Bauch oder Kopf? Sonja zeigt, wie du innere Konflikte verstehst und beide Seiten verhandelst – mit praktischen Tools für deinen Alltag.
In dieser kurzen Impuls‑Folge geht es darum, was hilft, wenn Gefühl und Verstand in unterschiedliche Richtungen ziehen. Sonja klärt, was sie mit „Bauch“ und „Kopf“ meint, zeigt drei Wege im Umgang damit und teilt konkrete Tools, mit denen du deine innere Verhandlung alltagstauglich machen kannst.
📌 Themen dieser Folge:
Begriffe klären: Was meint Sonja mit „Bauch“ (Gefühle/Körper) und „Kopf“ (Vernunft/Werte)?
Drei Wege im Umgang: Disziplin, Ausleben oder Verhandeln – und wann was sinnvoll ist
Praktische Tools: kreative Alternativen, 0–10‑Skalen, Worst‑Case durchdenken, Realismus‑Check
Haltung: Gefühle als Information ernst nehmen, ohne automatisch zu handeln
Kontext: Buchhinweis und kritischer Blick auf pauschale Empfehlungen
Fazit: Verbindung statt Kampf – innere Kooperation zwischen Bauch und Kopf
💡 Das Wichtigste in Kürze
Gefühle liefern wertvolle Infos, sind aber kein automatischer Handlungsbefehl.
Zwischen Disziplin, Ausleben und Verhandeln ist Verhandeln oft am nachhaltigsten.
Tools wie Skalen, Worst‑Case‑Gedanken, lautes Aussprechen/Teilen und kreative Kompromisse schaffen Handlungsspielraum.
Dauerhaftes Ignorieren vom Bauch erschöpft; blindes Folgen hat Risiken – Ziel ist eine transparente, wohlwollende Verbindung.
📚 Buchtipps:
Maja Storch: „Machen Sie doch, was Sie wollen“ (Autorenwelt)
📣 Impulse zum Mitmachen
Nimm dir ein paar Minuten und notiere: Wo ziehst du gerade zwischen Bauch und Kopf? Welche 2–3 Alternativen fallen dir ein?
Sprich einen Worst‑Case laut aus oder teile ihn mit einem Menschen deines Vertrauens. Prüfe: Was ist wirklich wahrscheinlich – und was wäre dein Plan B?
Halte Aha‑Momente fest und diskutiere sie mit Freundys oder in deiner Community. Jede Person darf fühlen, was sie fühlt.
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Credits:
🎧 Danke fürs Zuhören – lass uns gemeinsam die Welt liebevoller und verständnisvoller machen – für dich, für deine Beziehung, für alle! ❤️
Zu Sonjas Beziehungs-Coaching und Blog-Beiträgen: https://sonjajuengling.de/
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Intro
Willkommen bei Mono, Poly & Co., dem Non-Profit-Wissens-Podcast für Beziehungen in allen Formen. Ich bin Sonja Jüngling, Paar- und Sexualberaterin und außerdem Beziehungsbegeisterte, Abenteurerin und Gegensatzaushalterin. Mein wundervolles Team und ich liefern dir frei Haus und kostenlos alles, was du für die individuelle Gestaltung deiner Beziehungen benötigst. Mit ganz praktischen Tipps, Insights und Interviews. Schön, dass du für dich losgehst. Nutz gern zusätzliche Unterstützungsangebote und schaff Raum für das, was dich bewegt. Und nun viel Spaß mit der heutigen Folge.
Begrüßung
Moinsen, heute gibt es mal wieder eine Impuls-Folge. Also ganz wenig Schnick-Schnack heute und direkt dazu, was du machen kannst, wenn dein Bauch was anderes will als dein Kopf. Ich sage ja ganz oft, der Bauch hat recht, immer. Aber was mache ich dann damit, wenn das nicht geht? Ja, wenn ich sage, der Bauch hat Recht, muss ich das dann machen, was der sagt? Das meine ich damit nicht und deswegen gibt es die Folge. Ich sage nur, dass der Bauch uns Informationen liefert mit dem, was er zu sagen hat. Ich wollte den Bauch gerade gendern, lustig. Genau, also Definition. Was meine ich mit dem Bauch? Ich meine damit das Gefühl.
