber zu wissen, bin ich eine ganz oder gar nicht Person, hilft einfach dabei zu gucken, wie möchte ich mich denn entscheiden. Wenn Person A und B sich sortiert haben und mit irgendwelchen Optionen kommen, wie kann ich denn auf welche Optionen reagieren? Also es macht da durchaus Sinn, dir Gedanken darüber zu machen, sehr detaillierte Gedanken vorher. Aber sorg dafür, dass es kein Gedankenstrudel ist und dass das von morgens bis abends geht. Nimm dir abgetrennte Zeiten dafür und erlaub dir das nur so, dass es dich nicht allzu sehr belastet, weil das kostet total Kraft. Mit Zukunftsoptionen innerlich zu spielen, kostet total Kraft. Also mach das in einem begrenzten Rahmen und ansonsten sei im Hirn jetzt, kümmere dich gut um dich. Was solltest du noch tun oder entscheiden? Wir haben gerade über den Zeitraum gesprochen, die unterschiedlichen Optionen. Was für viele Menschen undenkbar ist und trotzdem irgendwie da, ist die Frage, wie begegne ich eigentlich Person A? Vielleicht habe ich ein schlechtes Gewissen, vielleicht habe ich ein Solidaritätsgefühl, je nachdem in welcher Position ich bin. Gibt es da einen Wunsch in dir und was ist der Hintergrund für den Wunsch? Möchtest du Vergebung erhalten, eine Absolution erhalten? Also was ist da dein Wunsch? Was ist deine Intention? Was ist deine Motivation? Wie realistisch ist das, Kontakt zu Person A zu haben und welche Form von Kontakt? Was findest du richtig an der Stelle? Was ist sinnvoll für die Zukunft? Soll ich die besser gerade mal in Ruhe lassen oder nicht? Und da kann es total wichtig und hilfreich sein, an der Stelle in den Perspektivwechsel zu gehen, falls es dir gelingt. Vielleicht bist du auch so verletzt, dass das nicht geht. Vielleicht siehst du die Person auch als Feind, Feindin, weil die Person deiner Partnerperson, total viel schlimme Dinge angetan hat. Aber es kann ja sein, dass du darüber nachdenkst, Kontakt mit dieser Person haben zu wollen. Und auch da, es geht um eine Entscheidung, Gier, Vernunft, Moral. Ich finde, das lohnt sich auf jeden Fall darüber nachzudenken, was da so deine Idee ist, denn es könnte sein, dass Personen A und B zu dir kommen und sagen, wir wollen ein Gespräch zu dritt und dass du schon weißt, ob du dazu bereit wärst oder nicht. So, der vierte Punkt, was du dir für Gedanken machen solltest, ist, wie gehe ich in Zukunft mit solchen Situationen um? Also habe ich vielleicht, wenn ich die Person bin, die betrogen wurde, habe ich vielleicht ein Bauchgefühl schon gehabt? Habe ich mich vielleicht einfach nicht getraut, mehr Fragen zu stellen? Wie viel Misstrauen und Fragen möchte ich in zukünftige Begegnungen reingeben? Wie möchte ich vor allem dann, wenn ich selbst betrogen wurde, das in Zukunft standhaben? Aber auch, wenn du im Grunde genommen wusstest, worauf du dich eingelassen hast, wusstest du von Anfang an alles. Was sind die Fragen, die du in Zukunft stellen könntest, um die maximale Transparenz zu haben? Also die, die du brauchst. Du könntest dir auch eigene Szenarien überlegen, um deine moralischen Werte für ähnliche Situationen herauszufinden. Also im Grunde genommen geht es darum, ein bisschen vorbereitet zu sein. Und du könntest dir auch überlegen für die Zukunft, wie deine Standhaftigkeit unterstützt werden könnte. Weil viele solcher Affären sind ja nicht passiert, weil man sich da bewusst für entscheidet, sondern