Wissen ist da, Umsetzung hapert: Warum Beziehungspflege oft scheitert – und wie ihr Routinen findet, die wirklich zu euch passen.
In dieser Praxisfolge spricht Sonja darüber, warum viele Paare gute Beziehungspflege‑Tools anfangen – und dann doch nicht dranbleiben. Es geht um typische Stolpersteine zwischen Kopf und Herz, die Folgen fürs Erleben von Selbstwirksamkeit und Hoffnung – und um alltagstaugliche Wege, Routinen so zu gestalten, dass sie wirklich zu euch und eurem Leben passen.
📌 Themen dieser Folge:
Die Lücke zwischen Wissen und Tun: Warum Umsetzung so schwerfällt
Was passiert, wenn Routinen abbrechen
Gründe fürs Scheitern
Praktische Strategien
💡 Das Wichtigste in Kürze
Kopfzustimmung reicht selten – Motivation aus dem Herzen zählt.
Nicht‑dranbleiben ist häufig und hat Gründe; Selbstvorwürfe helfen nicht.
Kläre euer Warum und wählt Tools, die zu euch, eurer Zeit und euren Bedürfnissen passen.
Framing und kleine Belohnungen erhöhen die Chance, Routinen beizubehalten.
Ohne Spezial‑Tools stark bleiben: gemeinsame Zeit, tägliche Verbindungsmomente, gemeinsame Projekte, gute Kommunikation/Streitkultur, tragfähiges Netzwerk.
🔗 Links & Ressourcen zur Folge:
R.A.D.A.R. – Multiamory: RADAR‑Überblick
Vorlage: Multiamory RADAR Template (PDF)
Zwiegespräch – Leitfäden:
Wheel of Consent (für berührungsbezogene Spiele/Übungen):
🎧 Weiterhören:
#143 – Wie gelingt gute Beziehung? – Phänomene aus der Praxis
#145 – Beziehungsqualität: Kann ich wirklich ich sein in einer romantischen Partnerschaft ?
#147 – welche Beziehungspflegetools helfen euch, in Kontakt zu bleiben?
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Credits:
🎧 Danke fürs Zuhören – lass uns gemeinsam die Welt liebevoller und verständnisvoller machen – für dich, für deine Beziehung, für alle! ❤️
Zu Sonjas Beziehungs-Coaching und Blog-Beiträgen: https://sonjajuengling.de/
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Intro
Intro
Willkommen bei Mono, Poly & Co., dem Non-Profit-Wissens-Podcast für Beziehungen in allen Formen. Ich bin Sonja Jüngling, Paar- und Sexualberaterin und außerdem Beziehungsbegeisterte, Abenteurerin und Gegensatzaushalterin. Mein wundervolles Team und ich liefern dir frei Haus und kostenlos alles, was du für die individuelle Gestaltung deiner Beziehungen benötigst. Mit ganz praktischen Tipps, Insights und Interviews. Schön, dass du für dich losgehst. Nutz gern zusätzliche Unterstützungsangebote und schaff Raum für das, was dich bewegt. Und nun viel Spaß mit der heutigen Folge.
Einleitung
Hallöchen und willkommen zu einer neuen Praxisfolge. Was richtig ist,
Einleitung
wissen wir alle. Warum machen wir es dann nicht? Tja, gute Frage. Wenn du wissen willst, was ich darüber denke, dann bleib dran. Der innere Schweinehund, der ist immer schuld an allem, der Arme. Aber der hat natürlich auch gute Gründe und will uns helfen. Zum Beispiel uns vor schlechten Gefühlen bewahren. Aber wie kann ich denn trotzdem das machen, was mir gut tut und was ich machen will? Darüber rede ich heute. Es geht um die Praxis mit Beziehungspflege-Tools. Wenn du nicht weißt, was das ist oder einfach mehr Informationen dazu haben willst, dann empfehle ich dir, die Folge von letzter Woche zu hören. Denn heute ist eine Praxisfolge und die Themenfolge gab es letzte Woche. Ich bespreche normalerweise in der Praxis drei Phänomene aus meiner Praxis als Paarberaterin. Heute nehme ich nur ein Phänomen, weil das so groß ist und so wichtig und weil mir das so häufig begegnet. Nämlich, Menschen kommen zu mir,
Paare halten es nicht durch
wollen ihre Beziehung verbessern.