Definition
Ich meine damit, dass unser Nervensystem, das schon so furchtbar alt ist und, sehr viel schneller ist als der Kopf. Ich meine damit Emotionen und Gefühl, also ganz platt Körperempfindungen, Druck oder, Kribbeln oder so und Emotionen ist das, was ich da rein interpretiere oder gelernt habe zuzuordnen an Gefühlen, nämlich dass dieses eine Kribbeln Eifersucht ist und das andere Kribbeln Angst. Also wenn ich bei dem Bauch bin, spreche ich über das Gefühl und manchmal sage ich auch, der Bauch ist die Gier. Also der sorgt dafür, dass sich ganz unbefiltert einfach das will, was ich will. Und das Gegenstück dazu setze ich heute in der Definition fest als den Kopf. Das ist der Verstand, die Analyse, manchmal sage ich auch die Vernunft. Und nur damit das Dreierlei vollständig ist, wenn ich über Entscheidungsprozesse rede, sage ich immer, hier Vernunft und Moral, das ist das Wertesystem, was oft aus beidem entsteht. Also aus dem, was ich fühle, wie sich was anfühlt und aus dem, was ich denke, was ich für richtig halte.
Was mache ich dann?
Aber was mache ich denn dann damit, wenn mein Bauch was ganz anderes will als mein Kopf? Die eine Möglichkeit ist Disziplin. Ich mache trotz Widerstand das, was der Verstand sagt. Das ist eine total wichtige und notwendige Fähigkeit, aber das kostet natürlich total Kraft. Und wenn ich das zu häufig mache, dann werde ich krank irgendwann. Weil dann bin ich gar nicht mehr ich selber und ich verliere den Spaß. Ich bin ja die ganze Zeit nur dabei, meine Gefühle zu ignorieren und festzustopfen. Die zweite Möglichkeit ist, ich ignoriere alle gesellschaftlichen Regeln und vergesse alle Menschen, wie es denen damit geht und mache es trotzdem. Das, was mein Bauch will. Das kann ich natürlich machen. Da kann ich dann mit den Konsequenzen leben. Und das kostet auch Kraft und macht unter Umständen Ärger, weil ich meinen Job verliere oder Freundys verliere. Das ist die zweite Möglichkeit. Und ich finde, beide sind valide und dürfen gelebt werden an manchen Stellen. An welchen Stellen? Das muss ich dann leider dir überlassen, aber da kommen wir vielleicht später noch zu. Die dritte Möglichkeit, die ich habe, ist, ich gehe mit beiden in Verhandlungen. Also, was will der Bauch? Wirklich, was will der Verstand? Und warum? Ich versuche das zu analysieren, miteinander in Gleichklang zu bringen, aber mit ganz viel Wertschätzung und Wohlwollen, weil beide haben gute Argumente. Und vielleicht mag ich das aufschreiben und dem ganzen Raum geben und das validieren und ja, einfach dem positiv gegenüberstehen, weil manchmal wollen beide Teile nur gehört werden. Ich kann auch Menschen fragen, was die so meinen, was jetzt am schlauesten wäre, damit ich so ein bisschen reinfühlen kann, okay, was ist mir denn jetzt gerade wichtig? Wichtig ist aber auch, dass bei diesem, was ist mir denn jetzt gerade wichtig, dass ich da ganz kreativ werde. Welche Möglichkeiten habe ich denn? Also wenn mir bei einem Zahnarztbesuch wichtig ist, dass der Zahnarztbesuch stattfindet und ich aber fürchterliche Angst habe, was weiß ich, kann ich Musik mitnehmen? Kann ich den Zahnarzt fragen, ob wir vorher uns Witze erzählen können? Also werde da kreativ, du musst es ja nicht durchführen, aber ein paar Möglichkeiten durchzuspielen, kann das Gefühl und kann auch die Einstellung des Verstandes verändern. Ich kann gucken, welche Bedürfnisse werden mit der Strategie oder mit der Strategie erfüllt oder verwehrt. Also das ist ein wichtiger Punkt. Nicht nur, was will ich mir erfüllen damit, sondern was verwehre ich mir auch damit. Welche Werte spielen da eine Rolle? Das rauszufinden