weil die Person irgendwas hat, mich auf irgendeiner Ebene angesprochen hat, was ich vorher noch nie so erlebt habe und was einfach so einen großen Sog ausübt, dass ich da kaum standhaft sein kann, gerade wenn eine körperliche Komponente dabei ist. Und was könntest du tun, um Hilfe in deiner Standhaftigkeit zu bekommen? Und ehrlich gesagt, das ist etwas, das würde ich am liebsten allen Personen sagen, weil in so eine Situation kommt man schneller, als man gucken kann. Der fünfte Punkt, der wichtig ist, was du tun oder entscheiden solltest, den habe ich schon ganz oft erwähnt und ich möchte ihn jetzt aber nochmal als expliziten Punkt aufgreifen. Du solltest dich um deine Selbstfürsorge kümmern. Sowohl ganz physisch genug schlafen, gutes Essen, genug Bewegung, Alleinzeit, genug soziale Kontakte, aber eben auch emotional dich um dich kümmern. Kannst du schreiben, kannst du eine Therapeutin aufsuchen, kannst du dir emotionale Unterstützung bei Freundinnen suchen. Du hast das verdient. Du bist kein Monster. Du bist, also vielleicht denkst du, ja, das weiß ich, ich bin ja hier auch das Opfer. Ja, kann sein. Wie gesagt, ich weiß ja nicht, in was für einer Position du bist. Ich finde nur, jeder Mensch hat eine ordentliche Selbstversorgung und auch eine emotionale Unterstützung verdient. Denn jede Person darf Fehler machen. Ob das jetzt ein Fehler ist oder nicht, das belasse ich bei dir. Manche würden das als Fehler sehen. Aber völlig egal, du bist ja kein schlechter Mensch, nur weil du etwas machst, was manchen Leuten wehtut. Also das ist einfach so ein wichtiger Satz. Du bist kein schlechter Mensch, nur weil du Dinge tust, die anderen Menschen wehtun. Das ist einfach wichtig. Ja, wo vermutlich Person B und auch Person A mit dir nicht reden, welche Zeiträume bist du bereit zu tragen, welche Optionen bist du bereit zu tragen, welcher Kontakt schwebt dir in Bezug auf Person A vor, wie möchtest du in Zukunft mit solchen Sachen umgehen und wie ist deine aktuelle Selbstfürsorge und kannst du dir auch Unterstützung, auch emotionale Unterstützung holen. Und als letztes möchte ich noch auf den Punkt eingehen, der mir bei der Recherche aufgefallen ist, Es gibt vor allem weibliche Accounts auf Insta, die lehren wollen, wie du, den Mann dahin kriegst, dass du als Bestandsbeziehung aufgenommen wirst. Also, dass der Mann, dessen Affäre du bist, die Bestandsperson verlässt und, sich dann mit dir in eine offene, anerkannte Partnerschaft begibt oder dich sogar heiratet. Grundsätzlich habe ich nichts dagegen, dass das passiert. Affären passieren eben auch, weil ich mit der falschen Partnerin zusammen bin oder mit dem falschen Partner und ich brauche was anderes. Das ist voll fein. Sowas kann passieren, es ist schmerzhaft, aber wenn es am Ende allen dreien besser geht, ist es doch super. Im Idealfall, ja. Aber ich finde den Geschmack dabei sehr schräg, dass dann stolz auf die gesellschaftliche Anerkennung entsteht und stolz auf die Leistung. Ich habe ihn mir geangelt. Das finde ich eine ganz schwierige Herangehensweise, weil wie viel ist denn eine Beziehung wert, die du nur durch Manipulation erhalten hast? Und wie sehr kannst du, wenn du das erreicht hast, dann du selbst sein? Und ist das eine Beziehung auf Augenhöhe? Also ich weiß nicht, ich finde das sehr schräg. Aber ich möchte es zumindest erwähnt haben, dass du mal drüber