1 Phänomen: Paare halten es nicht durch
Sie sagen, ja, Beziehungspflege, tue jetzt, wenn ich das vorschlage, ach, voll gute Idee und dann erzähle ich denen das und die sagen, ja, das machen wir und dann machen sie es doch nicht. Und ich möchte heute darüber sprechen, wie häufig das ist, was das für Konsequenzen hat, was das für Gründe hat und was ihr dagegen tun könnt. Okay, also Paare halten das oft nicht durch. Das führt dazu, dass die Selbstwirksamkeitsgefühle runtergehen. Das führt dazu, dass die Hoffnung sinkt, dass die irgendwie sich besser fühlen werden in Beziehungen. Die Beziehung wird oft dann auch nicht besser, weil sie machen oft dann auch nichts anderes. Und das schlechte Gewissen, was ich dann habe und der sinkende Selbstwert, der damit einhergeht, der bringt zusätzliche Hürden. Also, wenn Paare das nicht durchhalten, das ist irgendwie ganz schlecht. Das ist halt genauso wie, wenn du mit dem Rauchen aufhören willst und versuchst es zehnmal und schaffst es zehnmal nicht, dann glaubst du auch nicht daran, dass du es beim elften Mal schaffst. Und deswegen wäre es mir so wichtig, dass die Paare, wenn sie sagen, wir machen das, dann auch wirklich dahinter stehen, weil sonst ist es wirklich schwierig.
Warum passiert das immer wieder?
Aber warum passiert denn das immer? Also, ich meine, die Paare machen das ja
Warum passiert das immer wieder?
nicht, um sich gegenseitig zu verarschen oder sich selber zu verarschen. Warum passiert das denn so oft, dass sie sich das vornehmen und es trotzdem nicht passiert. Da gibt es mannigfaltige Gründe. Zum Beispiel, die haben nur mit einem halben Herz zugesagt. Die haben gedacht, ja, gute Idee, aber eigentlich habe ich keinen Bock. Und naja, dem Partner zuliebe, der Partnerin zuliebe mache ich es. Aber es wäre schon vernünftig, da mache ich es halt. Ich muss es ja irgendwie machen. Und ja, ich habe irgendwie auch einen Leidensdruck. Das sind alles so Sachen, ja, also der Verstand sagt, müsste man eigentlich machen, aber so mit dem Herzen bin ich eigentlich nicht dabei. Das ist eigentlich der Hauptgrund. Dann gibt es noch andere Gründe wie unrealistisches Selbstbild. Ich nehme mir viel zu viel vor, bin vielleicht neurodivergent und bin deswegen zeitblind und zeitoptimistisch ich bin vielleicht jemand, der sich tendenziell übernimmt, weil er perfektionistisch ist, also ich nehme mir was vor, was ich eigentlich gar nicht schaffen kann oder ich bin eine sehr begeisterungsfähige Person, die in diesem Moment denkt, boah, das ist die geilste Idee der Welt das mache ich auf jeden Fall und wirklich dran glaubt und dann drei Minuten später ist halt was anderes. Was meine Begeisterung auslöst und dann fällt das halt hinten rüber, Ein weiterer Grund kann sein, dass wenn ich Beziehungspflegetools höre, Beziehungsarbeit höre und dass die Haltung ist, das ist Arbeit und ich muss vernünftig sein und es ist irgendwie total spaßbefreit. Ach, da gehe ich lieber in die Vermeidung. Das ist auch ein sehr häufiger Grund. Dann, naja, ein weiterer Grund, den wir gar nicht beeinflussen können, ist das Leben. Es passiert einfach, gibt einfach manchmal wichtigere Prioritäten, als ein paar Beziehungspflegetools zu machen, weil wir haben ja alle immer 37 Baustellen gleichzeitig und wir müssen halt immer gucken, um welche wir uns gerade kümmern können. weil alles schaffen wir nicht auf einmal und manchmal fällt das dann hinten rüber. Zählt vielleicht zu mit halbem Herzen zugesagt, vielleicht hätte ich dann besser sagen sollen, das passt gerade nicht in unser Leben. Es kann auch sein, dass ich Angst habe, das überhaupt durchzuziehen, weil vielleicht wirkt es ja nicht oder vielleicht macht es keinen Spaß oder vielleicht möchte ich mich gar nicht zeigen oder vielleicht habe ich Angst vor der Nähe. Vielleicht finde ich das eine richtig blöde Idee, mich zu zeigen, weil ich vielleicht meine Partnerperson anlüge die ganze Zeit oder intransparent bin oder weil ich mit Nähe nicht gut umgehen kann. Oder weil mir meine