und wirklich in die Selbstempathie, ins Selbstverständnis zu gehen, das kann echt eine ganze Menge machen. Und ich kann auch schauen, wie viel will der Bauch das und wie viel will der Bauch das nicht. Auf einer Skala von 0 bis 10 mit einer Zahl oder Prozentzahlen kannst du auch machen. Wie viel will der Kopf das und wie viel will der Kopf das nicht? Also da zu gucken, wo stehen wir eigentlich skalenmäßig? Und dann zu gucken, wenn ich eine Skala verändern wollen würde, weil ich denke, ach, das ist die einzige, die rausschlägt. Was kann ich dafür tun? Und auch da wieder in die Kreativität gehen. Ich kann das Worst-Case-Szenario durchdenken, damit es nicht so ein schwarzer Schatten ist, wo ich denke, alles geht schief, sondern wo ich wirklich denke, okay, das wäre das Worst-Case-Szenario und, Könnte das eintreten? Und wenn ja, was für einen Umgang würde ich damit vermutlich finden, damit dieses Worst-Case-Szenario so ein bisschen den Schrecken verliert? Und dabei auch immer wieder den Realismus reinlassen. Also was für Szenarien male ich mir aus? Ich spreche das aus wirklich laut vielleicht für mich oder ich schreibe es auf oder ich erzähle es einer Freundin. Und ist das realistisch, dass das eintritt? Wie realistisch ist das? Und bei all dem, bei den Skalen, beim Worst-Case-Szenario, beim Realismus, immer wieder gucken, was sagen meine Gefühle mir, weil das sind wichtige Infos. Ja, will ich das, will ich das nicht? Also, was mache ich, wenn das unterschiedlich ist? Disziplin oder auf den Bauch hören oder mit beiden in Verhandlungen gehen und gucken, was ich da verändern kann. Der Grund, warum ich diese Folge gerade jetzt mache, ist, weil ich von Maja Storch das wundervolle Buch Machen Sie doch, was Sie wollen, wie ein Strudelwurm den Weg zu Zufriedenheit und Freiheit zeigt. Das lese ich gerade. Und dieses Buch möchte ich dir tatsächlich sehr ans Herz legen. Allerdings mit einem kleinen Disclaimer, denn natürlich sind bei einem so vereinfachten System nicht nur einfache Sachen da drin und auch nicht nur richtige Sachen. Polyamorie kommt nicht gut weg. An einer Stelle postuliert sie auch ein ziemlich, wie ich finde, fragwürdiges Konzept von Beziehung und Ehrlichkeit. Also wie bei jeder Empfehlung, auch bei jeder Podcast-Folge empfehle ich dir, hör auf deinen Bauch, guck, was in dir resoniert, was sich für dich richtig anfühlt, hinterfrage Dinge und nimm nur das mit, was sich für dich günstig anfühlt. Die ungünstigen Sachen diskutiere oder lass sie an der Seite. Und da gibt es in diesem Buch, genau wie in jedem anderen Buch und auch wie in jeder Podcast-Folge Sachen, die zu dir nicht gut passen. Also prüfe gut, wie immer. Jetzt sind wir am Ende der Folge.
Fazit
Mein Fazit ist, der Bauch hat recht und ist stärker. Das heißt, ich sollte den nicht dauerhaft ignorieren, denn das macht krank. Darauf hören immer, das macht aber vielleicht arm oder einsam oder andere Probleme. Das heißt, das, worum es am Ende wie immer geht, ist eine Verbindung zwischen den beiden und dass die beiden verständnisvoll, wohlwollend und transparent miteinander in Verbindung stehen. Ja, also eigentlich dasselbe wie immer. Und jetzt noch einen schönen Tag. Bis dann!
Outro
Wie schön, dass du bei der heutigen Folge dabei warst. Wir freuen uns, wenn du etwas Wertvolles mitnehmen konntest. Vielleicht magst du es dir kurz notieren? Gab es einen Aha-Moment? Möchtest du etwas vom Gesagten umsetzen? Gibt es jemanden, mit dem du die Folge diskutieren möchtest? Geh für dich los und mach dein Leben lebenswerter. Und vergiss nicht, jede Person darf fühlen, was sie fühlt und hat gute Grundsätze.