nachdenkst. Wie siehst du das eigentlich? Ist das, also ich meine, ist das ein Achievement von dir? Hast du das dann erreicht, wenn du den Mann dazu gekriegt hast, die andere für dich zu verlassen? Endlich das zu tun, was er dir versprochen hat? Ich weiß nicht. Ich weiß auch gar nicht, ob ich mit so einem Menschen zusammen sein möchte. Hat die Beziehung denn Zukunft? Wenn der Status, ich bin eine gesellschaftlich anerkannte Ehefrau, wichtiger ist als die Person selber. Und solange das Ganze nicht aufgearbeitet wird und die Gründe verstanden werden, kann dir das halt mit dieser Person ganz genauso passieren. Und dann gibt es halt eine andere Sekretärin. Was du an dieser Stelle tun und entscheiden solltest, ist auch hier, was ist es eigentlich, was ich mir von dieser Beziehung erhoffe, von diesem Kontakt, den ich vielleicht weiterhalten will, was erhoffe ich mir davon. Genau, jetzt möchte ich nochmal einmal wiederholen. Ich habe über die Definition
Fazit
gesprochen und über die unterschiedlichen Positionen, dass du es vorher wusstest oder geahnt hast oder dass du selbst betrogen wurdest. Das macht einfach einen Riesenunterschied. Ich habe darüber gesprochen, was auf dich zukommt und ich habe darüber gesprochen, was du entscheiden solltest. Und mein Fazit ist, du bist an dieser Stelle vermutlich relativ alleine, auf dich alleine gestellt, also sorg gut für dich, sei verständnisvoll mit dir selber. Die anderen werden es vermutlich nicht sein und du hattest gute Gründe für deine Entscheidungen und hast jetzt eine Chance zu lernen. Und wenn es nur ist, dass du dich nicht wieder so schlecht behandeln lassen möchtest. Mir ist es wichtig, dass du dich nicht zu sehr in die Opferrolle reingibst. Und ich muss mich auch nicht entscheiden, ob ich Opfer oder Täter, Täterin bin. Opferrolle ist an keiner Stelle, genauso wenig wie Täterin, an keiner Stelle irgendwie hilfreich. Es ist eine reine Fremdbestimmung, weil wenn ich Opfer bin, kann ich ja nichts tun, in dem Eigenverantwortung und Gestaltungsmacht überhaupt keine Rolle spielen. Und ich würde dir Eigenverantwortung und Gestaltungsmacht wünschen, weil wenn ich die eigene Entscheidungsfreiheit nutze, dann geht es mir vermutlich besser, weil ich einfach Optionen habe und weil ich nicht dem Schicksal hilflos ausgeliefert bin. So, jetzt sind wir am Ende angekommen. Vielen, vielen Dank, dass du bis hierhin zugehört hast. Ich würde mich total freuen, wenn du diese Folge einer Person schickst, die vielleicht genau in der Position war und in der sämtlichen Literatur, in Foren und überall immer nur getreten wurde, anstatt auch mal Mitgefühl zu bekommen. Und in der ganzen Literatur wird nur wenig darauf eingegangen, was diese Person eigentlich tun kann und was wichtig ist für diese Person. Und deswegen hoffe ich, dass diese Folge für viele, viele Menschen eine Hilfe ist. Genau. Und jetzt wünsche ich noch einen fantastischen Tag. Bis dann.
Outro
Wie schön, dass du bei der heutigen Folge dabei warst. Wir freuen uns, wenn du etwas Wertvolles mitnehmen konntest. Vielleicht magst du es dir kurz notieren? Gab es einen Aha-Moment? Möchtest du etwas vom Gesagten umsetzen? Gibt es jemanden, mit dem du die Folge diskutieren möchtest? Geh für dich los und mach dein Leben lebenswerter. Und vergiss nicht, jede Person darf fühlen, was sie fühlt und hat gute Gründe für alles, was sie fühlt.