Partnerperson vielleicht total auf die Nerven geht und ich innerlich mich schon getrennt habe. Also Angst gibt es mannigfaltige Möglichkeiten zu. Dann ein anderer Grund, warum das nicht stattfindet, ist, dass es vielleicht das falsche Tool ist, dass ich das Falsche empfohlen habe, dass, die Menschen ein Falsches gewählt haben, dass sie vielleicht was ganz anderes brauchen, was ich gar nicht im Angebot habe oder sich nicht getraut haben zu sagen, ach. Das Zwiegespräch will ich eigentlich gar nicht ausprobieren und Radar auch nicht, aber so ein lockeres wöchentliches Gespräch in einer Badewanne, fände ich schon cool. Also ein Check-in oder was der Gottman da macht oder so. Ja, also das falsche Tool ist oder auch der falsche Zeitpunkt, dass ich gar keinen Bock habe, meinen Sonntagmorgen statt gemütlich am Frühstückstisch mit irgendeinem Tool zu verbringen. Also der Grund ist, dass ich mir mein Leben nicht mache, wie es mir gefällt, sondern dass ich irgendwie denke, ich müsste das machen und es ist ja auch Arbeit und es darf sich nach Arbeit anfühlen. Bullshit, das darf sich nach Spaß anfühlen. Oder die Person glaubt nicht an den Erfolg, glaubt nicht daran, dass das wirklich die großen Probleme in dieser Beziehung löst. Spoiler-Alarm tut es natürlich nicht, aber. Es braucht eine gute Basis, um Beziehungsprobleme zu lösen und zu der Basis trägt das Ganze total bei. Ja, jetzt habe ich acht Gründe genannt und du hättest wahrscheinlich noch acht Gründe mehr. Also ich will nur sagen, der Schweinehund hat gute Gründe zu sagen, ach nee, das machen wir heute nicht, ich will liegen lieber auf der Couch. Und wie immer, wenn ich über gute Gründe rede, dann rede ich über Verständnis, weil also ich meine, du hast gute Gründe, das nicht zu machen und da vertraut ihr mal. Also die Gründe sind gut und natürlich darfst du gucken, darfst du dir die Gründe angucken und gucken, ob du damit was machen kannst, aber also dich selber zu verurteilen, weil du was nicht machst, obwohl du echt fucking gute Gründe dafür hast und das ja eine gute Strategie ist. Also ich meine… Ich finde, da gehört Bewunderung zu, zu sagen, ja, stimmt, war gut, dass du dich dagegen entschieden hast. Du hast gute Gründe, ganz schön mutig, dass du aufgestanden bist. Und dann kannst du überlegen, was mache ich jetzt damit und möchte ich das vielleicht in Zukunft anders machen.
Was tun?
Und wenn du das dann in Zukunft anders machen willst, also wirklich ein Beziehungspflegetool
Was tun?
in eine deiner Beziehungen integrieren willst, das geht übrigens nicht nur in romantischen, sondern auch mit Mamas oder Kindern oder so, dann gebe ich dir jetzt ein paar Ausblicke, was du tatsächlich tun kannst. Also erstmal das, was ich gerade schon gesagt habe, nimm dich ernst. Du hast gute Gründe und du solltest weder dir selbst noch deiner Partnerperson Vorwürfe machen, wenn das nicht funktioniert. Aber du darfst natürlich ergründen, was sind die guten Gründe und kann ich die vielleicht verändern? Du kannst auch Alternativen ergründen. Vielleicht sind Beziehungspflege-Tools gar nichts für dich, sondern ihr braucht was ganz anderes. Finde heraus, was du willst und warum du das willst. Finde heraus, was dir dabei helfen könnte, zu erreichen, was du willst. Und da kannst du wirklich auch gut gucken, was kann ich tun, was kann meine Partnerperson tun, aber vielleicht auch, was kann jemand anders tun. Eine Paarberaterin zum Beispiel oder das Internet oder ein Gespräch mit dem Würmli. Das habe ich in einer der vorherigen Folgen erklärt, wenn der innere Schweinehund größer ist. Ja, also guck, was du, also dass du dich selber verstehst, warum du das willst, und ob du das willst und was dir dabei helfen könnte. Was könntest du noch tun? Du könntest Methoden und Zeitpunkte gut bedenken, anpassen und kombinieren. Du könntest das auch mit deiner Partnerperson besprechen. Du könntest gucken, vielleicht fühlst du dich unfair behandelt oder übergangen oder so. Also nimm dich da ernst. Guck, welche Alternativen gibt es zur Not? Schau mal ins Internet, ob es noch was anderes gibt oder bau dir dein eigenes Tool. Du kannst gucken, wie kannst du das Ganze positiv framen. Was sorgt dafür, dass du bei dem Gedanken an Sonntagsmorgens Beziehungspflegetool nicht denkst, sondern juhu. Was könntest du da machen? Was brauchst du da? Wie kannst du dich umprogrammieren? Was kannst du machen, damit sich das gut anfühlt? Und das, was am allerbesten funktioniert, ist tatsächlich ganz albern und auch manchmal gar nicht so günstig. Belohnen. Belohn dich dafür, dass du was, also sei stolz auf dich, feier dich oder kauf dir was Schönes, trink dir was Schönes, hol dir eine Partnermassage. Also ich bin natürlich alles, was Konsum nicht nach oben treibt, finde ich ehrlich gesagt gut. Essen muss auch nicht unbedingt sein. Aber mach irgendwas, was dir positive Gefühle macht, wenn du das Ganze durchgezogen hast. Und zieh Alternativen ernsthaft in Betracht. Also wenn die vier Beziehungspflegetools nichts für dich sind, so was anderes und wenn es gar kein Beziehungspflegetool ist, dann guck vielleicht darauf, ob die ganz klassischen Alternativen, also die fünf Punkte erfüllen, von denen ich. In der letzten Folge gesprochen habe und in den Wie gelingt gute Beziehung gesprochen habe. Also guckt nach, ob das vielleicht was ist, was ihr umsetzen könntet. Also eine gute gemeinsame Zeit, 2-2-2-Regel, tägliche Verbindungsmomente, gemeinsame Projekte, gute Kommunikation und Streitkultur bzw. Konflikte sofort aussprechen und ansprechen und gut lösen und ein gutes Netzwerk. Das sind die fünf Punkte, die in einer guten Beziehung ausmachen und wenn ihr das nicht über ein Beziehungspflege-Tool lösen wollt, macht es anders.
Spendenaufruf
Jetzt bin ich am Ende der heutigen Praxisfolge und möchte mal wieder euch bitten,
Spendenaufruf
falls ihr uns unterstützen wollt, ob ihr nicht einen Geldbetrag in der Höhe eurer Wahl auf unser Konto überweisen wollt. Denn wir haben natürlich eine Infrastruktur, die bezahlt werden muss. Wir werden auch weiterhin ehrenamtlich bleiben. Und gleichzeitig möchten wir uns KI-Tools gönnen und vielleicht das ein oder andere Stickerchen oder Merch produzieren. Und dafür brauchen wir ein bisschen Geld. Jedes bisschen hilft. Spende uns das, was du auch für ein schönes, leckeres Getränk ausgeben würdest. Und dann freuen wir uns darüber. Mehr geht natürlich immer. Und gleichzeitig macht Kleinvieh auch Mist. Und wir würden uns total freuen, wenn du uns am liebsten über IBAN, es geht aber auch über PayPal, einen Geldbetrag überweist. Du darfst das auch gerne regelmäßig tun. Du findest auf unserer Homepage mopoco-podcast.de unter Unterstützung alle Möglichkeiten, wie du das machen kannst. Und an dieser Stelle möchte ich noch erwähnen, wie dankbar wir dafür sind, dass wir so viele Spenden schon erhalten haben. Also ich habe es noch nicht zusammengerechnet, wie viel es insgesamt sind, aber wir haben zum Beispiel das diesjährige Podcast-Meeting komplett über eine Spende finanzieren können. Wir haben unseren Auphonic-Zugang über die Podcast-Spenden finanzieren können und auch unseren LetsCast-Zugang. Ganz viele Leute haben uns einfach Geld geschenkt und das rührt uns jedes Mal. Wirklich sehr, zumal es oft dann auch mit wirklich lieben Grüßen kommt. Und wenn du nicht in der Lage bist, uns Geld zu schenken, freuen wir uns über Kommentare, die uns genauso erreichen und einfach das Ganze tragen. Denn wir machen das für Sinnhaftigkeit und da helfen sowohl die ausgedrückte Wertschätzung über Geld als auch über Worte. Also mach das sehr gern. Spende uns Geld oder spende uns Worte. Dankeschön. Und jetzt wünsche ich dir noch einen fantastischen Tag. Wie schön, dass du bei der heutigen Folge dabei warst. Wir freuen uns, wenn du etwas Wertvolles mitnehmen konntest. Vielleicht magst du es dir kurz notieren? Gab es einen Aha-Moment? Möchtest du etwas vom Gesagten umsetzen? Gibt es jemanden, mit dem du die Folge diskutieren möchtest? Geh für dich los und mach dein Leben lebenswert.
